Direkte Links und Access Keys:

Rheintaler, 25. Juli 2012, 12:24 Uhr

Brennsprit ist in Pfadilagern nicht üblich


«Ich kann mir nicht erklären, woher der Brennsprit kam», sagt Armin Bossart, OK-Präsident des Kantonallagers. Im Lager würden die meisten Abteilungen mit Holz kochen. «Brennsprit ist nicht üblich in Pfadilagern», sagt auch David Kieffer, Leiter Ausbildung und Betreuung der Pfadibewegung Schweiz. «Pfadfinder lernen, wie man ohne Brennsprit Feuer macht.» Laut Kieffer haben sich in letzter Zeit keine schweren Unfälle mit Brennsprit ereignet. «Ein Thema ist Brennsprit aber», sagt er. «Wir haben letztes Jahr in unserer Verbandszeitschrift über die damit verbundenen Gefahren informiert.»

Während zweieinhalb Jahren haben die Verantwortlichen das Kantonallager «punktceha 12» vorbereitet. «Die Sicherheit hat höchste Priorität», sagt Armin Bossart. «Dieser Unfall macht uns sehr betroffen, und wir hoffen, dass die Verletzten bald auf dem Weg der Besserung sind.» Auch die Pfadibewegung Schweiz ist in Gedanken bei den Verletzten. «Wir sind sehr bestürzt», sagt David Kieffer.

Risiken minimieren

Das Kantonallager ist als Jugend + Sport-Veranstaltung angemeldet. Deshalb gelten auch diese Sicherheitsrichtlinien. Das Sicherheitskonzept ist erprobt, es wurde beispielsweise vor vier Jahren beim Bundeslager Contura08 der Pfadibewegung Schweiz in der Linthebene angewendet. «Jugend + Sport macht allgemeine Sicherheitsvorschriften – so sind etwa risikoreiche Sportarten wie Canyoning ausgeschlossen –, reglementiert aber nicht alles, damit die Regeln überschaubar bleiben», sagt David Kieffer. «Die Leiter werden so ausgebildet, dass sie Gefahren einschätzen können.» Darum wird für jedes Lager ein Sicherheitskonzept erstellt. Dieses hat zum Ziel, Risiken zu minimieren und bei Unfällen optimal zu handeln.

Bei einem Hike – einer Gruppenwanderung – ist es laut David Kieffer das Ziel, dass die Kinder und Jugendlichen eigene Erfahrungen sammeln. «Zentral sind die richtigen Sicherheitsvorkehrungen und eine sorgfältige Planung», erklärt Kieffer. Zur Planung gehören die Auswahl einer ungefährlichen Route, das richtige Material, die Dauer des Hikes sowie der geeignete Schlafplatz. «Zudem sollen sich die Pfadfinder zu einem bestimmten Zeitpunkt bei der Lagerleitung melden», sagt Kieffer. Die 30 Kinder in Oberbüren, die zu einem Hike aufgebrochen waren, hatten einen Badge mit der Notfallnummer bei sich.

Keine Anpassungen

Ob der Unfall Auswirkungen auf die Sicherheitsbestimmungen der Pfadibewegung Schweiz hat, kann David Kieffer noch nicht sagen. «Es ist zu früh», sagt er. «Wir warten die Ergebnisse der Untersuchungen ab.» Momentan stehe es im Zentrum, die Betroffenen gut zu betreuen.

Das Kantonallager St. Gallen/Appenzell wird fortgeführt wie geplant. «Wir machen keine Sicherheitsanpassungen», sagt Armin Bossart. Auch beim Kantonallager (Kala) der Pfadi Thurgau, das am Montag begonnen hat und bis am 3. August dauert, werden keine zusätzlichen Sicherheitsmassnahmen ergriffen. «Wir haben die Leiter nochmals auf die Gefahren sensibilisiert und ein Merkblatt herausgegeben», sagt Kala- Mediensprecher Daniel Spiri.

Maria Kobler-Wyer



Kommentar schreiben

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein.
Noch keinen Zugang? Jetzt kostenlos registrieren.



Leser-Kommentare:
1 Beitrag
adolfk31 (25. Juli 2012, 12:33)
Unfälle geschehen eben überall

Ansonsten könnten wir uns die ganze Polizei, Gerichte und Chefis einsparen... Denn nur durch Schaden wird der Mensch ….. vielleicht doch noch einmal klug.......

Beitrag kommentieren

Anzeige:

Gewinnspiel Tippen Sie mit

Fussball

Ostschweizer Trauerportal

teaser-ROS-trauer

tagblatt.ch / leserbilder

leserbilder.jpg

 ...

Service Bäderbericht

Badewetter

facebook.com / tagblatt

 ...