Tagblatt Online, 18. Oktober 2011 07:05:00
Dem Abfall ein Gesicht geben
Der Verein Trashorama sensibilisiert in der Halle 1.1 für die Abfall-Wiederverwertung. 16 Recyclingfiguren stehen für 16 Kreisläufe – etwa von der Shampooflasche zum Kabelschutz.
CHRISTOPH ZWEILI
Sie wurde einst als Getränkekarton gebraucht, von denen in der Schweiz jährlich über 700 Millionen Stück über den Ladentisch gehen. Er steht für PE-Hohlkörper wie Milch-/Rahm-, Shampooflaschen, Kanister und sonstige Hohlkörper: «Miss bring it back» und «Polyboy» sind zwei von 16 Recyclingfiguren an der Sonderschau Revolution in der Halle 1.1. Beide haben eine Geschichte – «und eine Seele», wie Ausstellungsmacher Markus Tonner aus dem thurgauischen Eschlikon behauptet. Jede der zwei Meter grossen Figuren – der Prototyp aus einer Eschlikoner Oberstufenklasse, die Olma-Figuren selber aus einem Rorschacher Arbeitslosen-Kunstatelier – steht für einen Abfall-Kreislauf.
Sinn für Kreisläufe wecken
«Wir wollen das Olma-Publikum für diese Kreisläufe sensibilisieren», sagt Markus Tonner, Geschäftsführer und Mitinhaber der InnoRecycling AG. Die Firma beschäftigt 50 Mitarbeiter in der Produktion – die InnoPlastics verarbeitet 15 000 Tonnen Polyethylen pro Jahr, 15 Mitarbeiter sortieren und handeln darüber hinaus mit jährlich 45 000 Tonnen Kunststoff-Abfallprodukten. Eine kleine Menge angesichts des nationalen Bergs: 5,5 Millionen Tonnen Abfall fallen schweizweit an, darunter jährlich eine Million Tonnen Kunststoff – davon landen drei Viertel in Verbrennungsanlagen, 100 000 Tonnen werden rezykliert, 50 000 landen in der Zementindustrie, der Rest wird zwischengelagert.
Tonner wird angesichts dieser Zahlen nicht müde, seine Botschaft an die Olma-Besucher weiterzugeben. «Abfall ist eine Ressource, die zu wenig genutzt wird. Da liegt viel Wertschöpfung brach.»
Rezyklierter Abfall ist Rohstoff
Zurück zu «Miss bring it back» und «Polyboy». Was Glas, PET oder Zeitungen angeht, gehört die Schweiz zu den Recycling-Spitzenreitern, «bei anderen Materialien hinken wir hinterher», sagt Markus Tonner. Tetrapackungen beispielsweise werden in Österreich und Deutschland bereits gesammelt, «in der Schweiz fallen zwar 24 000 Tonnen davon an, aber den Grossverteilern sind die Kosten für das Sammeln noch zu gross», sagt Tonner.
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