Tagblatt Online, 17. April 2010 01:02:18
Keine Bussen mehr vom Zürcher
Nach der Ermahnung und Verwarnung stellt Bruno Johann Bussen mit Einzahlungsschein aus. Er kontrolliert regelmässig tagsüber die Blaue Zone und hat allgemein ein Auge auf Ruhe und Ordnung. (Bild: Bild (gestellt): René Schneider)
Kontrolleure aus Zürich (!) verteilen Parkbussen in Heerbrugg, wurde dem «Rheintaler» zugetragen. Die Recherche ergab: Der Chef der «BS-Wache» fuhr ein paar Monate das Auto seines Vaters. Jetzt steckt er Bussen als St. Galler.
René schneider
Heerbrugg. «Offenbar stellt die Gemeinde Au für die Kontrolle der Parkplätze private Sicherheitsleute an, welche mit ZH-Nummern rumfahren», berichtete ein Leser dem Rheintaler. Ein Kollege von ihm sei von einem Zürcher gebüsst worden – obwohl jener sein Auto «auf einem ganz normalen weissen Parkplatz abgestellt habe.
Bruno Johann, Geschäftsführer der B+S-Wache in Heerbrugg, ist sich sicher: «Der Anwohner wurde mindestens einmal informiert über die Parkkarte (Kasten) der Gemeinde und mindestens einmal vorgewarnt.» Wenn er die Autonummer wisse, könne er das belegen.
Alles genau aufgelistet
Wenn Bruno Johann nachts die abgestellten Autos kontrolliert, hat er Listen mit Dutzenden von Autokennzeichen dabei; sortiert nach Nummern, nach Strassen, nach Datum. Fällt ihm ein Auto ohne Parkkarte auf, sieht er nach und weiss auf den Tag genau, wann und wo dieses Auto abgestellt war über Nacht auf Gemeindegebiet, wann und wo schon ein Merkblatt an die Scheibe gesteckt wurde, wann und wo eine Verwarnung und wie viele Tage seit der letzten Verwarnung verstrichen sind.
«Das Ziel ist nicht, möglichst viele Bussen zu stecken, sondern Ordnung zu erreichen und gleiches Recht für alle.» So laute sein Auftrag von der Gemeinde Au. Seit dem Einführen der Parkkarten (Kasten) letzten Herbst habe sich die Lage beruhigt, und die Akzeptanz der Karten sei gross.
Darum werde noch regelmässig, aber nicht mehr so häufig wie am Anfang kontrolliert.
SG-Schild besser akzeptiert
Zum Vorwurf, «Zürcher» würden Bussen verteilen, schmunzelt Bruno Johann: «Ich war Ende letzten Jahres zwei Monate lang mit dem Auto meines betagten Vaters unterwegs. Er hatte es mir überlassen, weil er nicht mehr fahren will – und bis Ende Jahr war eben alles schon bezahlt.»
Dass er mit dem ZH-Schild auf eine andere Akzeptanz stösst als mit dem SG-Schild habe er nicht nur bei seinen nächtlichen Kontroll-Runden erfahren: «Ich wurde im Rheintal nie so häufig von Polizei und Grenzwacht kontrolliert wie in jener Zeit.»
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