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Rheintaler, 18. August 2012, 01:33 Uhr

Drahtlos in St. Gallen unterwegs

St. Galler Wireless Zoom

Im Tagblatt-Test funktioniert «St. Galler Wireless» einwandfrei. (Bild: Urs Bucher)

Seit Mittwoch gibt es in Teilen der Stadt gratis ein mobiles Datennetz namens «St. Galler Wireless». Reichen die Geschwindigkeiten aus, um Videos zu schauen oder Fotos auf Facebook zu posten? Das Tagblatt hat den Test gemacht.

RENÉ RÖDIGER

1 Mbit/s für den Gratiszugang, 100 Mbit/s für bezahlende Kunden. Diese Geschwindigkeiten verspricht zumindest die Stadt St. Gallen für ihr neues «St. Galler Wireless» (Ausgabe vom 16. August). Doch welche Geschwindigkeiten werden beim Senden der Daten tatsächlich erreicht?

Problemloses Einwählen

Das Einwählen funktioniert schon mal problemlos: Mit dem Netz «St. Galler Wireless» verbinden und den mobilen Browser starten. Automatisch gelangt man auf die Startseite des neuen Angebots und hat nun die Möglichkeit, zwischen dem Bezahl- und dem Gratiszugang zu wählen. Der kostenlose Zugang ist auf 30 Minuten beschränkt, danach muss man sich erneut anmelden.

In einem nächsten Schritt muss eine gültige Mobiltelefonnummer angegeben werden. Damit kann das Gerät eindeutig identifiziert und Missbrauch vermieden werden. Die Nummer wird über einen SMS-Bestätigungscode verifiziert.

Schneller als versprochen

Am Bahnhof konnten für das Gratisangebot bis zu 22 Mbit/s Download-Geschwindigkeit gemessen werden. Einiges schneller also als versprochen. Damit lassen sich zum Beispiel problemlos auch grosse Bilder auf Facebook hochladen oder YouTube-Videos in hoher Auflösung anschauen.

Mobil im drahtlosen Netz

Der nächste Test im Bus: Derzeit steht das Angebot erst in drei Bussen der Verkehrsbetriebe St. Gallen zur Verfügung. Diese fahren auf den Linien 1/4, 3 und 5. Erkennbar sind sie am «St. Galler Wireless»-Logo im Innern des Busses.

Wie erwartet sind hier die Geschwindigkeiten nicht so hoch wie beim Bahnhof, da auf eine «fahrende» Verbindung zurückgegriffen werden muss. Das Einwählen ins drahtlose Netz geht auch im Bus problemlos, die höchste gemessene Geschwindigkeit ist bei unserem Test 1,3 Mbit/s. Also wird auch hier das versprochene Tempo überschritten. Die Geschwindigkeit ist für die meisten Internetseiten schnell genug, bei Videos gibt es eine kurze Wartezeit.

Erste Zwischenbilanz: Der Gratiszugang ist schnell genug, um im Internet zu surfen, Bilder auf den sozialen Netzwerken zu teilen und Videos zu schauen. Allerdings sind 30 Minuten eher knapp bemessen. Besonders für Touristen auf ausgedehnten Stadtrundgängen dürfte diese Zeitbeschränkung Probleme bereiten. Ein weiterer Wermutstropfen für Touristen: Die Anmeldeformulare sind online nur auf Deutsch verfügbar. Hier wäre zumindest eine englische Alternative wünschenswert.

Premium für Geschäftskunden

Die Zeitlimite lässt sich übrigens auf zwei Arten umgehen: Die einfache Variante ist das erneute Einwählen ins Netz. Etwas kostspieliger ist die zweite Möglichkeit: Für 5 Franken pro 2 Stunden, 10 Franken für einen ganzen Tag und 69 Franken für 30 Tage kann die höhere Geschwindigkeit abonniert werden.

Allerdings richtet sich dieses Angebot wohl eher an Geschäftskunden. «Normale» User und Touristen werden bereits mit den gedrosselten Geschwindigkeiten zufrieden sein und kaum je Bedarf für ein Hochgeschwindigkeitsnetz haben. Zudem sind die Preise für dieses Angebot wenig attraktiv.

Wer trotzdem einmal das schnelle Netz testen will, kann dies am St. Galler Fest machen: Dann nämlich schaltet die Stadt dieses für alle Nutzer auf – ohne Zeitbeschränkung.



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