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Rheintaler, 19. Juli 2012, 11:39 Uhr

«Fiasko am Ring»

Ob die Formel 1 im kommenden Jahr auf dem Nürburgring zu Gast sein wird, steht mehr denn je in den Sternen. Zoom

Ob die Formel 1 im kommenden Jahr auf dem Nürburgring zu Gast sein wird, steht mehr denn je in den Sternen. (Bild: Imago)

Die Nürburgring GmbH geht in die Insolvenz. Die Landesregierung von Rheinland-Pfalz hat beschlossen, dass die Gesellschaft ein Verfahren wegen drohender Zahlungsunfähigkeit einleiten soll.


((si))

Die Rennstrecke am Fusse der Nürburg braucht dringend Geld. Deshalb hat das Land bei der EU-Kommission beantragt, die Nürburgring GmbH mit rund 13 Millionen Euro zu stützen. Mit dem Geld hätte die Gesellschaft ein weiteres halbes Jahr über die Runden kommen sollen. Brüssel habe Ende vergangener Woche aber darauf hingewiesen, vor August möglicherweise nicht über diese Hilfszahlungen zu befinden.

«Das ist eine Vorgehensweise der Europäischen Kommission, die ich für bedenkenswert halte», sagte Ministerpräsident Kurt Beck, den die Opposition für das «Fiasko am Ring» zur Verantwortung ziehen will. Zum Monatsende wäre die Gesellschaft damit pleite. Die Gesellschaft solle nun die Insolvenz einleiten, «um den Weg einer Neustrukturierung dennoch konsequent und zügig fortsetzen», erklärte die Landesregierung.

Die EU-Kommission verteidigte ihr Vorgehen gegen die Kritik aus Mainz. «Wir haben Zweifel, ob sie nicht schon eine Rettungsbeihilfe erhalten haben», sagte in Brüssel ein Sprecher mit Blick auf die rheinland-pfälzische Landesgesellschaft. Nach EU-Recht dürften aber angeschlagenen Unternehmen nur ein Mal staatliche Rettungshilfen gewährt werden. Der Sprecher verwies auf ein seit März laufendes zweites Verfahren um bereits gezahlte Gelder für den Nürburgring. Dabei geht es um 524 Millionen Euro.

Der Nürburgring war in Schwierigkeiten geraten, nachdem der einstige private Betreiber seine Pacht nicht wie vereinbart gezahlt hatte. Am 7. Februar hatte die Nürburgring GmbH deshalb den Vertrag gekündigt. Die säumige Pacht steht laut Landesregierung grösstenteils aber noch immer aus. All das kommt die Steuerzahler teuer zu stehen.

Das Land hat Rücklagen über 254 Millionen Euro für das Projekt angelegt, diese müssen nun angezapft werden. Der Nürburgring hat zudem einen Kredit bei der landeseigenen Investitions- und Strukturbank über 330 Millionen Euro. Auch dafür haftet im Ernstfall der Steuerzahler.

Der Nürburgring gehört zu 90 Prozent dem Land und zu zehn Prozent dem Landkreis Ahrweiler. Zu dem Komplex gehören neben der Rennstrecke ein Freizeitpark, Gaststätten und weitere touristische Einrichtungen. Ob der finanzielle Kollaps auch Einfluss auf den Grand Prix von Deutschland haben wird, ist noch nicht abwägbar.

Die Formel 1 hat ihren nächsten Besuch auf dem Nürburgring im kommenden Jahr geplant. Der Grosse Preis von Deutschland 2012 wird am kommenden Sonntag in Hockenheim ausgetragen.



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