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Rheintaler, 21. Juli 2012, 10:29 Uhr

Hostettler kandidiert für beide Räte

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Will zurück in die Politik: Christian Hostettler tritt mit neuer Partei an. (Bild: Ralph Ribi)

ST.GALLEN. Christian Hostettler stellt sich sowohl für das Stadtparlament als auch für den Stadtrat zur Wahl. Der ehemalige SVP-Politiker tritt für die «Volkspartei der Stadt St.Gallen» an. Mit ihr will er den «politischen Einheitsbrei» rühren.

DAVID GADZE

Die Kandidatenliste für die St. Galler Stadtratswahlen ist um einen Namen reicher: Wie bereits angekündigt (Ausgabe vom 16. Juli), hat das ehemalige SVP-Urgestein Christian Hostettler gestern an einer Medienkonferenz seine Kandidatur bekanntgegeben. Er steigt für die Volkspartei der Stadt St. Gallen, die sich zurzeit noch in Gründung befindet, ins Rennen.

Daneben kandidiert er auch für das Stadtparlament. Die Liste mit den Namen der Kandidierenden wird seine Partei erst am Montag, dem letzten Tag der Einreichefrist, bekanntgeben. «Sie ist noch nicht komplett», sagt er.

Keine Verbindung mehr zur SVP

2006 wurde Hostettler nach diversen Alleingängen und Zerwürfnissen aus der städtischen SVP-Fraktion ausgeschlossen. Nachdem der Versuch, sich mit ihr zu versöhnen und für sie zu kandidieren, scheiterte, ist der langjährige Stadt- und Kantonsparlamentarier letzte Woche auch aus der Kantonalpartei ausgetreten. «Jetzt bin ich parteiunabhängig und nur gegenüber dem Volk verpflichtet», sagt er.

Immer noch kampfeslustig

Die Kampfeslust ist Hostettler während seiner vierjährigen Absenz im Stadtparlament nicht abhanden gekommen. «Ich werde die SVP von jetzt an nicht mehr schonen. Sie ist für mich gestorben, und ich distanziere mich ab heute von ihr, wenn auch mit Bedauern», sagt er. Bei der SVP habe man es nicht gern gesehen, dass er eine eigene Meinung gehabt habe. Diese würde seine ehemalige Partei umso mehr spüren, sollte ihm die Wahl gelingen.

Vor vier Jahren wurde Christian Hostettler mit seiner Einerliste «Bürgerstimme ohne Maulkorb» mit deutlichem Resultat aus dem Stadtparlament abgewählt. Danach hatte er erklärt, auf Parlamentsebene nicht mehr aktiv werden zu wollen. Woher kommt nun der Sinneswandel? Als freier Bürger könne er zu den «vielen komischen Entscheiden» des Stadtparlaments nicht einfach Ja sagen, sagt der 63-Jährige.

«Ich habe eine Abneigung gegen die Art, wie heute politisiert wird.» Bis auf die SP, die eine eigenständige Politik mache, bestehe das Parlament aus einer grossen Mitte, die ein «abgekartetes Spiel» betreibe und die er als «Politfilz» bezeichnet. Es werde vor sich «hingedümmelt». «Ich will den Einheitsbrei rühren und dem Volk eine Stimme geben.»

Volkspartei will zwei Sitze holen

Die Volkspartei der Stadt St. Gallen rechnet damit, einen oder zwei Sitze im Stadtparlament erobern zu können. Eine optimistische Erwartung, fehlten Hostettler bei den vergangenen Erneuerungswahlen doch rund 5500 Stimmen zur Wiederwahl. «Wichtig ist, dass ich nicht allein auf der Liste bin und den Wahlkampf aktiver betreibe als letztes Mal», sagt er.



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