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NZZ Online, 10. Februar 2012 10:37:00

Ullrich gesteht Kontakt zu Fuentes

Der Ex-Radprofi will nach dem TAS-Urteil mit einem Teilgeständnis einen Schlussstrich ziehen

Ist nur teilweise geständig: Jan Ullrich, am 8. Februar in Bielefeld. Zoom

Ist nur teilweise geständig: Jan Ullrich, am 8. Februar in Bielefeld. (Bild: Imago)

Am Donnerstag ist der frühere deutsche Radrennfahrer Jan Ullrich vom Internationalen Sportgerichtshof TAS des Dopings schuldig gesprochen worden. Noch gleichentags hat sich Ullrich am späten Abend in einer Mitteilung an die Öffentlichkeit gewandt und das Urteil kommentiert.

Ein direktes Geständnis ist es nicht, was Jan Ullrich als Reaktion auf die Urteilsverkündung durch das TAS verkündet. Dass er Doping betrieben habe, gesteht er in der Mitteilung auf seiner Homepage nicht. Hingegen gibt der 38-jährige Deutsche zu, in Kontakt mit dem mutmasslichen spanischen Dopingarzt Eufemiano Fuentes gestanden zu haben. Er akzeptiere das Urteil des TAS, aber: «Nicht, weil ich mit allen Punkten in der Urteilsbegründung übereinstimme, sondern, weil ich das Thema endgültig beenden möchte. (. . .) Ich bestätige, dass ich Kontakt zu Fuentes hatte. Ich weiss, dass das ein grosser Fehler war, den ich sehr bereue.»

Video: Ullrich räumt Kontakt zu Doping-Arzt ein

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Sein damaliges Verhalten erklärt Ullrich mit dem Druck, unter dem er gestanden habe. Er schreibt: «Ich wollte für die Tour (de France) 2006 nochmals alles rausholen. Nach meinem Tour-Sieg 1997 und fünf zweiten Plätzen war der Druck der Öffentlichkeit, der Sponsoren und auch mein Eigendruck immens gross. Alle wollten einen zweiten Tour-Sieg, besonders nach dem Rücktritt von Lance Armstrong.»

Eine darüber hinausgehende Erklärung für sein Verhalten gibt Ullrich nicht. Die weiteren Einzelheiten seines Vergehens bleiben somit weiter im Dunkeln. Er selbst aber glaubt, mit dem Schuldspruch des TAS und dem Teilgeständnis sei ein Schlusspunkt unter die Angelegenheit gesetzt: «Für mich ist damit das Kapitel meiner aktiven Radsportkarriere endgültig abgeschlossen und ganz persönlich ist es für mich und meine Familie das Ende einer über Jahre hinweg schwierigen Zeit.»

Ob es nun aber tatsächlich das letzte Kapitel in der Geschichte des Radprofis Jan Ullrich ist, wird sich weisen. Fraglich ist dies auch deswegen, weil es ja nicht die Geschichte eines Einzeltäters ist, sondern die eines weitverzweigten Netzes von Akteuren. Und diese Geschichte kann trotz dem Urteil gegen Ullrich noch keineswegs als abgeschlossen gelten.





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