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Rheintaler, 18. Juli 2012, 15:43 Uhr

«Jugendbewilligungen sind unnötig»

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Zürcher Stadtpolizisten setzten Wasserwerfer ein gegen die Randalierer. (Bild: Keystone)

ST.GALLEN. Nach der illegalen Party am Samstag am Marktplatz ist die Idee von Spezialbewilligungen aufgekommen. Zürich hat mit diesen in den letzten Monaten gute Erfahrungen gemacht. Für die St.Galler Stadtpolizei sind sie jedoch unnötig.

Tobias Hänni

Die nächste Party ist schon angesagt: Gemäss einem anonymen SMS-Aufruf soll am 31. Juli auf den Drei Weieren illegal gefeiert werden. Dies, nachdem am Samstag eine Party mit 400 junge Menschen auf dem Marktplatz in eine Strassenschlacht ausgeartet ist. Polizeikommandant Pius Valier sprach danach davon, «ein nächstes Mal von Anfang an mehr Einsatzkräfte aufzubieten.» Gleichzeitig dachte Stadtrat Nino Cozzio laut über die Einführung von Jugendbewilligungen nach, wie sie derzeit in Zürich getestet werden.

Positive Bilanz
Die Zürcher Stadtregierung führte die Bewilligungen im April ein, nachdem es im vergangen Herbst an illegalen Parties zu Ausschreitungen gekommen war. Zuständig für die Erteilung einer Bewilligung ist eine dreiköpfige Arbeitsgruppe. Nach drei Monaten zieht Patrick Pons vom Zürcher Schul- und Sportdepartement eine positive Bilanz. «Von 20 Gesuchen haben wir 16 bewilligt», sagt das Mitglied der Gruppe.

Gut für beide Seiten
Eine der Auflagen für eine Bewilligung ist, dass auf Social-Media-Plattformen nicht in öffentlichen Gruppen für den Anlass geworben wird. Des Weiteren dürfen nicht mehr als 400 Leute daran teilnehmen, mindestens eine Person muss die Verantwortung tragen und Anwohner dürfen durch das Feiern nicht gestört werden.  Parties werden deshalb nur «an abgelegenen Orten» bewilligt. Trotzdem: Die neue Regelung scheint für beide Seiten aufzugehen. «Die Jugendlichen haben die Gewähr, dass sie feiern dürfen», sagt Pons. Und die Polizei habe eine Ansprechperson.

Trotz den positiven Erfahrungen in Zürich sieht die St.Galler Stadtpolizei die Jugendbewilligungen als unnötig an. «Wir bieten bereits Hand für Parties auf öffentlichem Boden», sagt Mediensprecher Benjamin Lütolf.

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