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Rheintaler, 6. September 2012, 11:47 Uhr

Hansjakob: «Diese Kritik kann ich nachvollziehen»

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«Über das Zulassen von Pyros kann ich nicht diskutieren»: Thomas Hansjakob, Erster Staatsanwalt des Kantons St.Gallen. (Bild: Keystone)

ST.GALLEN. Die Äusserungen von Thomas Hansjakob zu den Themen Gewalt bei Fussballspielen und radikale Fans haben für viel Aufsehen gesorgt. Der Erste Staatsanwalt des Kantons St.Gallen erklärt sich.


Herr Hansjakob, welches Echo gab es auf Ihre jüngsten Äusserungen zum Thema radikale Fans und Gewalt an Fussballspielen?
Thomas Hansjakob: Ich persönlich habe nur zustimmende Reaktionen erhalten.
 
Diskutiert wurde speziell über Ihre Aussage, Sie bräuchten keine Beweise, um einen Zusammenhang zwischen dem Fund von Waffen bei einer Verkehrskontrolle und Gewalt bei Fussballspielen herzustellen. Eine solche Äusserung sei unhaltbar für einen Staatsanwalt, war zu lesen.
Hansjakob: Diese Kritik kann ich nachvollziehen. Ich habe im Nachhinein gemerkt, dass meine Aussage missverstanden werden konnte. Was ich eigentlich meinte: Ich brauche keine weiteren Beweise, um jemanden wegen des Besitzes oder des versuchten Imports von illegalen Waffen zu verurteilen. Es kommt gar nicht darauf an, wo diese schliesslich zum Einsatz kommen sollen.
 
Sie haben weiter gesagt, Sie könnten nicht glauben, dass der Anhänger, in dessen Kofferraum unter anderem ein Schlagstock, ein Elektroschockgerät und ein Schlagring gefunden wurden, diese Waffen nicht im Umfeld von Fussballspielen habe einsetzen wollen.
Hansjakob: Ich wollte mit dieser Äusserung meiner Sorge Ausdruck geben, dass die Waffen im Umfeld von Fussballspielen eingesetzt werden könnten. Dass das so vorgesehen war, kann ich aber natürlich nicht beweisen.
 
Reichen der Glaube und der Verdacht, dass solche Waffen beim Fussball zum Einsatz kommen sollen, aus, um einen Zusammenhang zwischen deren Fund und dem Thema Gewalt bei Fussballspielen herzustellen, wie Sie es getan haben?
Hansjakob: Diese Interpretation ist meiner Meinung nach naheliegend und nachvollziehbar, auch wenn sie nicht zu beweisen ist. Sowohl der Fan, in dessen Kofferraum diese Waffen gefunden wurden, als auch jener, der im Internet in Gürtelschnallen eingearbeitete Messer bestellt hat, sind uns als Teil einer kleinen Gruppe bekannt, die an Spielen immer wieder Probleme macht. Wobei einer der Männer bisher nicht vorbestraft ist.
 
Die Fanvereinigung Dachverband 1879 hat die Einladung des Tagblatts für eine Diskussionsrunde mit Ihnen abgelehnt. Was sagen Sie dazu?
Hansjakob: Über das Zulassen von Pyros kann ich nicht diskutieren – hier haben wir keinen Verhandlungsspielraum, weil das Abbrennen von Pyros ein Offizialdelikt ist. Ich bin aber nach wie vor gerne zu einem Gespräch bereit, damit die gegenseitigen Positionen ausgetauscht werden können. 

Interview: Daniel Walt

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Leser-Kommentare:
4 Beiträge
stany (06. September 2012, 18:54)
Dachverband

Selbst der Herr Staatsanwalt scheint nicht verstanden zu haben, was die Aufgabe des Dachverbands ist und dass dieser in der Pyrofrage neutral agiert. Mit ihm über eine allfällige Legalisierung zu diskutieren ist sowieso komplett falsch.

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Matsch (06. September 2012, 17:13)
Aber recht hat er

Thomas Hansjakob hat mit seiner Sicht der Dinge 100%ig die Mehrheit der Bevölkerung auf seiner Seite. Dem Steuerzahler reicht es allmählich, dass einige Dummköpfe meinen, sie könnten machen, was sie wollen. Und wer solche Übeltäter schützt, dem ist auch nicht mehr zu helfen. Mut ist etwas anderes, nämlich dafür einzustehen, dass ein Gesetz oder eine Bestimmung halt eingehalten werden muss.

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Sankt_Gallus (07. September 2012, 00:53)
@MATSCH

Unnötige Hysterieverbreitung!
Schlagstock, Pfefferspray etc, hat auch jeder Türsteher bei sich! Und Steuergelder werden auch anderswo im grossem Masse unnötig verschwendet, dass hingegen interessiert Niemanden! Habe fertig.

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unangan (06. September 2012, 15:11)
der Ring auf der Foto

ist so schillernd wie sein Ego....
lass es gut sein... Wir wissen Deine Einstellung zu irgend welchen Themen....
Weiter zum nächsten "Politikfuchs"... smile...

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