Tagblatt Online, 31. Januar 2012 08:17:00
«Löwen» wird zum Reha-Zentrum
Kurt und Erika Sturzenegger verabschieden sich morgen Mittwoch von ihren Gästen im «Löwen» in Schönengrund. (Bild: pd)
SCHÖNENGRUND. Das Gasthaus Löwen in Schönengrund ist nicht mehr im Besitz von Erika und Kurt Sturzenegger. Sie haben das stattliche Haus verkauft. Ab 1. Februar wird das Restaurant-Hotel Löwen zu einer Rehabilitationseinrichtung, wo psychisch kranke Erwachsene eine Beschäftigung finden.
Nach über 40jähriger Wirtetätigkeit ist jetzt Schluss im «Löwen» Schönengrund. Erika und Kurt Sturzenegger haben das stattliche Haus hinter der Kirche verkauft. Im April 1968 zog Kurt Sturzenegger von der bekannten Schwellbrunner «Ochsen»-Familie aus ins Nachbardorf Schönengrund und baute zusammen mit seiner Gattin Erika eine Existenz auf. Die jungen Besitzer setzten in erster Linie auf die Gastronomie und zeigten Mut zum Risiko. Sie erwarben die Nachbarliegenschaft, bauten zeitgemässe Fremdenzimmer, und auf der stattlichen, gegen Westen gerichteten Parzelle entstand ein grosser Parkplatz. 1987 stellten die Sturzeneggers die Metzgerei ein und konzentrierten sich fortan auf den Hotel- und Gasthausbetrieb.
Heimeliges Dorfrestaurant
In der heimeligen Gaststube haben Ausflügler wie Einheimische gerne Einkehr gehalten. Als ehemaliger Turner und Schwinger sowie als passionierter Jäger verschaffte sich der Wirt Kurt Sturzenegger einen grossen Bekanntenkreis. Im einfachen Restaurant oder im Säli des bald 250 Jahre alten Appenzeller Hauses fühlte man sich in all den Jahren gleich als willkommener Gast einer dörflichen oder gar familiären Gemeinschaft.
Zweites Standbein
Kurt Sturzenegger ist Jäger, Metzger und Wirt mit derselben Leidenschaft. Die Jagd führte auch zu einem florierenden zweiten Standbein. Der gelernte Metzger begann schon im Jahr 1988 mit der professionellen Wildverwertung. Die fixfertig zubereiteten Produkte aus der Dose werden heute wie auch in Zukunft sowohl direkt vermarktet als auch an Frühlings- und Herbstmärkten verkauft. Pfeffer vom Reh, von der Gams, vom Hirsch und vom Wildschwein sind die grossen Renner. Selbstverständlich gibt es auch anderes Fleisch in der Dose zu kaufen. Mit der Produktion von Fleischspezialitäten wird Kurt Sturzenegger auch in Zukunft weiter seinem Hobby frönen.
Neue Besitzer
Nach über 40 Jahren ist für Sturzeneggers nun der Zeitpunkt erreicht, die Liegenschaft in andere Hände zu geben. Ab 1. Februar wird das Restaurant-Hotel Löwen zu einer Rehabilitationseinrichtung. Neben den Beschäftigungsmöglichkeiten für psychisch kranke Erwachsene im Haus bietet das Restaurant-Hotel unter dem gleichen Dach vielfältige Gelegenheiten zur Förderung und Erhaltung der körperlichen und geistigen Selbständigkeit.
Die Klientinnen und Klienten haben die Möglichkeit, im Restaurant-Hotel in verschiedenen Bereichen mit zu arbeiten, sei dies in der Küche, im Service, in der Wäscherei, in der Haushaltspflege oder im Liegenschaftsunterhalt. Grundsätzlich wird das Restaurant ab 1. Februar alkoholfrei geführt. Die Leitung des Gastrobetriebs hat Tochter Susanna Foditsch-Sturzenegger. Die traditionellen Gerichte und die weit über die Region hinaus bekannten «Mistkratzerli» werden selbstverständlich auch weiter angeboten.
«Aus- und Antrinket»
Ihren Abschied aus dem «Löwen» wollen Sturzeneggers gemeinsam mit ihren treuen Gästen feiern. Am Mittwoch, 1. Februar ab 10 Uhr ist den ganzen Tag «Austrinket», aber auch «Antrinket». Eine gute Möglichkeit, Abschied von Sturzeneggers zu nehmen und auch um das Betriebskonzept der neuen Besitzerschaft genauer kennen zu lernen. (pd)
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