Direkte Links und Access Keys:

Rheintaler, 17. August 2012, 18:40 Uhr

Alle drei Vorlagen vom 23. September finden derzeit eine Mehrheit

Die Verschärfung des geltenden Rauchverbots stösst auf offene Ohren Zoom

Die Verschärfung des geltenden Rauchverbots stösst auf offene Ohren. (Bild: Keystone)

Die Kampagne zur Volksinitiative "Schutz vor Passivrauchen" ist offenbar gut angelaufen. Die Vorlage erhält gemäss einer ersten Umfrage die Zustimmung von 59 Prozent der Bevölkerung. Auch die beiden anderen Vorlagen, über die am 23. September abgestimmt wird, finden derzeit eine Mehrheit.


Gegen die Verschärfung des geltenden Rauchverbots spricht sich gegenwärtig nur eine Minderheit von 36 Prozent aus. Dies geht aus einer Umfrage der SRG hervor, die am Freitag publiziert wurde. Die Erfahrung zeigt allerdings, dass der Ja-Stimmanteil bei Volksbegehren im Laufe einer Kampagne häufig schrumpft. Abgestimmt wird am 23. September.

Die Initiative der Lungenliga will ein schweizweites Rauchverbot, welches über das seit Mai 2010 geltende Bundesgesetz hinaus geht. Ausnahmeregelungen für kleine Gastrobetriebe würden bei einer Annahme wegfallen, und bediente Fumoirs wären nicht mehr zulässig.

Die Zustimmung ist in der französischsprachigen Schweiz mit 64 Prozent etwas höher als in der Deutschschweiz mit 59 Prozent. Mit Ausnahme des Kantons Jura decken sich die kantonalen Regelungen in der Westschweiz bereits heute mit den Hauptforderungen der Initianten.

Von den Argumenten der Verfechter eines strengeren Rauchverbots verfängt besonders jenes, das sich gegen den gegenwärtigen "Flickenteppich" aus unterschiedlichen kantonalen Bestimmungen richtet. 78 Prozent sprechen sich für eine einheitliche Lösung aus. Nur 38 Prozent teilen dagegen die Meinung, dass die Angestellten heute ungenügend vor dem Passivrauchen geschützt seien.

Zustimmung auch für andere Vorlagen

Auch das zweite Volksbegehren, über das am 23. September abgestimmt wird, findet derzeit eine Mehrheit. 55 Prozent würden der Initiative "Sicheres Wohnen im Alter" zustimmen. 25 Prozent wollen nicht, dass Hausbesitzer im Rentenalter von der Versteuerung des Eigenmietwerts befreit werden. Ein beträchtlicher Anteil von 20 Prozent zeigt sich in dieser Frage noch unentschlossen.

Im Tessin, wo der Altersdurchschnitt über dem nationalen Mittel liegt, fällt die Zustimmung für die Initiative des Hauseigentümerverbands mit 74 Prozent derzeit besonders deutlich aus. In der Deutschschweiz liegt der Ja-Anteil bei 55 Prozent, in der Romandie noch bei 52 Prozent.

Unbestritten scheint die Vorlage zur Förderung der musikalischen Bildung. Der Bundesbeschluss, der die Jugendmusikförderung in der Verfassung festschreiben und schweizweit harmonisieren will, findet derzeit die Zustimmung von 68 Prozent.

Der Gegenvorschlag zur zurückgezogenen Volksinitiative "jugend + musik" wird von sämtlichen Sprach- und Altersgruppen klar unterstützt.

Geringe Zugkraft

Die zur Abstimmung kommenden Vorlagen scheinen kein grosses Mobilisierungspotenzial zu haben: Nur 38 Prozent gaben an, sicher an der Abstimmung teilnehmen zu wollen. Damit würde die Stimmbeteiligung ähnlich ausfallen wie bei der letzten Volksabstimmung im Juni.

Für die Umfrage im Auftrag der SRG befragte das Forschungsinstitut gfs.bern im August rund 1200 stimmberechtigte Personen. Die Fehlerquote beträgt plus/minus 2,9 Prozent. (sda)



Kommentar schreiben

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein.
Noch keinen Zugang? Jetzt kostenlos registrieren.



Leser-Kommentare:
2 Beiträge
antonino (18. August 2012, 09:29)
Totales Rauchverbot.

Finde sogar ich als Nichtraucher völlig hirnrissig. Da wird schon seit hunderten von Jahren geraucht und dann kommen da ein paar Weltverbesserer daher und erfinden so einen Blödsinn
Antonino

Beitrag kommentieren

deich (18. August 2012, 09:21)
Satt

Bei solchen Vorlagen reisst es niemanden vom Hocker. Die Inhalte sind derart einleuchtend (Kultur, Gesundheit, Sicherheit im Alter), dass sie auch allein im Parlament entschieden werden könnten - und müssten! Da nun mal eine Referendumsdemokratie herrscht, gehen halt die Dinge ihren Lauf. Wenn sich jedoch nicht mal die Hälfte der Stimmberechtigten dafür interessiert, stellen sich schon Fragen nach dem Sinn solcher "Unternehmungen", respektive: Was muss sich ändern, damit mehr Bürger wieder "am Staat teilnehmen"? Hat hier der verbreitete Wohlstand negativ seine Hände im Spiel? Macht er zu satt?

Beitrag kommentieren

Morgen in der
Sommer wird wichtiger
Skigebiete Nach dem milden Winter und mässigen Einnahmen sind die Ostschweizer Skigebiete gefordert. Sie müssen ins Sommergeschäft investieren. Zum Beispiel in Biketrails.
Mehr Rothirsche ins Visier nehmen
Rotwild-Plage In der Ostschweiz ist der Rothirsch auf dem Vormarsch - das freut nicht alle.
Auf der Bio-Welle reiten
Bio-Boom Immer mehr Ostschweizer Landwirte setzen auf biologische Produktionsweise.
Der Künstler ist gereift
Endspiel Nach wechselvollen Jahren bestreitet Davide Chiumiento am Ostermontag mit dem FC Zürich den Cupfinal.

Anzeige:

tagblatt.ch / leserbilder

leserbilder.jpg

facebook.com / tagblatt

 ...