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Rheintaler, 20. August 2012, 08:05 Uhr

Die Frauen holen sich den Sieg

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Strahlende Siegerinnen: Helena Bangert und Edith van de Weterring siegen mit «Back to the Roots», Kirk Rademaker und Wilfred Stijger (hinten) müssen sich geschlagen geben (v. r.). (Bild: Bilder: Corina Tobler)

RORSCHACH. Das Experiment Partnertausch ist geglückt. Die Holländerinnen Edith van de Weterring und Helena Bangert gewinnen das Sandskulpturen-Festival vor Wilfred Stijger und Kirk Rademaker. Beim Publikumspreis ist die Reihenfolge umgekehrt.

CORINA TOBLER

Für sie sei das Festival ein Erfolg, wenn sie die Jungs schlagen könnten, witzelten die Holländerinnen Helena Bangert und Edith van de Weterring Mitte Woche (Tagblatt vom 15. August). Der durch ihren Partnertausch heraufbeschworene Geschlechterkampf zwischen ihnen und ihren langjährigen Teamkollegen, Wilfred Stijger und Kirk Rademaker, sorgte die ganze Woche über für Gelächter bei den Carvern.

Mit Ortsbezug und Bewegung

Am Samstag dann der Augenblick der Wahrheit: Die Prämierung der Skulpturen. Die Jury um Architekt Sergej Klammer, Fotograf Stefan Rohner sowie Architekt und Stadtrat Ronnie Ambauen diskutiert zwei Stunden lang über die neun Werke zum Thema «Modern Ways of Living». Wichtig ist den dreien nicht nur der technische Aspekt, sondern auch der Einbezug der Lokalität und die thematische Vielfalt der Skulpturen, wie Sergej Klammer ausführt.

Er spricht von einem eindeutigen Ergebnis und kürt die überraschten Holländerinnen zu den Siegerinnen – vor ihren früheren Partnern und dem bulgarischen Duo Volodymyr Milikov und Kateryna Degtiarova. «Das Werk <Back to the Roots> hat tollen Ortsbezug, weil der Baum Teil der Skulptur ist. Zudem haben die beiden als einziges Team das Element Bewegung eingebaut», begründet Klammer den Jury-Entscheid.

Blumenstrauss statt Trophäe

Nach der Verkündung der Publikums-Wertung kennt die Freude beim experimentierfreudigen Quartett keine Grenzen mehr. Den überlegenen Sieg mit einem Drittel der Stimmen holen sich nämlich Wilfred Stijger und Kirk Rademaker – vor den beiden Frauen und den Litauern Donatas Mockus und Inese Valtere-Ülande. Das bedeutet, dass die Männer zwar zwei Blumensträusse statt einem ergattern, die Frauen aber die Siegestrophäe und den knappen Sieg im internen Duell. Übermütig ballen die Siegerinnen die Faust. «Ein tolles Gefühl, den Pokal erneut zu halten», sagt van de Weterring grinsend zu Stijger. Für sie ist es der dritte Titel in Rorschach, er bleibt auf den zwei gemeinsamen sitzen. «Diese Fieslinge, sie kosten das jetzt richtig aus», klagt er gespielt gekränkt – nur um die beiden gleich darauf herzlich zu beglückwünschen.

Planlosigkeit als Erfolgsrezept

Mit dem Sieg von Helena Bangert und Edith van de Weterring übernimmt Holland nach zwei Jahren Unterbruch wieder das Zepter auf der Arionwiese. Die Siegerinnen verdienten sich ihren Erfolg mit harter Arbeit . Zunächst verschoben sie mühsam ihren Sandhaufen hin zum Baum, für dessen Einbezug die Jury sie so lobte. Danach schälten sie geduldig eine menschliche Figur nach der anderen aus dem Sand. «Die Arbeit hat grossen Spass gemacht, es passte einfach. Auch wenn wir bis zur letzten Minute Vollgas geben mussten.»

Was war denn das Erfolgsrezept der neu formierten Teams? Helena Bangert hat eine verblüffende Antwort: «Planlosigkeit. Wir kamen ohne Skizzen und haben unsere Skulpturen erst hier entwickelt.» Nach ihrem Sieg sind die vier hingegen voller Pläne. Der erste davon: Es im Festzelt so richtig krachen lassen.



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