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Rheintaler, 19. Juli 2012, 11:46 Uhr

Asad verlässt angeblich Damaskus

Auf einer aktuellen Satellitenaufnahme von Damaskus ist zu sehen, dass Rauch aus einem der umkämpften Quartiere aufsteigt. Zoom

Auf einer aktuellen Satellitenaufnahme von Damaskus ist zu sehen, dass Rauch aus einem der umkämpften Quartiere aufsteigt. (Bild: Keystone / AP)

Der syrische Präsident Asad hat sich offenbar nach Latakia am Mittelmeer abgesetzt. Die Stadt ist eine Hochburg der alawitischen Minderheit, der Asad angehört. In der Hauptstadt Damaskus toben weiterhin heftige Kämpfe.


((Reuters/dpa))

Der syrische Präsident Bashar al-Asad hält sich nach Angaben aus Kreisen der Opposition in der Hafenstadt Latakia am Mittelmeer auf. Von dort aus steuere er die Reaktion auf den Anschlag gegen seine engsten Mitarbeiter aus dem Sicherheitsapparat, hiess es am Donnerstag bei Regierungsgegnern. Ein westlicher Diplomat bestätigte diese Darstellung.

Seit dem Attentat, bei dem ein Schwager Asads, der Verteidigungsminister und ein General getötet wurden, ist der Staatschef nicht öffentlich aufgetreten. Syrische Aktivisten hatten am Mittwoch berichtet, das Flugzeug Asads sei vom Flughafen in Damaskus aus gestartet. Sie beriefen sich dabei auf Offiziere am Militärflughafen. Über die Passagiere an Bord und das Ziel der Maschine machten sie keine Angaben. Unklar ist auch, ob Asad vor oder nach dem Attentat nach Latakia reiste.

Regime warnt vor unechten Soldaten

Das syrische Staatsfernsehen warnt die Bevölkerung in Damaskus vor Bewaffneten, die als syrische Soldaten verkleidet seien. In den umkämpften Bezirken Tadamun, Midan, Kaa and Nahr Aisha seien Bewaffnete aktiv, die Uniformen der Republikanischen Garde trügen, die aber nicht den Sicherheitskräften angehörten. Diese Elemente wollten «Verbrechen begehen und Leute angreifen, indem sie das Vertrauen der Bürger in die tapferen Sicherheitskräfte ausnützten», hiess es am Fernsehen.

Heftige Kämpfe in Damaskus

Die syrischen Regierungstruppen haben am Morgen nach dem Anschlag auf engste Mitarbeiter des Präsidenten Bashar al-Asad ihre Angriffe auf die Opposition intensiviert. Nach Angaben von Aktivisten flüchteten Menschen aus dem Wohngebiet Messe bei Damaskus, wo es am Donnerstag zu Kämpfen kam.

Die Regierungstruppen feuerten demnach von Militärhelikoptern aus auf mutmassliche Rebellen. Aktivisten berichteten von Angriffen mit Maschinengewehren und Raketen. Die bewaffneten Revolutionäre versuchten, mehrere Polizeiwachen zu stürmen.

Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte mit, Rebellen hätten einen Helikopter beschädigt und drei Militärfahrzeuge zerstört. Auch aus anderen Gebieten im Umkreis der Hauptstadt seien neue Gefechte gemeldet worden. Kämpfe unter Beteiligung der Luftwaffe wurden auch aus der Provinz Homs gemeldet.

Keine Pläne für Asad in Moskau

Russland plant nicht, den syrischen Präsidenten Asad aufzunehmen. Es gebe auch keine Pläne für eine Reise Asads nach Moskau. Das erklärte Juri Uschakow, der aussenpolitische Berater des russischen Präsidenten Wladimir Putin.



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Leser-Kommentare:
1 Beitrag
Jecho (19. Juli 2012, 17:09)
Das gleiche Prinzip der Diktatoren

Das erinnert mich an Gaddafi, als er nach Sirte, die Hochburg seines Stammes floh. Es wäre Wünschenswert, wenn dieser Diktator Assad seine Hochburg Latakia, auch nicht mehr lebend verlassen würde. Dann haben wir einen Diktator weniger auf dieser Welt.

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