Tagblatt Online, 01. Februar 2012 08:33:00
Optimaler gepfadet dank Technik
Das Eiswarnsystem in Wald-Schönengrund, das auf der gleichen Meereshöhe wie die Wasserfluh ist, zeigt den Mitarbeitern des Strassenkreisinspektorats stets den aktuellen Strassenzustand an. (Bild: Sabine Schmid)
TOGGENBURG. In diesem Winter greifen die Mitarbeiter des Strassenkreisinspektorats Wattwil auf technische Hilfsmittel zurück, um den Strassenzustand zu ermitteln. Neben der eigenen Einschätzung der Wettersituation hilft ihnen der Computer mit zu entscheiden, ob gepfadet werden muss.
SABINE SCHMID
Der Werkhof des Strassenkreisinspektorats im Flooz in Wattwil liegt auf einer Höhe von rund 610 Metern über Meer. Zuständig sind dessen Mitarbeiter für die Schneeräumung zwischen Lütisburg und Krummenau, eingeschlossen die Strassen nach Hemberg, Krinau und Wald-Schönengrund. Dies stellte sie gerade im Winter vor das Problem, dass sie den Strassenzustand an entfernteren und höher gelegenen Stellen nicht genau kannten. Die Entscheidung, ob die Fahrbahn gepfadet oder gesalzen werden musste, fällten die zuständigen Personen aufgrund langjähriger Erfahrung. «Meistens lagen sie richtig», attestiert Strassenkreisinspektor Felix Brander.
Durch Technik unterstützt
Nun setzt das Strassenkreisinspektorat mit den Eiswarnsystemen auf moderne Technik. An fünf Standorten – bei Kirchberg, auf der Äulibrücke in Lichtensteig, bei Wildhaus, bei St. Peterzell und bei Wald-Schönengrund – wurde je eine Sonde in den Strassenbelag verlegt. Diese misst die Bodentemperatur. Dieselben Stellen werden durch eine Kamera etwa alle zehn Minuten fotografiert und die Bilder ins Büro des Strassenkreisinspektorats übertragen. Darauf ist ersichtlich, ob die Fahrbahn an dieser Stelle schneebedeckt, nass oder trocken ist. Eine Wetterstation meldet zudem die Niederschläge. Sie kann zwischen Regen und Schnee unterscheiden. Damit das System über genügend Licht verfügt, sind neben dieser Kamera Strassenlampen aufgestellt. «Aufgrund der Meldungen von diesen Stationen können wir uns ein abgerundetes Bild des gesamten Strassenzustands machen», erklärt Felix Brander und nennt ein Beispiel: Ist die Fahrbahn nass und die Temperatur unter den Gefrierpunkt gesunken, dann wird ein Streufahrzeug losgeschickt.
Schneller im Einsatz
Der Strassenkreisinspektor sieht in der Anwendung dieser technischen Hilfsmittel den Vorteil, dass die Räumungs- und Streufahrzeuge schneller im Einsatz sind. Trotzdem möchte er nicht, dass seine Mitarbeiter von der Technik abhängig sind. «Wir haben bewusst entschieden, dass bei prekären Verhältnissen kein Alarm ausgelöst wird», betont Felix Brander. So müssten seine Mitarbeiter weiterhin in Eigenverantwortung die Situation beurteilen und selber entscheiden. Damit spielt der Ausfall einer Alarmmeldung keine Rolle.
Mehr Schnee im Neckertal
Obwohl die Eiswarnsysteme in diesem Winter zum ersten Mal im Einsatz sind, haben sie sich bereits bewährt. «Es ist für uns wertvoll, wenn wir schnell sehen, ob eine Fahrbahn schneebedeckt ist oder nicht», zieht Felix Brander ein erstes positives Fazit. Gerade an den Tagen, wo die Schneepflüge im Einsatz waren, hätte es sich bewährt, denn die Räumungsteams waren auch tagsüber früh im Einsatz und die Strassen konnten so rechtzeitig gepfadet werden.
Mit dem Eiswarnsystem hat das Strassenkreisinspektorat noch eine weitere Schwierigkeit in den Griff bekommen. «Je nach Wetterlage gibt es in unserem Gebiet unterschiedlich viel Schnee», weiss Felix Brander. Dies habe sich in den letzten Wochen bestätigt: In Wald-Schönengrund mussten die Schneeräumer viel öfter pfaden als in Wattwil.
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