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Rheintaler, 24. Juli 2012, 14:48 Uhr

Chemiewaffen offenbar aus Kampfzonen gebracht

Ein syrischer Soldat während Strassenkämpfen in Damaskus. Zoom

Ein syrischer Soldat während Strassenkämpfen in Damaskus. (Bild: Keystone / AP)

Die Drohung mit dem Einsatz von Chemiewaffen durch das Regime Asad hat eine neue Dimension in den syrischen Bürgerkrieg gebracht. Nach israelischer Einschätzung versucht Damaskus aber zu verhindern, dass Giftgas in die Hände von Extremisten fällt.


bbu. Trotz des ständig zunehmenden Drucks auf sein Regime gehe Präsident Bashar al-Asad «verantwortlich mit Chemiewaffen um», sagte ein Informant aus israelischen Regierungskreisen der Zeitung «Haaretz». Asad habe einen Teil der syrischen Chemiewaffenarsenale zu Stützpunkten gebracht, die fernab der Kampfzonen in grösserer Sicherheit seien.

Die israelische Regierung wollte den Bericht nicht bestätigen. Ein Regierungssprecher sagte lediglich: «Wir sind besorgt, dass gefährliche Waffen in Syrien wie Chemiewaffen in die Hände von Extremisten gelangen könnten.» Israels Präsident Shimon Peres sagte dem Nachrichtensender CNN: «Israel kann nicht gleichgültig bleiben, wenn Chemiewaffen weitergegeben werden, die auf es gerichtet werden könnten.» Laut «Haaretz» sieht die israelische Regierung aber keine Anzeichen, dass Asad solche Massenvernichtungswaffen weitergibt. Doch in Israel ist man besorgt, was mit diesen Arsenalen einmal geschieht, wenn Asad fallen sollte.

Warnungen Obamas

Der amerikanische Präsident Barack Obama warnte Syrien ausdrücklich vor einem Einsatz von Chemiewaffen. Einer Rede in Reno im Gliedstaat Nevada erklärte er: «Angesichts des Chemiewaffenarsenals des Regimes werden wir Asad und seinen engsten Mitarbeitern weiter vor Augen halten, dass die Welt zusieht». Sollte die Führung in Damaskus «den tragischen Fehler begehen, diese Waffen einzusetzen», müsse sie sich vor der internationalen Gemeinschaft und vor den Vereinigten Staaten dafür verantworten.

Klarstellungen nach Drohung

Tags zuvor hatte das syrische Aussenministerium erklärt, die Chemiewaffen würden nicht im Inneren eingesetzt und seien zur Abwehr von Angriffen aus dem Ausland entwickelt worden. Das war von westlichen Politikern als Drohung gewertet worden. Am Dienstag schob Syrien eine Klarstellung nach und erklärte, man würde Chemiewaffen auch nicht gegen Israel richten.

Festnahme nach Anschlag in Damaskus

(Reuters) Die syrischen Behörden haben laut einem iranischen Medienbericht den Verantwortlichen für den Bombenanschlag auf die Militärführung Syriens festgenommen. Der Verdächtige sei in der Zentrale des Obersten Nationalen Sicherheitsrats beschäftigt gewesen, zitierte die staatliche iranische Nachrichtenagentur Fars einen syrischen Parlamentsabgeordneten. Bei dem Anschlag am Mittwoch vergangener Woche war unter anderem der Verteidigungsminister und ein Schwiegersohn von Präsident Asad getötet worden.

Der Festgenommene sei von Syriens Feinden angeheuert worden, sagte Ghanum weiter. Die Regierung Asad werde es jedoch nicht zulassen, dass die USA, die Türkei, Israel oder Katar die Sicherheit des Landes gefährdeten. Aus Sicherheitskreisen hatte die Nachrichtenagentur Reuters vergangene Woche erfahren, dass es sich bei dem Täter um einen Leibwächter der politischen Führung handelte. Das Staatsfernsehen hatte von einem Selbstmordattentat gesprochen.

Erbitterte Kämpfe in Aleppo

Unterdessen dauern die Gefechte in Aleppo zwischen Regierungstruppen und Regimegegnern an. Soldaten hätten den Rebellen bei Kämpfen in den Vierteln Salaheddine und Sukkari schwere Verluste zugefügt, meldete die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana am Dienstag. Die den Aufständischen nahestehende Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete über Bombardements mehrerer Stadtviertel durch Regierungstruppen in der Nacht.

Gefängnismeuterei unterdrückt

Ebenfalls in Aleppo starben bei der gewaltsamen Unterdrückung einer Meuterei in einem Gefängnis acht Häftlinge. Wie der Syrische Nationalrat mitteilte, setzten die Sicherheitskräfte in der Nacht scharfe Munition und Tränengas gegen einen «friedlichen Sitzstreik» der Insassen des zentralen Gefängnisses von Aleppo ein. Die Gefangenen wollten mit dem Sitzstreik gegen die schlechte Behandlung in dem Gefängnis protestieren.



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