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Rheintaler, 24. Juli 2012, 10:13 Uhr

Warum sind Schillerweine so wenig bekannt?

Schillerwein ist ein Verschnitt von roten und weissen Trauben, die im gleichen Rebberg angebaut, gleichzeitig geerntet und gekeltert werden müssen. Zoom

Schillerwein ist ein Verschnitt von roten und weissen Trauben, die im gleichen Rebberg angebaut, gleichzeitig geerntet und gekeltert werden müssen. (Bild: Imago)


Peter Keller

Frage

Michael Lauffer aus Zürich ist kürzlich auf einen Churer Schiller gestossen. Er habe diesen Wein nicht gekannt, war aber beim Genuss des Tropfens positiv überrascht. Der Geschmack sei irgendwie unerwartet, aber trotzdem schmecke man den weissen und den roten Traubenanteil gut heraus. Wie kommt es, dass der Schiller so wenig bekannt ist? Michael Lauffer erhält für diese Frage einen Weisswein aus Griechenland. Assyrtiko ist eine autochthone Rebsorte aus dem Land der Hellenen. Der 2011er des Gutes Gaia Wines ist ein frischer, mineralischer, voller Wein, der teilweise in Barriques ausgebaut wird. Diese interessante Spezialität stellt die Weinhandlung Kantos in Rümlang im Juli zur Verfügung.

Antwort

Schiller ist ebenfalls eine Spezialität, lieber Herr Lauffer. Dass der Wein nicht allzu bekannt ist, hat verschiedene Ursachen. Nur noch wenige Produzenten pflegen den Schiller. Daher ist der Wein nicht allzu verbreitet. Er ist immer ein Verschnitt von roten und weissen Trauben, die im gleichen Rebberg angebaut, gleichzeitig geerntet und gekeltert werden müssen. in Österreich etwa kennt man dieses Prinzip als «Gemischten Satz». Es diente ursprünglich zur Verminderung des Risikos (etwa Schädlings- und Frostanfälligkeit). Zudem sollte die spezielle Anbaumethode Eigenarten und Qualitäten der Reben ausgleichen. Vor allem in der Bündner Herrschaft findet man noch den Schiller. Die Wahl der Trauben hängt vom jeweiligen Produzenten ab. Meistens finden sich Pinot noir und Riesling-Silvaner im gleichen Rebberg. Christian und Francisca Obrecht aus Jenins wiederum verwenden Blauburgunder, Weissburgunder und Chardonnay für ihren Schiller. Der Wein ist in der Regel fruchtig, rassig und leicht rötlich in der Farbe wie ein Rosé. Er passt zu zahlreichen Gerichten wie Vorspeisen, hellem Fleisch, aber auch Grilladen. Und wenn der Alkoholgehalt in einem vernünftigen Rahmen liegt, lässt sich ein leicht gekühlter Schiller auch problemlos zum Apéro geniessen. In diesem Sinne Prosit auf den Sommer!



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