Tagblatt Online, 28. Januar 2012 01:03:00
Jüngste Partei will einen Sitz
REGION RORSCHACH. Die Parteienlandschaft der Region Rorschach wird bunter. Seit Anfang Januar, just auf die Kantonsratswahlen hin, gibt es auch die EVP. Sie schickt gleich neun Kandidaten ins Rennen.
MARIANNE BARGAGNA
Drei Tage nach Jahresbeginn wurde die EVP des Wahlkreises Rorschach in Goldach gegründet. Sechs Tage später konnte die jüngste Partei im Wahlkreis bereits neun Frauen und Männer vorstellen, die bereit sind, für den Kantonsrat zu kandidieren. Das macht den ersten Präsidenten, Wieland Bärlocher, «glücklich», wie er selbst sagt. «Eine volle Liste mit dem höchsten Frauenanteil. Da steckt Potenzial dahinter», sagt er und fügt an: «Wir sind fest entschlossen. Wir wollen einen Sitz.»
Keine «Streichelpartei»
Für Wieland Bärlocher ist die neue Partei im Wahlkreis Rorschach gleichbedeutend mit einer neuen Kraft. Eine Kraft, die sich für die Familien, die Aus- und Weiterbildung einsetzen werde. Und eben darum müsse die EVP im Wahlkreis Rorschach, einem Bildungsstandort, vertreten sein. Die EVP sei aber auch eine Kraft, die sich immer dort einmischen werde, wo es um die Würde des Menschen gehe. Die EVP sei aber keine «Streichelpartei», betont Bärlocher. Sie stehe zum Beispiel für eine soziale Marktwirtschaft ein. Soziale Marktwirtschaft funktioniere aber nicht nach dem «Giesskannen-Prinzip. Der Staat soll keine «Glucke» sein und sich überall dort zurückhalten, wo die Menschen in Eigenverantwortung selber etwas tun können.
Seit 93 Jahren gebe es die EVP in der Schweiz. Nun sei es an der Zeit, dass es sie auch im Wahlkreis Rorschach gebe, sagt Bärlocher und fügt an, dass die EVP die erste Volkspartei gewesen sei und sich seit Anbeginn für Werte, Gerechtigkeit und Lebensqualität für alle einsetze.
Etwas bewegen
An der Gründungsversammlung in Goldach wurde Wieland Bärlocher zum ersten Präsidenten der EVP Kreis Rorschach gewählt. Er, der Initiant, politisiere nicht, weil er den Geruch von Sitzungszimmern möge, sagt er. «Sondern weil sich mit Politik in unserer Demokratie etwas bewegen lässt.» Unterstützt wird Bärlocher im Vorstand von Vizepräsident Karl Studach aus Berg, der Kassierin Dora Soller aus Mörschwil und vom Beisitzer Daniel Barandun aus Thal.
In den genehmigten Statuten wird unter anderem auch festgehalten, dass die EVP des Wahlkreises Rorschach Bürgerinnen und Bürgern aus allen Kreisen der Bevölkerung offen stehe, «die sich aktiv am politischen Geschehen beteiligen wollen und sich bei ihren Stellungnahmen zu öffentlichen Angelegenheiten von den Grundgedanken des Evangeliums von Jesus Christus leiten lassen». Werden da nicht Personen anderer Religionen ausgeschlossen? Nein, winkt Wieland Bärlocher ab. Auch Interessierte anderer Religionen würden in der EVP mit offenen Armen aufgenommen, «denn die Partei lebt von der Vielfalt».
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