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Rheintaler, 06. August 2012 01:37:00

Mäder – Kriessern keine Lösung

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Bei der Ausreise nach Vorarlberg gibt es ebenso Probleme. Zeitweise staut sich der Verkehr zurück auf die Autobahn und Richtung Dorf.

KRIESSERN. Bis Juni durften Lastwagenfahrer ab Güterbahnhof Wolfurt bei der Einreise in die Schweiz nur in Au die Grenze passieren. Bis Ende Oktober können Chauffeure, die in Richtung Chur müssen, auch den Weg über Kriessern wählen.

KURT LATZER

Die österreichische Polizei und das Land Vorarlberg hatten für den Versuch grünes Licht gegeben. Involviert in das Pilotprojekt «Entlastung Lustenau» sind auch die Schweizer Zollbehörde und die Kantonspolizei St. Gallen. Im Juni wurde der am Zollamt Güterbahnhof Wolfurt abgefertigte Schwerverkehr mit Fahrtrichtung Chur über Altach –Mäder – Kriessern in die Schweiz umgeleitet. Mit diesem Test sollte abgeklärt werden, ob der Grenzübergang Mäder – Kriessern den Mehrverkehr verkraften kann.

Pilotprojekt verlängert

Walter Portmann, Zollinspektor des Zollkreises Rheintal, ist über den bisherigen Verlauf des Versuchs enttäuscht. «Täglich werden in Wolfurt etwa 250 bis 300 Lastwagen abgefertigt. Etwa ein Drittel davon fährt Richtung Chur und könnte über Kriessern auf die A13 gelangen.» Anstelle der 90 bis 100 Lastwagen seien bisher aber nur 25 bis 40 pro Tag über Mäder – Kriessern gerollt. Um sich ein genaueres Bild machen zu können, werde das Projekt bis Ende Oktober weitergeführt. Wie sich bis jetzt gezeigt hat, ist das Verkehrsaufkommen morgens am grössten. «Dann kommt es schon vor, dass sich die Lastwagen auf der Brücke zwischen Mäder und Kriessern stauen, auch wenn die Fahrzeuge aus Wolfurt nur kurz halten müssen», sagt Walter Portmann.

Dies wiederum verärgere die anderen Verkehrsteilnehmer – vor allem die Pendler, weil ein Überholen der Lastwagenkolonne kaum möglich ist.

Gemeinden nicht begeistert

Die Begeisterung über den Versuch hält sich nicht nur bei den Bürgermeistern von Altach und Mäder in Grenzen, sondern auch beim Oberrieter Gemeindepräsidenten. «Die Umleitung des Schwerverkehrs mit Fahrtrichtung Chur aus Wolfurt ist sicher keine Dauerlösung», sagt Rolf Huber. Der Gemeinderat Oberriet sei über das Pilotprojekt informiert worden, «mehr aber nicht». Er sieht das Problem allein bei den Nachbarn. «Als einzige Lösung des Schwerverkehrsproblems sehe ich eine neue Verbindungsstrasse in die Schweiz. Der Anschluss auf unserer Seite bei St. Margrethen wäre ja längst parat.» Seine Vorarlberger Amtskollegen sind der Meinung, die Achse Altach – Mäder – Kriessern sei jetzt schon genug belastet.

Auch Exportverkehr ein Problem

Auch wenn die Lastwagen direkt beim Zoll auf die A13 fahren können, ist Kriessern von Mehrverkehr betroffen, ist Rolf Huber überzeugt. Probleme gebe es nämlich nicht nur bei der Einreise von Lastwagen, sondern auch im Export. Dies bestätigte sich auch letzten Donnerstagnachmittag. Weil beim Kriessner Zoll in Richtung Vorarlberg nur ein bis zwei Lastwagen Platz haben, staute sich der Verkehr zurück auf die Autobahn und Richtung Dorf. «Wir lassen uns überraschen, wie das mit dem Versuch weitergeht», meint der Oberrieter Gemeindepräsident und verlangt: «Bevor aus dem Projekt eine Dauerlösung gemacht wird, müssen wir angehört werden.»

Wie viel Schwerverkehr der Grenzübergang Mäder – Kriessern verträgt, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Denn wegen Bauarbeiten in Lustenau sollen noch mehr Lastwagen über Altach – Mäder – Kriessern geleitet werden.




Leser-Kommentare:
1 Beitrag

Kommentar lesen

amattes (05. August 2012, 15:29)
Keine Lösung? Kürzeste Verbindung

Es erstaunt schon, dass man nicht wahrhaben will, dass die Vorarlberger und die Rheintaler Autobahn bei Kriessern - Mäder am nächsten zusammen liegen. Damit würde am wenigsten wertvolles Kulturland geopfert und wahrscheinlich wären auch weit weniger Menschen vom Verkehr betroffen. Aber eben...

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