An der Hauptversammlung in Hinterforst wurde Rückschau gehalten auf ein Vereinsjahr mit einer ganzen Reihe von Aktivitäten. Lebensraum Rheintal hat sich zum Ziel gesetzt, natürliche Lebensräume zu erhalten und nach Möglichkeit aufzuwerten. Die Organisation versteht sich als Lobby der Wildtiere und ihrer Lebensräume.
Die Tätigkeit besteht nicht in der Realisierung von eigenen Projekten, sondern ist vor allem unterstützend. Im Mittelpunkt stehen der Informationsaustausch und die Veranstaltungen.
In seinem Jahresbericht wies Alfred Kuster auf die wichtigsten Punkte des Jahresprogramms hin. Ein Erfolg war vor allem die Biber-Exkursion. Im Gebiet Eselschwanz liessen sich die Teilnehmer in die Welt des Bibers einführen. An der Feldveranstaltung wurden Aufwertungsmassnahmen am Unterlauf des Alten Rheins gezeigt. Bei einer weiteren Veranstaltung stand das Thema Naturgefahren im Mittelpunkt.
Die Reihe an öffentlichen Veranstaltungen wird auch im neuen Vereinsjahr weitergeführt. Am 24. Februar wird zu einem Vortragsabend nach Diepoldsau eingeladen. Dabei geht es um Krankheiten der Gemsen. Am 5. Juni wird die Feldveranstaltung stattfinden. Im Mittelpunkt steht dabei das Thema Biodiversität.
Neben Präsident Alfred Kuster setzt sich der Vorstand folgendermassen zusammen: Alfred Büchel, Lothar Grimm, Raphael Lüchinger, Thomas Oesch, Peter Rosenberg, Markus Stieger, Marinus Dietschi, Willi Lüchinger.
Der Vorstand wurde mit Applaus in seinem Amt bestätigt. Im Verein St. Galler Rheintal machen in verschiedenen Gremien vier Delegierte von Lebensraum Rheintal mit. In der Allgemeinen Umfrage wurde auch angeregt, beim Verein St. Galler Rheintal darauf hinzuwirken, dass das vorhandene Landschaftsentwicklungs-Konzept Rheintal auch tatsächlich genutzt und umgesetzt wird.
Im Anschluss an die Versammlung sprach Jonas Barandun zum Thema «Biodiversität – Vielfalt für alle». Das laufende Jahr ist von der Uno zum Jahr der Biodiversität ernannt worden. In den Kantonen St. Gallen und Appenzell gibt es ab 1. März eine ganze Reihe von Aktionen.
Jonas Barandun erinnerte daran, dass sich das Rheintal innerhalb weniger Jahrzehnte total verändert habe. Dadurch hätten gewisse Arten keinen Platz mehr. Die Entwicklung sei aber völlig unterschiedlich verlaufen.
Während es im Wald heute mehr Lebensräume gebe als vor 30 Jahren, sei die Verschlechterung bei den Gewässern weiter fortgeschritten. Daraus folgerte er: «Wenn wir etwas in Gang bringen wollen, müssen wir uns auf das Wasser konzentrieren.»
Der Referent erinnerte daran, dass die Ökoprogramme in der Landwirtschaft nicht das gebracht haben, was man versprochen habe. Und ganz klar hielt er fest: «Intensiv-Nutzung in der Landwirtschaft lässt sich nicht vereinbaren mit Biodiversität.» Er führte auch aus, dass innerhalb der Siedlungen viel ungenutztes Potenzial da sei. «Jeder kann auf seinem Platz, auch wenn der Garten noch so klein ist, etwas machen für die Artenvielfalt.»
Leider hätten, so führte der Projektleiter des Biodiversitäts-Jahres weiter aus, die verschiedenen Massnahmen unter dem Titel Naturschutz die Entwicklung des Artensterbens und den Verlust an Lebensräumen nicht aufhalten können.
«Nach wie vor gibt es viel zu tun, und vor allem braucht es einen neuen Umgang mit der Landschaft als Ganzes», fasste Jonas Barandun zusammen.
Es braucht eine Gesamtstrategie. Und es braucht weiterhin das Engagement lokaler und regionaler Vereinigungen, die sich ehrenamtlich für einen echten Natur- und Umweltschutz einsetzen. Dafür will das Jahr der Biodiversität Impulse setzen.
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