Direkte Links und Access Keys:

Fussball-Chaoten, 03. November 2009 15:12:21

Eine Million pro Fussball-Woche

Fussball-Chaoten

Zoom

Die Steuerzahler berappen jede Woche mindestens eine Million Franken für die Sicherheit an Fussball- und Eishockey-Spielen. So viel kosten allein die Polizeieinsätze bei den Spielen in den obersten Schweizer Ligen.

UMBERTO W. FERRARI

Woche für Woche stehen 900 Polizistinnen und Polizisten im Einsatz, um die Chaoten rund um die Sportveranstaltungen in die Schranken zu weisen. Dies Zahlen nannte gestern Abend die St.Galler Regierungsrätin und Polizeidirektorin Karin Keller-Sutter in der Sendung «Sportlounge» des Schweizer Fernsehens (SF).
 
Polizeilicher Aufwand wie am WEF
«Sportveranstaltungen beeinträchtigen unsere Sicherheit in einem Ausmass, das die Schmerzgrenze nicht nur erreicht, sondern überschritten hat», sagte Karin Keller-Sutter. Dabei verglich sie den Aufwand der Polizei bei Eishockey- und Fussball-Spielen mit demjenigen am WEF in Davos: «Dort wurden immer wieder der polizeiliche Aufwand und die Kosten kritisiert. Ich muss aber feststellen, wir haben für die Fussball- und Eishockey-Spiele jetzt jede Woche einen Aufwand wie bei einem WEF.»
 
Eine Million Franken pro Woche
«Diese Einsätze kosten den Steuerzahler jede Woche eine Million Franken und das erst noch bei einer konservativen Berechnungsmethode. Dabei sind die Ausgaben für die Strafverfolgung und die Gerichte noch nicht einmal berücksichtigt», sagt Karin Keller-Sutter im Fernsehen.
 
Wende gefordert
Die St.Galler Polizeidirektorin forderte eine Wende, um die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten: «Es muss die Politik sein, die jetzt sagt, wohin der Weg führt.» Konkret dürfte das heissen, dass die Politik und als ausführendes Organ die Polizei einschneidender in diesen Bereich eingreifen will. «Denn uns fehlen die Polizisten, die wir bei den Spielen einsetzen müssen, für die polizeiliche Grundversorgung», sagte sie. Die Gewalt rund um die Sportveranstaltungen dürften nicht mehr weiterhin wie ein Gott gegebenes Naturereignis beurteilt werden.
 
Härtere Strafen gefordert
Ähnlich argumentierte in der Sendung auch der CEO von Basel United, der Betreiberin des St.Jakob Parks, Christian Kern: «In der Schweiz ist dazu sehr viel gesprochen worden, aber nichts ist geschehen. Es braucht jetzt eine Gesetzesänderung und härtere Strafen.»
 
Kern begrüsste ausdrücklich das Vorgehen der Polizei und der Staatsanwaltschaft in St.Gallen nach dem Spiel zwischen dem FC St.Gallen und GC. Die Schnellverfahren, bei dem die betreffenden Personen vorübergehend auch noch in polizeilichem Gewahrsam sind, werden ihre Wirkung zeigen, sagte er.

Fan-Card gefordert 
Unterstützt wurde Karin Keller-Sutter auch vom Kommandanten der Stadtpolizei St.Gallen, Pius Valier: «In der Vergangenheit sind wir in der Durchsetzung von Regeln und Ordnung in den Stadien zu large geworden.» Valier, der auch Projektleiter «Sicherheit im Sport» ist, forderte, dass zu den Sportveranstaltungen nur noch Personen Zutritt erhalten sollen, die über eine Fan-Card verfügen. «Diese Fan-Card muss in der Schweiz flächendeckend und gleichzeitig eingeführt werden.» Wann das sein wird, liess Valier allerdings noch offen.

Gegentribüne




Leser-Kommentare:
1 Beitrag

Kommentar lesen

schwizer (04. November 2009, 14:19)
Verursacher Prinzip

Der Bundesrat möchte dass der Abfallverursacher oder der Autofahrer mittels Verursacherprinzip bezahlt. Auf dem Flughafen bezahlt der Passagier - ankommend, abfliegend oder Transfer brav seine Flughafentaxen. Dass die Polizei ihre Löhne vom Steuerzahler haben ist ja in Ordnung, aber dass der Steuerzahler für die Sicherheit der Fussballfans aufkommen muss grenzt an eine absolute Frechheit. Die Fussballklubs wollen die Stadien haben (auch vom Steuerzahler bezahlt) und die Spieler die sowieso allesamt überbezahlt sind und dann wollen die auch noch den Steuerzahler haben der für die Sicherheit sorgt??? Ja greift denn da niemand ein, sind denn alle noch gesund im Kopf???
Die Clubs sollen gefälligst für die Sicherheitsleute selber aufkommen und die Kosten auf die Eintrittspreise abwälzen.
Für so ein paar Ballkicker und Puckschiesser einen solchen Aufwand zu betreiben... Wahnsinn!!! Wenn ich denke wieviel Steuergeld für das Stadion in SG-Winkeln ausgegeben wurde, da wird mir schlecht.

Beitrag kommentieren

Kommentar schreiben

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!

Um Inhalte kommentieren zu können, müssen Sie eingeloggt sein.

Noch keinen Zugang? Jetzt kostenlos registrieren!

Anzeige:

Anzeige:

Anzeige:

Anzeige:

tagblatt.ch / ipad

iPad und E-Paper

facebook.com / tagblatt

 ...

Anzeige: