Tagblatt Online, 19. Oktober 2011 06:24:00
6900 Franken für «Troja»
Die erste Kuh wird in den Ring geführt: Die Olma-Braunvieh-Auktion dient auch zur Demonstration von typischen und marktreifen Zuchttieren. (Bild: Bilder: Ralph Ribi)
38 Kühe und Rinder standen gestern bei der 46. Braunviehauktion zum Verkauf: Das teuerste Tier galt 1300 Franken mehr als im Vorjahr. Vier Kühe konnten nicht verkauft werden.
MARIO TOSATO
Die Verantwortlichen der Olma-Auktion waren gestern leicht nervös, sanken doch die Preise für Braunviehkühe kontinuierlich von 4262 Franken im Jahre 2007 auf 3306 Franken im vergangenen Jahr. Braunviehhalter wie Experten waren sich aber einig, dass die Qualität der gestern aufgeführten Tiere sehr gut war. Bereits die ersten Tiere konnte Auktionator Bruno Furrer zu leicht höheren Preisen als 2010 zuschlagen. Den höchsten Tagespreis erzielte Troja aus dem Bio-Laufstall Andrea Accola aus Filisur mit 6900 Franken.
Durchschnittlich wurden 3387 Franken bezahlt – 81 Franken mehr als im Vorjahr. Furrer wurde nicht müde, am Mikrophon auf die Langlebigkeit der Tiere, auf den guten Milchcharakter und auf die ausgezeichneten Euter hinzuweisen. Der Durchschnittspreis wäre wohl noch etwas höher gewesen, doch konnten vier Kühe nicht verkauft werden, was sich auf den Durchschnittspreis ausgewirkt hat.
Hochwertige Tiere
Die Olma-Tierausstellungskommission bot 38 hochwertige, leistungsstarke junge Kühe und hochträchtige Rinder zum Verkauf an. Laut alt Nationalrat Josef Kühne, Präsident der Tierausstellungskommission, zeigen die Tiere deutlich die Merkmale guter Rauhfutterverwerter. Viele kommen aus dem Berggebiet, waren auf der Alp und sind mit Sicherheit weidegewohnt.
Josef Kühne wies in der Arena auf die Sendung «Netz – Natur» hin: Das Schweizer Fernsehen zeigte einen Milchviehbetrieb, der Spitzenleistungen erreicht. Laut dem Betriebsleiter können die Kühe aber nicht auf die Weide, weil sie dort wertvolle Energie verbrauchen, die er für die Milcherzeugung nutzen will. «Kein Wunder, gab es da negative Reaktionen», sagte Kühne.
Swissness rechtfertigen
Die Olma-Tierausstellungen und die weitaus meisten Milchbauern setzen da bewusst einen Gegenpunkt. Für sie gehören gesunde Tiere, artgerechte Haltung und Fütterung sowie nachhaltige Wirtschaftlichkeit zusammen. Nach Ansicht von Josef Kühne ist dies das Erfolgsrezept für die heimische Milchwirtschaft. Nur so lasse sich Swissness rechtfertigen und die damit verbundenen Stärken im In- und Ausland umsetzen. «Zudem ist unser Berufsstand auf den Goodwill der Konsumenten angewiesen», so Kühne.
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