Neue Zürcher Zeitung, 04. Februar 2012 00:00:00
Bieler Play-off-Express von den Flyers gebremst
Kloten mit viel Kampfgeist zum 3:2-Sieg in Biel
Die Flyers finden in Biel aus ihrem negativen Strudel und gewinnen nach drei Niederlagen wieder. Für die Bieler geht der Play-off-Kampf weiter.
Yves Tardent, Biel
Der EHC Biel war aus der Optik der mental angeschlagenen Klotener (fast) der falsche Gegner zur falschen Zeit. Die Seeländer stehen seit Wochen unter Strom und behaupten sich knapp über dem Trennstrich. Mit den Play-offs in Reichweite wuchs das Team noch mehr zusammen – und bisweilen über sich hinaus, wie vor Wochenfrist im direkten Duell um den letzten Play-off-Platz gegen Genf/Servette.
Der Erfolg der von Trainer Schläpfer trainierten Equipe gründet auf einem starken defensiven Fundament. An erster Stelle ist hier der Keeper Berra zu nennen, der mit seiner Ruhe und seinen Paraden seinen Vorderleuten das nötige Vertrauen einflösst. Auch die Stürmer beteiligen sich solidarisch in der Defensive, mit der Folge, dass ihre offensive Produktion leidet. Von allen Teams erzielten die Bieler hinter den Play-out-Teilnehmern Ambri-Piotta und Rapperswil-Jona am wenigsten Tore.
Die ungenügende Torproduktion veranlasste Schläpfer dazu, für die Schlussphase der Saison einen weiteren ausländischen Stürmer zu engagieren, zumal Bordeleau noch an einer leichten Hirnerschütterung leidet. Gegen Kloten gab der 34-jährige Tscheche Chabada sein Debüt. Nachdem sein ehemaliger Klub im slowakischen Poprad die Play-offs verpasst hatte, wurde er zusammen mit sieben anderen älteren Spielern aus dem Vertrag entlassen. Chabada, der zuvor fünf Jahre in Schweden gelebt hat, freut sich, dass es in Biel «noch um etwas geht».
Ein im Vergleich zu den Bielern gegenteiliges Mind-Setting zeichnet die Klotener aus. Gegen die vor Selbstvertrauen strotzenden Bieler taten sie sich nach gutem Beginn schwer, besonders nachdem Tschantré kurz vor Spielmitte den Klotener Führungstreffer durch Westcott ausgeglichen hatte. Plötzlich erwachte das Publikum aus seiner Kältestarre, und auf dem Eis verloren die Zürcher ob des Bieler Drucks bis zu Gloors 2:1 die Übersicht.
Doch im Schlussabschnitt zeigten die Klotener, dass sie noch lebten, und drückten vehement auf den Ausgleich; Biel griff kaum noch effizient an. Zuerst traf Herren zum 2:2, ehe dann der Captain Stancescu den Siegtreffer zum 3:2 gelang. Es war dies der erste Klotener Sieg 2012 gegen ein über dem Trennstrich klassiertes Team.
Ein Ende hat neben der Niederlagenserie auch die schier unendliche Geschichte um die Vertragsverlängerung des Teamleaders Jenni gefunden, der die siebente Saison in Kloten spielt. Laut Kloten-Sportchef Schawalder hat man sich nach wochenlangen Gesprächen «mündlich am Telefon» geeinigt.
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