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Tagblatt Online, 04. September 2010 01:01:20

«Mitmachen, auch über Facebook»

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Gruppenfoto: Die 15 erschienenen Jungbürger posieren mit dem Gemeinderat.

ST.MARGRETHEN. Die Gemeinde St. Margrethen führte gestern Abend die Jungbürger-Feier durch. Gemeindepräsident Reto Friedauer sprach vor 15 Jugendlichen über Gewalt und die Beteiligung am Gemeindeleben von St. Margrethen.

Samuel Tanner

84 Einladungen wurden verschickt, 21 Jugendliche meldeten sich an, 15 kamen schliesslich zum Gemeindehaus, gestern Abend. «Das sind viele Abwesende», konstatierte Gemeinderatsschreiber Felix Tobler. «Scheinbar setzen die fern gebliebenen Jugendlichen andere Prioritäten.»

Vortrag des Fahrschul-Zentrums

Nach einem Apéro mit dem Gemeinderat stand ein gemeinsamer Spaziergang ins Vikariat auf dem Programm, wo ein Vortrag des «Driving Center Sennwald» (Fahrschul-Zentrum) auf die Jugendlichen wartete.

Für das Abendessen blieben die Teilnehmer im Vikariat, ein Catering-Service war für den kulinarischen Teil verantwortlich. Felix Tobler sagte über die Ziele des gestrigen Anlasses: «Wir möchten den Jugendlichen zeigen, dass wir sie ernst nehmen.» Zu den vielen Abwesenden sagte Sandro Lutz, eingeladener Jungbürger, vor dem Apéro: «Es ist halt eher ein Vortrag als eine Feier.»

Beim Apéro waren einerseits die Abwesenden, andererseits die Bauprojekte von St. Margrethen Themen, die bewegten. Reto Friedauer legte den Schwerpunkt seiner Begrüssungsrede auf andere Gesichtspunkte. «Ich will euch aufmuntern, am Gemeindeleben unseres Dorfes mitzumachen», sagte er. Egal ob in einem Verein, in einer Partei oder als Wähler an der Urne – wichtig sei, dass man Verantwortung übernehme.

Rundschau-Beitrag als Thema

Als positives Beispiel, wie sich Jugendliche am Gemeindeleben beteiligen können, nannte Fried- auer die Facebook-Aktion rund um einen Fernsehbeitrag: Die «Rundschau» des Schweizer Fernsehens hatte im Frühling ein tristes Bild von St. Margrethen gezeichnet. Die Reaktion blieb nicht aus: Auf dem Gesellschafts-Netzwerk Facebook wehrten sich 400 St. Margrether – vornehmlich Jugendliche – gegen diesen Beitrag. «Das ist ein vorbildlicher Einsatz», betonte Friedauer.

Einen anderen Aspekt der heutigen Zeit findet der Gemeindepräsident wesentlich bedenklicher: «Die Gewalt hat Formen angenommen, die man nicht akzeptieren darf.» Er ermutigte die angehenden Volljährigen, selbst Grenzen zu ziehen und durchzusetzen.

Sprach der Anlass mehr als drei Viertel der Eingeladenen nicht an, so hinterliess die Rede von Fried- auer bei den Anwesenden wohl einen bleibenden Eindruck; er redete über jene Themen, die Ju- gendliche von heute bewegen.





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