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Tagblatt Online, 10. September 2010 01:03:24

«Bitte verlassen Sie das Gebäude»

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In voller Montur rückt die Feuerwehr aus und dringt zum imaginären Brandherd im Untergeschoss vor. (Bild: Bilder: Reto Wälter)

HEERBRUGG. Gestern wurde im Einkaufszentrum «Am Markt» ein Brand mit Rauch simuliert. Die Evakuationsübung verlief ruhig und ohne Probleme. «Nur einige Details müssten bei einem Notfall noch verbessert werden», sagt Urs Hug, Feuerwehrkommandant von Berneck-Au-Heerbrugg.

Reto Wälter

Donnerstag, 9.17 Uhr: Der Alarm geht los. Um keine Panik auszulösen, ist er nicht besonders laut. Gleichzeitig wiederholt eine Stimme ab Band über die Lautsprecher: «Achtung, Achtung, die Liegenschaft muss evakuiert werden. Bitte verlassen Sie umgehend das Gebäude durch die Notausgänge. Benutzen Sie keine Aufzüge. Attention, Attention, Please leave …»

Ruhig, aber zügig geleitet das Verkaufspersonal (die Verantwortlichen sind mit einer leuchtenden Warnweste ausgerüstet) die Kunden aus dem Gebäude und wartet selber bei der Post, dem im Notfallszenario bestimmten Sammelpunkt. Jedes Geschäft ist im Notfall selbst dafür verantwortlich, seine Kunden aus dem Gebäude zu bringen.

Winterkollektion lockt

Einige «Am Markt»-Besucher warten gleich im Eingangsbereich.

Feuerwehrkommandant Urs Hug wird später an der Besprechung sagen, dass zwei Leute bestimmt werden müssten, die Eingangsbereiche bis zum Eintreffen der Feuerwehr zu sichern. Dabei geht es nicht nur um die Sicherheit der Menschen, sondern auch darum, Ladendiebstähle zu verhindern – locken zurzeit doch neue Winterkollektionen. 9.26 Uhr: Der Kommando-Wagen der Feuerwehr trifft ein und drei Minuten später das Tanklöschfahrzeug. «Eine gute Zeit», kommentiert Urs Hug.

Im Gegensatz zum Verkaufspersonal waren die Feuerwehrmänner nicht orientiert und erhielten über den Pager die Nachricht: Alarmstufe 1. So treffen etwa 30 Feuerwehrleute ein.

Dabei wird nicht sämtliches Gerät aufgefahren, Verantwortliche werden von Hug gestoppt. Denn in erster Linie war es nicht eine Übung für die Feuerwehr, sondern für die Mitarbeitenden im Einkaufszentrum. Trotzdem lokalisieren die Feuerwehrmänner schnell die für den Alarm verantwortliche Meldeanlage.

Eine Truppe, ausgerüstet mit Atemschutz-Geräten, zieht mit dem Schlauch los. Als sie im Untergeschoss vorsichtig eine Tür öffnen, quillt Rauch heraus. Im Gegensatz zum Vorfall im vergangenen Jahr, als tatsächlich eine defekte Maschine starken Rauch entwickelte, war es bei dieser ersten gross angelegten Übung die Rauchmaschine der Feuerwehr. So kommt auch deren Entrauchungs-Anlage zum Einsatz. Zusammen mit der hauseigenen Lüftungs-Anlage ist die Luft im Gebäude innert Minuten wieder glasklar.

«Gwundrige» Störenfriede

9.47 Uhr: Wie im Notfallszenario beschrieben, informiert die Feuerwehr die Verantwortlichen der Geschäfte über das Ereignis, und bereits eine Minute später können alle zurück zur Arbeit. Noch vor 10 Uhr beginnt Kommandant Hug die Besprechung mit seinen Mannen. Einziger Kritikpunkt: Der Eingangsbereich mit Kommando- und Löschfahrzeug wurde nicht abgesperrt.

So störten immer wieder «gwundrige» Passanten die Arbeit und standen unkontrollierbar im Eingangsbereich herum. Wenig später wird auch mit den Mitarbeitern des Einkaufszentrums eine Besprechung abgehalten. Urs Hug gefiel, dass das Gebäude ruhig und geordnet verlassen wurde. Die Frage, ob dies auch an einem höher frequentierten Tag der Fall wäre, wenn mehr Kunden wie Verkaufspersonal im «Am Markt» wären, blieb gestern unbeantwortet.





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