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Rheintaler, 7. September 2012, 06:54 Uhr

«Das war kein Lausbubenstreich»

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Bauer Edy Brunner zeigt, wo ein Projektil ins Euter eingedrungen ist. (Bild: Michel Canonica)

ANDWIL. Mit blutüberströmtem Euter ist die Kuh Activia am Mittwochnachmittag auf dem Bauernhof aufgetaucht. Auf der Weide war sie zuvor Opfer einer Luftgewehr-Attacke geworden.

JEANETTE HERZOG

Edy und Regina Brunner sind fassungslos. «Ich kann mir nicht vorstellen, was die Leute denken, die so etwas machen», sagt der Bauer aus Andwil. Die zweieinhalbjährige Kuh Activia erschien am Mittwochnachmittag urplötzlich auf dem Hof, während die anderen Tiere in 500 Meter Entfernung in der Nähe des Waldrandes noch weideten. Der Bauer erschrak nicht schlecht, als er entdeckte, dass Activias Euter blutverschmiert war.

Eine Kugel blieb im Euter

Erst habe er an ein Missgeschick gedacht. «Manchmal verletzen sich die Tiere mit ihren Hörnern», sagt Edy Brunner. Zur Sicherheit rief er den Tierarzt. Dieser stellte fest, dass es sich um Schussverletzungen handeln muss, dreimal wurde die Kuh getroffen. Ein Projektil steckt noch immer in ihrem Euter. Der Tierarzt stillte die Blutung und verabreichte der Kuh ein Antibiotikum, um eine Infektion zu verhindern. «Der Tierarzt meinte, wir müssten die Kugel im Tierspital entfernen lassen.» Ob das wirklich nötig sein wird, hänge vom Verlauf der Genesung ab. In der Milch habe er bisher kein Blut entdeckt, das sei ein gutes Zeichen. Dank des neuen Antibiotikums brauche er die Milch nicht wegzuschütten.

Edy und Regina Brunner vermuteten erst, es könnte sich um einen Blindgänger handeln, der von einem Jäger abgefeuert worden war. Die Polizei, die der Tierarzt alarmierte, kam zu einem anderen Schluss. Sie geht davon aus, dass die Kuh mit einem Luftgewehr verletzt worden ist. Ob einer oder mehrere Täter im Spiel gewesen waren, sei unklar, sagt Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen. Jedenfalls seien mehrere Schüsse auf das Tier abgefeuert worden. Die Kuh Activia geriet in Panik, durchbrach den Drahtzaun, setzte mit einem Sprung über einen zweiten gut ein Meter hohen Zaun und kehrte zum Stall zurück.

Kein Lausbubenstreich

Die Brunners vermuten, dass Jugendliche am Werk gewesen sein könnten. Die Nachbarskinder haben sie nicht im Verdacht. Seit 1987 bauern sie am Hinterberg in Andwil, noch nie sei etwas Ähnliches passiert. Auch auf dem Nachbarhof entsinnt sich die Bauersfrau keines solchen Vorfalls. Ein Lausbubenstreich sei das nicht gewesen, sagt Krüsi. «Das waren gezielte Schüsse, die das Tier verletzten.» Die Polizei ermittelt nun in alle Richtungen und bittet Zeugen, sich auf der Polizeistation Gossau unter der Nummer 058 229 77 88 zu melden.



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