Oberrheintal: 10. März 2010, 06:36

Künftig noch Bündt und Neudorf

Der Bevölkerung erhalten: Auch wenn die Schulgemeinde einmal keinen Bedarf mehr für das Schulhaus Dorf haben sollte, müsse es der Bevölkerung nicht verloren gehen, meinte Hermann Wild gestern. Es könnte sich eine Interessengemeinschaft bilden, die es der Öffentlichkeit erhalte. Archivbild: Rösli Zeller

RÜTHI. Die Schulgemeinde Rüthi verfügt heute über vier Schulliegenschaften. Bei rückläufigen Schülerzahlen und steigendem Sanierungsbedarf ist das zu viel. Der Schulrat möchte darum auf das Schulhaus Dorf und den Kindergarten verzichten.

Max Tinner

Rüthi hat drei Schulhäuser und einen Kindergarten. Vier Schulliegenschaften für eine Schulgemeinde mit 190 Schülern und Kindergärtlern sind auf Dauer zu viele. Jedenfalls bei rückläufigen Schülerzahlen und ansteigendem Sanierungsbedarf. Im Schulrat ist die Schulraumplanung darum seit Jahren ein Thema. Nun ist man zu einem Entscheid gekommen. Gestern wurde er im Werkhofsaal präsentiert.

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Bündt dem Ideal am nächsten

Ausgegangen sei man von einem Katalog an Kriterien, welche die künftige Lösung idealerweise zu erfüllen habe, erklärte Schulratspräsident Hermann Wild. Am besten erfülle das Schulhaus Bündt diese Kriterien. Also habe man bei den weiteren Überlegungen darauf aufgebaut. Letztlich seien vier Varianten geblieben.

Favorisiert wird vom Schulrat eine Beschränkung auf die Schulstandorte Bündt und Neudorf, wobei im heutigen Schulhaus Neudorf die drei Kindergartenklassen untergebracht würden und im Schulhaus Bündt alle Schüler von der ersten bis zur sechsten Klasse beschult würden. Es wäre mit Netto-Investitionskosten von 3,5 Mio. Franken bzw. jährlichen Kosten von 490 000 Franken zu rechnen.

Die übrigen beiden Varianten kämen zwar etwas günstiger: Würde lediglich auf das Schulhaus Dorf verzichtet, nicht aber auf den Kindergarten, fielen Investitionskosten von 2,9 Mio. Franken bzw. jährliche Kosten von 480 000 Franken an, beim Festhalten an allen vier Standorten Sanierungskosten von 2,6 Mio. Franken bzw. jährliche Kosten von ebenfalls 480 000 Franken. Die vom Schulrat favorisierte Variante habe aber verschiedene Vorteile, erklärte Wild. So müssten keine Kinder mehr für die Handarbeit vom Neudorf ins Bündt wechseln.

Auch fielen geringere Kosten für Büroinfrastruktur, Energie und Versicherungen an.

Das Ganze hat allerdings einen Haken: Der Schulgemeinde stehen gemäss Finanzplanung der Gemeinde vorerst lediglich 2 Mio. Franken für Investitionen in die Schulliegenschaften zur Verfügung. Der Schulrat schlägt darum vor, jetzt lediglich die dringliche Sanierung der Schulanlage Bündt an die Hand zu nehmen und die «Vision Bündt/Neudorf» auf die nächste Finanzplanungsperiode 2012 bis 2015 aufzuschieben.

Im Sommer 2011 sanieren

An der Schulbürgerversammlung am 26. März wird nun ein Kredit über 200 000 Franken für die Projektierung der Sanierung von Schulhaus und Mehrzweckanlage Bündt unterbreitet. Diese Sanierung werde man mit Blick auf den künftigen Ausbau planen und darum verschiedene Spezialisten beiziehen, erklärte Hermann Wild. Vorgesehen ist, an der Schulbürgerversammlung 2011 den Kredit für die Sanierung einzuholen und diese dann umgehend an die Hand zu nehmen.

Weitere Artikel zu diesem Thema :

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Der «Schulhausreichtum» Rüthis hat historische Gründe, zeigte Schulratspräsident Hermann Wild auf. Die ersten Schulhäuser wurden 1822 gebaut: in Büchel – damals noch eine eigene Schulgemeinde – im heutigen Ortsmuseum, in Rüthi am Standort des späteren «Rüthihofs». ... »



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