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Rheintaler, 18. August 2012, 06:33 Uhr

Ambrosia – wild und reizend

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Die Pollen der Ambrosia können allergische Reaktionen auslösen.

Die einjährige Pflanze Ambrosia kann starke Allergien auslösen. Sie ist in der Ostschweiz nicht heimisch – doch trotz rigoroser Bekämpfungsmassnahmen der Kantone tritt Ambrosia in hiesigen Hausgärten immer wieder mal auf.

DANIELA EBINGER

Die Ambrosia gehört zu den gebietsfremden Pflanzen, den sogenannten Neophyten. Sie zählt europaweit zu den invasiven Pflanzenarten. Bund und Kantone sind darauf bedacht, dass Organismen, welche Menschen, Tiere oder die biologische Vielfalt schädigen, bekämpft werden. Seit 2006 wird die Ambrosia, auch aufrechtes Traubenkraut oder wilder Hanf genannt, schweizweit erfolgreich bekämpft.

«Seit drei Jahren tritt sie in der Ostschweiz bedeutend weniger auf und wächst heute nur noch vereinzelt, meist in Hausgärten», sagt Urs Müller vom Bildungs- und Beratungszentrum Arenenberg von der Abteilung Pflanzenschutzdienst. Das bestätigt auch Andreas Schwarz vom Pflanzenschutz des Kantons St. Gallen. Dort war die Bekämpfung so gut, dass der Kanton sogar die Kontrolle reduzieren konnte. «Trotz rigoroser Massnahmen tritt die Ambrosia aber immer mal wieder auf», sagt Schwarz.

Kontrolleure in Privatgärten

In die Hausgärten gelangen die vereinzelt vorkommenden Pflanzen fast vorwiegend über Vogelfutter, welches mit Ambrosia-Samen verunreinigt ist. «Dieses ist heute aber bei uns ziemlich sauber, sonst hätten wir bestimmt nicht den grossen Erfolg», sagt Müller. «Das heisst nicht, dass sie ganz verschwindet, wachsame Augen sind nach wie vor gefragt.»

In der Gemeinde Langrickenbach ist Kontrolleurin Yvonne Rechsteiner unterwegs. Sie inspiziert mit weiteren Kontrolleuren im Zusammenhang mit der Feuerbrandkontrolle die Privatgärten. Dabei achtet sie zudem auf Neophyten und kennt diese genau. Mit Handschuhen reisst sie das Unkraut sorgfältig aus dem Boden. «Jede gefundene Ambrosia muss mitsamt der Wurzel ausgerissen, nicht abgerissen werden», sagt sie. Dies sollte wenn immer möglich vor Blühbeginn erfolgen. Die ausgerissenen Pflanzen müssen in einen Plastikbeutel gepackt und über die Kehrichtverbrennung entsorgt werden.

Handschuhe und Staubmaske

Um Hautreizungen zu vermeiden, sollte man Handschuhe tragen. Bei blühenden Pflanzen sei für die Entfernung eine Staubmaske sinnvoll. Die Pollen der Ambrosia können starke allergische Reaktionen an Augen und Atemwegen auslösen oder gar zu Asthma führen. Allergische Reaktionen treten meist nur während der Blütezeit der Pflanze von Mitte Juli bis Anfang Oktober auf.

Auch der Kontakt mit dem Blütenstand kann zu Reaktionen führen. Urs Müller war bereits selber schon von Reizungen einer einzigen blühenden Pflanze betroffen: «Das war gar nicht angenehm, und meine Nase juckte enorm, aber zum Glück löste dieser Kontakt keine bleibende Allergie aus.» Wichtig sei, Ambrosia nicht bis zum Blühen stehen zu lassen. «Um diesem Unkraut erfolgreich entgegenzuwirken, braucht es die Hilfe aller», sagt Müller. Die Fundstelle sollte wenige Wochen nach der Bekämpfung auf neue Keimlinge oder Austriebe von unvollständig entfernten Pflanzen kontrolliert werden.



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