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Tagblatt Online, 26. Januar 2012 11:49:00

Neue Strasse in Lichtensteig geplant

LICHTENSTEIG. Investoren möchten in der Steigrüti in Lichtensteig ein Wohnquartier erschliessen. Da mit einer Erschliessungsstrasse gleichzeitig das Quartier Obere Platten entlastet würde, ist der Gemeinderat bereit, diese zu bauen. Am Montag hat er die Bevölkerung über das Vorhaben informiert.

MATTHIAS GIGER

Es sei eine einmalige Chance, die ungünstige Verkehrssituation im Quartier Obere Platten zu verbessern, ist sich der Lichtensteiger Stadtpräsident Roger Hochreutener sicher. Über die missliche Verkehrssituation mit steilen und engen Passagen sowie unübersichtlichen Kreuzungen hätten sich schon einige Bewohner beklagt, sagte er. Am Montagabend informierte der Stadtpräsident die Bevölkerung im ehemaligen Restaurant Steigrüti über eine geplante Erschliessungsstrasse, welche die Loretostrasse und die Oberplattenstrasse miteinander verbinden soll. Investoren haben vor, im diesem Gebiet (Steigrüti) sechs bis acht Einfamilienhäuser zu bauen. Der Stadtpräsident unterstrich die Vorteile: «Dem Quartier Obere Platten nützt die neue Strasse, weil sie es entlastet, da es über eine zusätzliche Strasse zu erreichen wäre. Die Landbesitzer profitieren ebenfalls. Sie können den Investoren Bauland verkaufen. Und für die Investoren gäbe es dank der neuen Strasse in der Steigrüti mehr erschlossenes Bauland zu kaufen.» Nebst der Entlastung seien auch verschiedene strassenbauliche Verbesserungen im Quartier selbst vorgesehen.

Er wolle nichts versprechen. Aber man werde nach dem Bau der Erschliessungsstrasse prüfen, ob die Buslinie Lichtensteig–Wattwil–Ebnat-Kappel über das Quartier geführt werden könne, so Roger Hochreutener. Eine Bushaltestelle im Quartier käme vor allem älteren Bewohnern zu Gute.

Ein guter Tausch

Der Haken an der Sache sei, dass die Strasse nicht über Landwirtschaftsgebiet führen darf. Um das Projekt realisieren zu können, muss die Gemeinde zwei Flächen Land einzonen (siehe Grafik). Die Strasse selbst liegt in der Zone Übriges Gemeindegebiet (siehe Stichwort). Der Kanton steht der Zonenänderung nicht im Weg, verlangt aber, dass als Kompensation andernorts Bauland ausgezont wird. «Die Gemeinde besitzt in der <Linde> rund 8000 Quadratmeter Bauland. 3000 Quadratmeter können wir als Ersatz der Grünzone zuweisen», sagte Roger Hochreutener. Dieses Bauland könne ohnehin schlecht genutzt werden, da es an einer äusserst ungünstigen Ecke der Gemeinde liegt. «Eine Erschliessungsstrasse in diesem Gebiet wäre viel zu teuer. Es ist also ein sehr guter Tausch, auch wenn die Gemeinde Bauland für eine Strasse hergibt», betonte der Stadtpräsident.

Einmal überbaut ist es zu spät

Die Investoren würden einen grossen Teil der Kosten für die neue Strasse übernehmen (siehe Kasten). «Ausserdem würden wir die 1800 Quadratmeter Land für die Strasse unentgeltlich erhalten», so Roger Hochreutener.

Der Teilzonen- und Strassenplan liegen im Februar im Rathaus auf. Bauen würden die Investoren auch ohne Erschliessungsstrasse. «Ist die Steigrüti erst überbaut, ist es zu spät für eine neue Strasse», sagte Roger Hochreutener.





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