Tagblatt Online, 02. Februar 2012 07:42:00
«Stoffel» mit Krippe und Bibliothek
Marlen Hasler Gemeinderätin/Jugendbeauftragte
WIDNAU. Die Stoffel-Liegenschaft wird für 4,05 Millionen Franken saniert. Die Nutzung durch private und öffentliche Mieter wird beibehalten. Neu werden die Kinderkrippe, der Schülerhort und die Bibliothek Räume im «Stoffel» beziehen. Bis im Spätherbst soll die Liegenschaft bezugsbereit sein.
SUSI MIARA
Vor mehr als 26 Jahren hat die Gemeinde Widnau den «Stoffel» gekauft. Dies mit der Absicht, die bewegte und wechselvolle Geschichte der Fabrikliegenschaft abzuschliessen und die Liegenschaft einer Nutzung zuzuführen, die diesem für die Gemeindeentwicklung strategischen und zentralen Standort besser entspricht.
Die in den 1990er-Jahren entwickelte Idee, zusammen mit der katholischen und der evangelischen Kirchgemeinde ein Gemeindezentrum zu erstellen, musste aufgegeben werden, da beide kirchlichen Körperschaften ihre Raumbedürfnisse individuell realisierten. In der Folge wurden die Räume in der Liegenschaft Stoffel an verschiedene Nutzer vermietet. Angesichts des erheblichen aufgestauten Sanierungsbedarfs hat sich der Gemeinderat entschlossen, auf der Grundlage eines neuen Nutzungskonzepts die Liegenschaft zu sanieren.
Sanierung kostet 4,05 Millionen
Die Bewirtschaftung der Kapitalanlagen der Gemeinde und damit die geplante Sanierung des «Stoffels» liegen gemäss Gemeindegesetz und Gemeindeordnung in der abschliessenden Zuständigkeit des Gemeinderates. Gemäss Kostenvoranschlag wird die Sanierung 4,05 Mio. Franken kosten. Dabei noch nicht berücksichtigt bzw. in Abzug gebracht sind Fördermittel aus dem Gebäudeprogramm für energetische Sanierungen. Im März ging der Gemeinderat noch von einer Gesamtsumme von 2,5 Millionen Franken aus. Aus Gründen der Transparenz sind diese Kosten im Budget 2011 aufgeführt. «Wir wollten zuerst nur punktuell sanieren, haben uns dann aber für eine nachhaltige, energetische Sanierung entschieden», sagt Gemeindepräsidentin Christa Köppel auf Anfrage. Die Liegenschaft Stoffel wird sich durch Mieteinnahmen selber tragen.
Alte und neue Mieter
In der ehemaligen Fabrikliegenschaft Stoffel sind der Jugendtreff Stoffel, die Spielgruppe Widnau und der Mittagstisch untergebracht. Eingemietet sind ausserdem das Architekturbüro Hautle+Partner und der Filmclub Rheintal. Nach der Sanierung werden zudem die Bibliothek, die Kinderkrippe und der Schülerhort in den «Stoffel» umziehen. Heute sind der Schülerhort und die Kinderkrippe in einer privaten Liegenschaft eingemietet, die Bibliothek im Dachgeschoss des Gemeindehauses.
«Der neue Bibliothekstandort ist eine gute Alternative, auch wenn uns der Abschied vom Gemeindehaus nach 29 Jahren nicht leichtfällt», sagt die Leiterin der Bibliothek, Vreni Forster. Sie freue sich auf die Synergien mit den anderen Einrichtungen. Ideal sei auch, dass die Bibliothek den geräumigen Mehrzweckraum des Schülerhorts nutzen kann. «Ausserdem sind wir ganz nah an unseren künftigen Lesern.»
Grosse, helle Räume
Ruth Grössl-Nüesch, Leiterin der Kinderkrippen SDM, Villa Sternschnuppe, freut sich auf die neuen, grossen, hellen Räume und den direkten Zugang zum Garten. Ganz besonders freut sie sich auf die Bibliothek, die regelmässig genutzt werden soll. «Es ist ideal, wenn die Kinder jene Bücher aus der Bibliothek holen können, die ihre anspruchsvollen Wieso- und Warum-Fragen beantworten.»
Die Präsidentin des Spielgruppenvereins, Sabina Klingler Negri, ist überzeugt, dass die neuen Räume einen besseren Eindruck bei den Eltern hinterlassen werden. «Wenn die Spielgruppen-Kinder später den Schülerhort besuchen oder den Mittagstisch nutzen, sind ihnen die Einrichtungen bereits vertraut», sagt Sabina Klingler. Die Spielgruppe, der Mittagstisch und der Schülerhort teilen sich im ersten Obergeschoss die Räume. Der Aufenthaltsraum kann multifunktional zum Beispiel von den Vereinen für Versammlungen, oder von der Bibliothek für Lesungen genutzt werden.
Bereits im Spätherbst soll der neue «Stoffel» bezogen werden.
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Kommentar lesen
Kapstadt (02. Februar 2012, 10:51)
Bravo Marlen
Hallo aus Kapstadt. Ich finde es toll, was Ihr in Widnau auf die Beine stellt. Wie Du weisst, kümmere ich mich in Kapstadt auch um Kinder, die in den townships leben. So habe ich diese Woche in einem "Day Care Center", also einer Kindertageskrippe mit einer Bekannten, den Kindern Stricken beigebracht. Hier kommen Kinder von Müttern, die arbeiten müssen. Meistens können sie den Beitrag nicht bezahlen. Die Kinder werden von jungen Frauen betreut und sie bekommen Essen (meist die einzige Mahlzeit). Am Nachmittag nach 3.00 kommen dann noch grössere Kinder dazu, um hier unter Betreuung Schulaufgaben zu machen und auch betreut zu sein. Die Tagesstätte ist sehr sauber, aber natürlich sehr klein und einfach eingerichtet. Wir sind im Moment daran, den Kinderspielplatz etwas zu gestalten, denn er steht in der prallen Sonne auf Sandboden und ist natürlich so heiss, dass man ihn kaum betreten kann.
Beitrag kommentierenDie Kinder sind sehr fröhlich und natürlich laut.
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