Tagblatt Online, 23. Februar 2012 01:06:00
«Südspange» polarisiert weiter
Zwar ist nicht klar, ob und wann eine A1-Engpassbeseitigung gebaut wird. Die Meinung der Kantonsrat-Kandidierenden aber ist gemacht – entlang des verkehrspolitischen Grabens.
Jährlich nimmt der Verkehr auf der Stadtautobahn um rund zwei Prozent zu. Auch die steigende Zahl der Unfälle ist Zeichen dafür, dass sie die Kapazitätsgrenze erreicht hat. Die verkehrspolitische Knacknuss der kommenden Jahre im Raum St. Gallen lautet daher: A1-Engpassbeseitigung. Rasch ist diese allerdings nicht zu haben. Der Bund will demnächst informieren, welcher Variante er den Vorzug gibt (Ausgabe vom 20. Dezember 2011). Neben der «Südspange», die in zwei Tunnelröhren von einer neuen Verzweigung «St. Gallen West» zum Neudorf geführt würde, sind zwei weitere Möglichkeiten im Rennen.
Entschieden wird in Bern
Mit dem Entscheid des Bundes ist aber noch nicht klar, wann und ob die A1-Entlastung überhaupt gebaut wird. Ob das Projekt Chancen hat, wird sich frühestens Ende 2013 entscheiden, wenn das nationale Parlament über die Beseitigung der Engpässe im Nationalstrassennetz berät. Die Resultate der Online-Wahlhilfe Smartvote bei der Frage zur A1-Engpassbeseitigung zeigen ein klares Bild entlang des verkehrspolitischen Grabens. Die Kandidierenden von SVP, CVP und FDP für den Kantonsrat aus dem Wahlkreis St. Gallen sind deutlich für den A1-Ausbau. SP, Juso, Grüne und Junge Grüne sind klar dagegen. Linksgrün möchte stattdessen den öV fördern. Unentschlossen zeigen sich die Grünliberalen: Der jeweils grösste Prozentsatz sagt entweder «eher ja» oder «eher nein».
Ein paar Dissidenten
Ein paar Dissidenten gibt es allerdings. Bei der SVP sagt ein Kandidierender «eher nein» zur Engpassbeseitigung. Und bei der CVP sagt sogar eine Kandidierende «Nein». Umgekehrt gibt es bei den Grünen auch Zustimmung zum A1-Ausbau. Aktuell haben 81 Prozent der 231 Kandidierenden aus dem Wahlkreis St. Gallen Smartvote ausgefüllt. (kl)
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