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Rheintaler, 9. Juli 2012, 09:11 Uhr

Frau bedroht und an die Brust gefasst: Es war ein Teenager

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Hier ereignete sich die Tat: die Liegenschaft Hirschenstrasse 26, wo die Gossauer Musikschule eingemietet ist. (Bild: Michel Canonica)

GOSSAU. Polizei und Jugendanwaltschaft haben einen Teenager ermittelt, der maskiert und bewaffnet einer Frau an die Brust gefasst hat. Die Erleichterung an der Gossauer Musikschule, wo sich der Übergriff ereignet hat, ist gross.

Daniel Walt

«Die Zeit seit diesem Vorfall war belastend. Wir sind erleichtert darüber, dass der Täter eruiert werden konnte.» Das sagt Thomas Burri, Leiter der Musikschule Gossau. Er ist am vergangenen Freitagnachmittag über den Ermittlungserfolg von Polizei und Justiz in einem Fall informiert worden, der sich vor ziemlich genau einem Monat ereignet hatte. Am Dienstagnachmittag, 12. Juni, bedrohte ein bewaffneter und maskierter Täter eine Frau, die ihr Kind an der Hirschenstrasse 26 aus der Musikschule abholen wollte. Der Täter zwang die Frau im Obergeschoss des Gebäudes, sich auf den Boden zu legen und die Brust zu entblössen. Darauf griff er ihr an den Busen und ergriff danach die Flucht.

Fingierter Dialekt
Eine Handvoll Hinweise waren bei der Polizei nach der Tat eingegangen. Laut Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei, brachte keiner von ihnen den gewünschten Erfolg. Erst umfangreiche und gemeinsame Ermittlungen der Polizei sowie der Jugendanwaltschaft führten zum 16-jährigen Schweizer. Welches das entscheidende Puzzleteil in der Suche nach dem Täter war, will Krüsi nicht verraten. Genau so wenig äussert er sich aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes zur Frage, ob der geständige Jugendliche einen Bezug zur Gossauer Musikschule hat. Klar ist so viel: Der Teenager war bis anhin nicht polizeibekannt. Und: Der Jugendliche verstellte sich bei der Tat, indem er das Opfer auf Hochdeutsch mit französischem Akzent ansprach – er redet laut Krüsi normalerweise nämlich Schweizerdeutsch.

«Das wünsche ich niemanden»
Auch Thomas Burri, der Leiter der Musikschule Gossau, äussert sich nicht gross über den Täter. Er lässt einzig durchblicken, dass der 16-Jährige bei seinem Geständnis offenbar erleichtert gewesen sei. «Er realisiert wohl erst jetzt so richtig, was er gemacht hat, und muss nun damit fertig werden», hält Burri fest. Was die betroffene Frau durchgemacht habe, wünsche er niemandem. Das Erlebte belaste sie nach wie vor, sagt Burri. Allerdings sei auch sie froh, dass der Täter habe eruiert werden können - «und dass es ein Jugendlicher war, entschärft die Sache für sie ein klein wenig», hält der Musikschulleiter fest.

Videoüberwachung installiert
Den Angestellten und Absolventen der Musikschule Gossau sei durch den Vorfall wieder einmal in Erinnerung gerufen worden, welche Unsicherheiten es im Leben gebe, hält Thomas Burri grundsätzlich fest. Als öffentliche Institution sei die Musikschule deshalb mit der Frage konfrontiert gewesen, was sie tun könne, um für mehr Sicherheit zu sorgen. So hat die Schule als Reaktion auf den Übergriff im entsprechenden Aussengebäude, wo sie eingemietet ist, eine Eingangskontrolle mit Videoüberwachung installiert. Die Haustüre bleibt somit grundsätzlich geschlossen, ausser die entsprechende Lehrperson bedient den Türöffner.

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Leser-Kommentare:
1 Beitrag
diethelm (09. Juli 2012, 20:38)
Genau hinschauen

Auch wenn der Jugendliche bisher nicht aktenkundig wurde (was nicht heisst, dass er noch nichts angestellt hat!), sollte auf jeden Fall genau untersucht werden, was mit ihm los ist. Immerhin hat er eine Waffe mit sich geführt, was eigentlich bei uns nicht üblich ist, und Sexualtäter haben ein hohes Rückfallrisiko.

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