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Rheintaler, 6. August 2012, 14:41 Uhr

Toten Hund auf Wiese vergraben

Zoom

Das Hundegrab wurde von Polizei und Feuerwehr ausgehoben. (Bild: Stapo SG)

ST.GALLEN. Ein Kreuz, ein Grab, ein totes Tier: Ein Bauer hat beim Mähen seiner Wiese beim Freudenbergwald ein Hundegrab entdeckt. Gegen jene Person, die es ausgehoben hat, läuft eine Anzeige.

Daniel Walt

Der Tod des geliebten Haustiers macht traurig - und lässt einige Halter zu Gesetzesbrechern werden. So jene Person, welche auf einer Wiese beim Freudenbergwald in St.Gallen ein Grab für ihren verstorbenen Hund ausgehoben hat - Holzkreuz mitsamt Inschrift inklusive. Jérôme Zaugg von der Medienstelle der Stadtpolizei St.Gallen spricht von einem Fall, der in dieser Form eher selten sei. «Wobei es eine hohe Dunkelziffer geben dürfte, weil gewisse Halter ihre Tiere beispielsweise diskret in einem Wald beerdigen», hält er fest.

Wohl wenige Tage zuvor bestattet
Die Meldung über das Hundegrab ging bei der Einsatzzentrale am vergangenen Dienstag um 14 Uhr ein, wie die Stadtpolizei am Montag mitteilte. Entdeckt hatte die Grabstätte ein Bauer beim Mähen einer Wiese, auf der jeweils seine Rinder weiden. Jérôme Zaugg von der Stadtpolizei erklärt, das Tier, möglicherweise ein Yorkshire Terrier, sei vermutlich sieben bis zehn Tage zuvor dort bestattet worden. Der Hund sei eineinhalb Jahre alt gewesen. Was genau auf dem Holzkreuz, das auf der Grabstätte angebracht wurde, stand, wollte Zaugg aus Rücksicht auf den noch unbekannten Tierhalter nicht verraten. Bei entsprechender Vergrösserung des Bildes, welches die Polizei den Medien lieferte, ist die Aufschrift «Unsere Hund» erkennbar. Gechippt war der Hund, allerdings nicht registriert - laut Jérôme Zaugg übernimmt die Zuchtstätte das Chippen, das Registrieren bleibt dann dem jeweiligen Käufer des Tiers überlassen.

Das sagt das Gesetz
«Wir gehen davon aus, dass die Bestattung des Hundes ein eigentlich positives Ritual war, um vom Tier Abschied zu nehmen», erklärt Jérôme Zaugg weiter. Weil es sich um einen kleinen Hund handelte, wäre dies auf dem eigenen Grund und Boden des Halters auch erlaubt gewesen. Generell verboten ist das Beerdigen eines Tiers, wenn es über zehn Kilo schwer ist. Dies, damit beim Verwesungsprozess keine Gefährdung für Mensch, Tier und Umwelt entsteht. Die jeweiligen Kadaver müssen bei Tierkörpersammelstellen abgegeben werden - jene in St.Gallen befindet sich an der Rechenwaldstrasse 38. Eine Alternative ist das Verbrennen im Tierkrematorium Seon im Kanton Aargau.

Grab wurde ausgehoben
Weil der Besitzer des toten Hundes von St.Gallen sein Tier auf fremdem Grund und Boden bestattet hat, droht ihm nun eine Busse, sofern er ausfindig gemacht werden kann. Es wurde Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Und der Wunsch des Halters, sein Liebling möge die ewige Ruhe beim Freudenbergwald gefunden haben, ging ebenfalls nicht in Erfüllung: In Zusammenarbeit mit der Berufsfeuerwehr St.Gallen hob die Stadtpolizei das Grab aus und brachte den toten Hund zur Tierkörpersammelstelle.

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Leser-Kommentare:
7 Beiträge
unbekannt (07. August 2012, 08:12)
ich habe................

..........1954 als zwölfjähriger im heiligkreuzwald meine tote krähe schaaggi, die altershalber gestorben ist, zu grabe getragen, ihr dort in kühlem waldesgrunde letzte ruhe gewährend - muss ich nun dieses vergehen nachträglich noch auf dem polizeiposten heiligkreuz melden?

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unbekannt (07. August 2012, 08:08)
wie.....................

..........wär's, so dieser übereifrige amtsdienerapparat mal tag und nacht im schichtbetrieb in der landegg die klauenden, bösen buben bewachen würde, anstatt mit kanonen auf mücken zu schiessen?

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Pitchi (06. August 2012, 20:59)
Ruhe sanft....

Der trauernde Hundebesitzer wollte seinen treuen Gefährten vermutlich am Ort, wo er oft mit ihm spazieren ging, bestatten.Dass er sich keines Rechtsbruchs bewusst war, beweist die Tatsache, dass er ein gut sichtbares Grabkreuz bastelte.Natürlich kann dies auf öffentlichem oder privatem Boden ohne Erlaubnis nicht geduldet werden. An verschiedenen Orten gibt es Tierfriedhöfe, die zwar nicht ganz gratis sind, die es den Tierhaltern aber erlauben, ihren dahingegangenen Liebling richtig zu betrauern.Manche Leute tun sich eben schwer mir der Idee, ihr Tier an eine Sammelstelle verschachern zu müssen. Man kann angesichts der allgemeinen Weltlage darüber den Kopf schütteln, aber so ist es nun einmal...Viele Personen hängen am Hund oder an der Katze mehr als an ihren Mitmenschen.

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mecxx (06. August 2012, 18:30)
Grüsse aus Seldwyla

Nun schau, was da alles an Beamten und Bürokratie in Bewegung gesetzt wird wegen einem toten Hund. Ist das Arbeitsbeschaffung? Haben die zu wenig zu tun? Da liegt wohl der Hund begraben. War da nicht heute ein Artikel in der Zeitung über massiv gestiegene Einbrüche in der Ostschweiz? Würden nicht gescheiter die Resourcen zur Prävention derartiger Verbrechen eingesetzt? Der Amtsschimmel wiehert.

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adolfk31 (06. August 2012, 17:02)
Und dabei hatte der ....

Landschaftsgärtner nach einem fetten Godbatzen gegraben …

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Florian_Motz (06. August 2012, 16:30)
Traurig und...

verruggd, dass man dem hund nicht die letzte ruhe gewährt hat und dass der beamtenapparat seinen lauf nehmen musste

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robert-naef (06. August 2012, 17:30)
Bodenbesitz

... und auf den fremden Grundbesitzer braucht man ja keine Rücksicht zu nehmen.

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