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Rheintaler, 24. Juli 2012, 07:21 Uhr

Parteigründung ohne Publikum

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Ignaz Bearth (Bild: pd)

ST.GALLEN. Der Uzwiler Ignaz Bearth ist nicht nur Initiant der neuen Direktdemokratischen Partei Schweiz. Er ist auch als Präsident nominiert. Seine Wahl wird aber nicht – wie ursprünglich geplant – in St. Gallen stattfinden.

REGULA WEIK

Die SVP ist einigen Ostschweizern zu links. So auch Ignaz Bearth. Er will daher eine neue, echte rechte Partei gründen – und zwar kommenden Samstag. Ihr Name: Direktdemokratische Partei Schweiz (DPS). Als erster Parteipräsident ist der 27jährige Uzwiler gleich selber nominiert.

«Festgefahren»

Warum eine neue Partei? Ist die Parteienlandschaft in der Schweiz nicht vielfältig genug? Bearth sagt: «Wir gründen die Direktdemokratische Partei Schweiz, weil sich die Parteien in der Schweiz festgefahren haben.» Auch die SVP sei träge geworden. «Wir werden eine wahre Alternative zu den alten Systemparteien sein.»

Wie wird sich die neue Partei politisch positionieren? Klar ist: Sie steht rechts von der SVP. «Unser Vorbild ist die österreichische FPÖ.» Die DPS sei «eine komplett neue patriotische Partei», sagt Bearth. Er will denn auch mit anderen «heimatliebenden Parteien in Europa» zusammenarbeiten.

Vorwurf der Kritiker

Seine Kritiker werfen Bearth – er hatte früher der Partei National Orientierter Schweizer (Pnos) angehört und an Anlässen von Neonazis teilgenommen – vor, er und seine Ideen seien rechtsradikal. Er verwahrt sich dagegen. Die neue Partei sei eine Mitte-Rechts-Partei. Die direkte Demokratie sei ihm wichtig, sagt der Uzwiler. Dem Volk sollten mehr Rechte eingeräumt werden. Wenn es nach Bearth ginge, würde der Bundesrat vom Volk gewählt und die Staatsverträge dem Volk vorgelegt. «Die Regierung dient dem Volk, nicht das Volk der Regierung.»

Bearth tritt ein für «einen konsequenten Schuldenabbau»: «Die unglaubliche Verschuldung, welche die Linken mitzuverantworten haben, muss mit einem massiven Sparkurs ausgeglichen werden.» Gleichzeitig setzt er sich für alternative Energien und den öffentlichen Verkehr ein, und er will KMU fördern. Deutlich ist sein Nein zu einem EU-Beitritt; diese sei mit der direkten Demokratie «in keiner Weise kompatibel».

Das freie Wort

«Der Mensch muss sagen können, was er denkt, denn nur so lassen sich Dialoge führen und Kompromisse finden», sagt Bearth. Trotzdem beantwortet er Fragen lieber via Mail als am Telefon. Vom Medieninteresse sei er überrumpelt worden. Die Parteigründung werde daher nicht öffentlich sein – und auch nicht, wie ursprünglich geplant, in St. Gallen stattfinden.



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Leser-Kommentare:
1 Beitrag
vesche (24. Juli 2012, 15:01)
Plattform

Kann nicht verstehen, warum die Medien diesem Rechtsextremen noch eine Plattform bieten. Seine Kleinstpartei iat wohl kaum von öffentlichem Interesse.

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