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Rheintaler, 25. April 2012, 07:05 Uhr

Die Zuversicht des Rückkehrers

Luca Sbisa stösst in Kloten zur Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft

Mark Streit (l.) und Rückkehrer Luca Sbisa (r.) im Training in Kloten. Zoom

Mark Streit (l.) und Rückkehrer Luca Sbisa (r.) im Training in Kloten. (Bild: Keystone / Schmidt)

Der Zuger Luca Sbisa hat sich als Verteidiger der Anaheim Ducks in der National Hockey League (NHL) etabliert. Zum Schritt nach Nordamerika hatte ihm vor fünf Jahren Sean Simpson geraten, der heutige Schweizer Nationalcoach.


Adrian Lustenberger, Kloten

So schnell kann es gehen. Ein Arztbesuch in Kalifornien, die offizielle Freigabe des Generalmanagers, der Direktflug in die Schweiz, das erste Eistraining mit der Nationalmannschaft. Luca Sbisa hat eine ereignisreiche Woche hinter und seine zweite WM-Teilnahme vor sich. Bis vor fünf Tagen wusste der 22-Jährige nicht, ob er für die Schweiz nach Finnland reisen wird. Vor zwei Monaten hatte er sich während eines Boxkampfes in der Partie gegen Calgary einen Bänderriss an der rechten Hand zugezogen. Obwohl er aufgrund dieser Verletzung kein Spiel verpasste, war für eine WM-Teilnahme die Erlaubnis der Anaheim Ducks notwendig.

Bis diese schriftlich vorlag, blieb Sbisa in Los Angeles, wo in seinem Lieblingsrestaurant ein Speisesaal und die Gnocchi Gorgonzola nach ihm benannt sind. Auf dem Eis trainierte er seit dem Saisonende vor zwei Wochen nur dreimal, zusammen mit vier Teamkollegen, die für die USA und Kanada an die WM reisen werden. Die vierte NHL-Saison ist für Sbisa trotz verpassten Play-offs versöhnlich zu Ende gegangen. Er sagt: «Der Trainerwechsel war sehr wichtig für mich.»

Im Dezember wurde Randy Carlyle durch Bruce Boudreau ersetzt. Der neue Coach habe jedem Spieler eine neue Chance gegeben, und er habe die seine gepackt. Die offensiven Freiheiten münzte er in fünf Tore um, insgesamt sammelte er in seiner dritten Saison bei den Ducks 24 Skorerpunkte und bekam durchschnittlich rund 18 Minuten Eiszeit. Sbisa hat sich in Anaheim etabliert, seinen Kontrakt über vier Jahre und 8,7 Millionen Dollar mittlerweile gerechtfertigt.

Nach Nordamerika zog es den aus einfachen Verhältnissen stammenden Zuger vor fünf Jahren, nachdem er bereits als 17-Jähriger in der Nationalliga A auf acht Einsätze gekommen war. Sein Trainer beim EVZ hiess Sean Simpson, und der erzählt heute: «Nicht alle wollten Sbisa ziehen lassen, da er in Zug für die erste Mannschaft vorgesehen war. Ich aber habe ihm zu diesem Schritt geraten.» 2008 wurde Sbisa in der ersten Runde von den Philadelphia Flyers gedraftet, ein Jahr später debütierte er in der NHL. Mittlerweile spielt er Eishockey an einem Ort, an dem andere ihre Ferien verbringen, zum Training geht er in Sandalen und Shorts.

Ab und zu leiste er sich etwas, beispielsweise den schwarzen Sportwagen, mit dem er durch sein Wohnquartier Newport Beach kurvt. Sbisa geht es aber nicht ums Verdienen, sondern ums Gewinnen. «Auch beim Kartenspiel», sagt er. Und natürlich auch an der WM. Seine erste Teilnahme vor einem Jahr in der Slowakei verlief enttäuschend. Die Schweiz verpasste die Viertelfinals, Sbisa hatte Mühe, sich wieder an die grösseren Eisfelder zu gewöhnen.

Im Gegensatz zu 2011, als er nach chaotischer 24-stündiger Reise am Tag des ersten WM-Spiels zum Team stiess, hat er nun aber zehn Tage und zwei Testpartien (gegen Kanada am Sonntag und Dienstag), um sich anzupassen, spielen wird er neben Mark Streit. Wiederum spricht er von einer Medaille, obwohl er deswegen vor Jahresfrist ausgelacht worden war: «Ein hervorragender Torhüter und ein wenig Glück im Viertelfinal, und schon ist die Medaille zum Greifen nah.» So schnell könnte es gehen.



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