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Rheintaler, 19. Juni 2012, 15:57 Uhr

Rückenwind für Hausärzte

Viele Politiker sind sich einig, dass die Hausarzt-Medizin gestärkt werden soll. Zoom

Viele Politiker sind sich einig, dass die Hausarzt-Medizin gestärkt werden soll. (Bild: NZZ / Christian Beutler)

Bundesrat und Parlament bemühen sich verstärkt, die Hausarztmedizin zu unterstützen. Die Gesundheitskommission des Ständerats hat sich für eine Motion ausgesprochen, welche die Stellung der Hausärzte stärken will. Der Support reicht von der Entlöhnung bis zur Regelung der Notfalldienste.


(sda) Gesundheitsminister Alain Berset hat am Dienstag für seine Pläne zur Stärkung der Hausarztmedizin Unterstützung aus dem Parlament erhalten. Die Sozial- und Gesundheitskommission des Ständerats hat einstimmig eine Motion gutgeheissen, die Bersets Absichten aufnimmt.

Wesentlicher Bestandteil

So soll die Hausarztmedizin als wesentlicher Bestandteil der medizinischen Grundversorgung im Medizinalberufegesetz verankert werden, wie SGK-Präsidentin Christine Egerszegi (Aargau, fdp.) vor den Medien in Bern sagte.

Gefordert werden auch Änderungen bei der Entgeltung der Hausärzte; deren Leistungen sollen angemessen abgegolten werden, heisst es in der Motion. Dazu soll der Bundesrat die Analysenliste sowie die Struktur des Ärztetarifs Tarmed überprüfen und gegebenenfalls anpassen.

Stellung der Hausärzte verbessern

Weiter soll die Hausarztmedizin gestärkt werden, indem ihre Stellung in der Ausbildung und in der Forschung aufgewertet wird. In die ärztliche Weiterbildung sollen hausarztspezifische Lernziele sowie eine Praxisassistenz eingebaut werden.

Fördern soll der Bundesrat auch innovative Versorgungsmodelle sowie neue Modelle für den Sonntags-, Nacht- und Notfalldienst. Die starke Beanspruchung durch Pikettdienste gilt als einer der Gründe, weshalb es in Randregionen an Hausärzten mangelt.

In der Herbstsession im Ständerat

Laut Egerszegi gelangt die Motion in der Herbstsession in den Ständerat. Dessen Zustimmung darf als sicher gelten, hatte er sich doch schon in der Junisession für das von Bundesrat Berset skizzierte Vorgehen ausgesprochen.

In der Dezember- oder Märzsession wird sich dann der Nationalrat des Themas annehmen. Zur Debatte werden neben der Motion die Hausarztinitiative sowie der vom Bundesrat vorgeschlagene direkte Gegenentwurf stehen.

Initiativ-Rückzug als Möglichkeit

Bis dahin sollten laut Egerszegi «messbare Resultate» von Bersets Masterplan vorliegen. Damit werde die Voraussetzung dafür geschaffen, dass die Initianten ihr Volksbegehren zurückziehen können.

Der Ständerat lehnte die Initiative «Ja zur Hausarztmedizin» einstimmig ab und sprach sich für den direkten Gegenvorschlag des Bundesrat in abgeänderter Form aus. Gleichzeitig mit diesen Entscheiden signalisierten die Ständeräte, dass sie Bersets Vorgehen unterstützen wollen.

Die Hausarztinitiative fordert einen Verfassungsartikel, der Bund und Kantone beauftragt, für eine ausreichende, allen zugängliche, fachlich umfassende und qualitativ hochstehende medizinische Versorgung der Bevölkerung durch Hausärzte zu sorgen.



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