Tagblatt Online, 23. Februar 2012 12:21:00
«Wir wollen einen Top-Mister»
Ralf Huber ist der neue Organisator der Mister-Schweiz-Wahl. (Bild: Benjamin Manser )
Seit dem 1. Januar ist der Gossauer Ralf Huber Geschäftsführer der Mister Schweiz Organisation. Der 38-Jährige spricht über die Sponsorensuche, den neuen Sendetermin – und sein Aquarium.
Herr Huber, das Schweizer Fernsehen überträgt in diesem Jahr die Mister-Schweiz-Wahlen nicht mehr. Als Grund wurden sinkende Zuschauerzahlen genannt. Was hat Sie dazu bewogen, das Amt des Organisators dennoch zu übernehmen?Ralf Huber: Aus meiner Sicht war es ein strategischer Entscheid des Schweizer Fernsehen. Die Zahlen waren super. Das Publikum schätzt solche Anlässe. Ohne Schweizer Fernsehen ist die Herausforderung viel grösser. Da die Show nun auf 3+ ausgestrahlt wird, können wir für unsere Sponsorenpartner jedoch mehr machen. Das wird spannend. Zudem hat die Wahl eine nationale Ausstrahlung. Man bekommt nicht jeden Tag eine solche Chance. Da musste ich zuschlagen.
Sie organisieren schon seit Jahren die Miss-Ostschweiz-Wahlen. Haben Sie ein besonderes Interesse an Schönheitswahlen?
Huber: Ich bin da hineingerutscht. 2007 kam Tele Ostschweiz auf mich zu, weil sie die Wahlen nicht selber durchführen konnten. Da habe ich übernommen. Finanziell ist die Miss-Ostschweiz-Wahl nicht spannend. Deshalb haben wir uns überlegt, ob wir weitermachen sollen. In dieser Phase kam Jürg Marquard mit der Mister-Schweiz-Wahl auf uns zu. Scheinbar machen wir einiges richtig.
Welche Erfahrungen können Sie aus den Miss Ostschweiz-Wahlen mitnehmen?
Huber: Bei den Miss-Ostschweiz-Wahlen setzen wir Botschafter ein. Jede Finalistin bekommt eine Firma zugeteilt, die sie in der Vorbereitungszeit präsentieren muss. Zudem führen wir seit zwei Jahren ein Pre- und End-Casting durch. Beide Instrumente werden nun auch bei den Mister-Schweiz-Wahlen zum Einsatz kommen.
Wie laufen die Castings ab?
Huber: Wir haben rund 300 Anmeldungen erhalten. 120 Männer laden wir ans Pre-Casting in Rapperswil ein. Bis jetzt waren es nur 50. Dort zeigen sich die Kandidaten in Badehose. Eine dreiköpfige Jury wählt die 40 Kandidaten für das End-Casting aus. Hier liegt der Schwerpunkt im Gespräch. Uns interessieren die Geschichten der Männer. Wir wollen nicht zwölf gleiche Finalisten. Sie sollen und müssen Kanten haben.
Gibt es weitere Neuerungen?
Huber: Neu sind nach dem End-Casting noch 14 Kandidaten im Rennen. Erst vor dem zweiten Trainingscamp trennen wir uns nochmals von zwei Bewerbern. Damit wollen wir den Wettbewerb bei den Teilnehmern aufrechterhalten. Alle Medienmitteilungen werden zudem auch auf Französisch verschickt. Wir wollen die Sprachbarriere bekämpfen. Und wir haben eine klare Strategie: Den Schweizer Tourismus stärken. Unsere Trainingscamps finden deshalb in der Schweiz – in diesem Jahr in Davos – statt.
Wissen Sie schon, wie die Finalshow ablaufen soll?
Huber: Die Finalshow 2011 kam beim Publikum sehr gut an. Besonders Elemente wie die versteckte Kamera im Lift, bei der die Kandidaten spontan reagieren mussten. Solche Elemente wollen wir beibehalten. Bei der Präsentation eines Kandidaten waren zwölf Tänzerinnen um ihn herum. Frauen werden wohl in einer Form vorkommen, aber nicht mehr so dominant. Die Kandidaten sollen ihren Mann stehen. Die Wahl von Ende August wird ausserdem erstmals am Sonntagabend übertragen. Wir erhoffen uns dadurch mehr Publikum.
Mussten Sie neue Sponsoren suchen?
Huber: Ja, bei den Sponsoren gibt es massive Veränderungen. Einige Sponsorenpakete waren ans SF geknüpft. Ich habe viele Sponsorengespräche geführt. Alle 14 Tage informieren wir unsere Partner über den Stand. Wir müssen ihnen Futter geben, um möglichst viel herauszuholen und die Leute einbinden, damit sie die Sache gut finden. Zudem versuchen wir ein Sponsorennetz aufzubauen. Mit der Mister-Schweiz-Membercard sollen Sponsoren untereinander Rabatte geben.
Sponsorensuche, Termine, Trainingscamps, Schönheitswahlen – wie entspannen Sie sich?
Huber: Mein Hobby habe ich in meinem Büro: Das Aquarium. Das entspannt mich. Im Moment kommt der Ausgleich sicher zu kurz. Mein nächstes freies Wochenende ist erst Mitte April. Als wir das Mandat angenommen haben, wussten wir aber, dass wir in der Übergangsphase mehr arbeiten müssen.
Haben Sie in ihrer bisherigen Amtszeit etwas erlebt, das Ihnen besonders gut in Erinnerung bleibt?
Huber: Es gibt kein bestimmtes Erlebnis. Ich habe momentan viele Gespräche. Im Gegensatz zu vorher bin ich nun drei- bis viermal pro Woche in Zürich. In grossen, nationalen Firmen werde ich anders empfangen. Als Miss-Ostschweiz-Organisator wurde ich belächelt, jetzt nicht mehr.
Gab es auch Unerfreuliches?
Huber: Es gab etwas Mühsames: Die Leute glaubten, dass die Wahl nicht mehr im Fernsehen übertragen wird, weil sie nun nicht mehr auf SF1 läuft. Oder sie wussten nicht, dass die Wahl überhaupt noch stattfindet. Jetzt bessert sich das langsam.
Was für einen Mister Schweiz wünschen Sie sich in ihrem ersten Amtsjahr als Organisator?
Huber: Wir wollen einen Top-Mister. Einer wie Luca Ruch wäre der beste, den wir haben könnten. Er ist sympathisch, zuverlässig und wandelbar. Perfekt wäre, wenn Schweiz Tourismus einen nationalen Botschafter braucht und den Mister Schweiz an einer Weltausstellung als Sprachrohr für die Schweiz einsetzt, als Repräsentant für die vielseitige Schweiz.
Interview: Maria Kobler-Wyer
Offenes Casting in Rapperswil-Jona
Am Sonntag, 26. Februar, findet in der Mc-Optik-Filiale in Rapperswil-Jona das Pre-Casting statt. Von 10 bis 14 Uhr präsentieren sich 120 Mister-Schweiz-Kandidaten in Badehose der Jury. Sie werden von den Juroren Bianca Gubser, Clifford Lilley und Renzo Blumenthal bewertet. Ab 14 Uhr steht das Casting allen Männern offen. 40 Kandidaten schaffen es dann ins End-Casting.
Im End-Casting steht das Gespräch mit den Kandidaten im Vordergrund. In der Jury sitzen Paola Biason von «glanz&gloria», Sandra Casalini von der «Schweizer Illustrierte», Ursula Knecht, Inhaberin der Model-Agentur Option, Stylistin Luisa Rossi, Raquel Marquard sowie Ralf Huber, Geschäftsführer der Mister Schweiz Organisation. Sie wählen 14 Kandidaten aus, die Ende März/Anfang April ins erste Trainingscamp nach Davos einrücken. Beim zweiten Trainingscamp sind dann nur noch die zwölf Finalisten dabei. (maw)
Am Sonntag, 26. Februar, findet in der Mc-Optik-Filiale in Rapperswil-Jona das Pre-Casting statt. Von 10 bis 14 Uhr präsentieren sich 120 Mister-Schweiz-Kandidaten in Badehose der Jury. Sie werden von den Juroren Bianca Gubser, Clifford Lilley und Renzo Blumenthal bewertet. Ab 14 Uhr steht das Casting allen Männern offen. 40 Kandidaten schaffen es dann ins End-Casting.
Im End-Casting steht das Gespräch mit den Kandidaten im Vordergrund. In der Jury sitzen Paola Biason von «glanz&gloria», Sandra Casalini von der «Schweizer Illustrierte», Ursula Knecht, Inhaberin der Model-Agentur Option, Stylistin Luisa Rossi, Raquel Marquard sowie Ralf Huber, Geschäftsführer der Mister Schweiz Organisation. Sie wählen 14 Kandidaten aus, die Ende März/Anfang April ins erste Trainingscamp nach Davos einrücken. Beim zweiten Trainingscamp sind dann nur noch die zwölf Finalisten dabei. (maw)
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