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Rheintaler, 7. Juli 2012, 09:39 Uhr

«Klimaveränderungen» miterlebt

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Pater Notker durfte in der Klosterkirche St. Gallen den persönlichen Friedensgruss von Bischof Markus Büchel entgegennehmen. (Bild: zVg)

Bruder Notker Krapf darf morgen Sonntag, 8. Juli, ein seltenes Jubiläum feiern. Der Kapuzinerbruder ist seit 70 Jahren Priester, 30 davon wirkte er in Wil.


Sein erster Gang am Morgen gilt dem Thermometer im Garten. Dort verfolgt Bruder Notker aufmerksam die Wetterentwicklung, so wie er schon Jahrzehnte die «Wetterentwicklung» im Orden und in der Kirche verfolgt. Als er – 1915 geboren in Bütschwil – in den Kapuzinerorden eintrat und zusammen mit 16 andern Mitbrüdern am 5. Juli 1942 im Kloster Solothurn zum Priester geweiht wurde – ahnte er noch nicht, welche Klimaveränderungen sich in der Kirche und im Orden abspielen werden.

In den drei grossen Phasen der Veränderung war er jeweils eine Zeit im Kapuzinerkloster Wil.

Dreimal zurück nach Wil

Die feste Tradition, in die er mit der Primiz in Gossau hineingewachsen war, prägte seine erste Wilerzeit von 1957 bis 1963: damals wirkte er als «Laufpater», Seelsorger und Missionsförderer. Die Aufbruchstimmung und die Herausforderungen des Konzils erlebte er in seinem zweiten Wileraufenthalt von 1965 bis 1975. Aus dieser Zeit erinnert er sich gern an die verschiedenen Pfarreien, wo er Pfarrvakanzen überbrückte und den Puls der Leute spürte.

Nach weiteren Jahren der Klosterleitung in Zug und Schüpfheim musste er die Schliessung von Schüpfheim vornehmen. Er wechselte ins Kloster Sursee, das 1998 ebenfalls aufgelöst wurde. Nun kam er zum dritten Mal nach Wil und durchlebt nun diese weitere Phase der Ernüchterung, der Verunsicherung und des Rückgangs in Kirche und Orden, die auch für ihn nicht einfach ist.

Das Loslassen üben

Doch mit seiner offenen Art kann er das meteorologische Wissen, dass weit über allen Stürmen und dunklen Wolken die Sonne trotzdem scheint, zu seinem vertrauensvollen Glaubensmotto machen: «Bei denen, die Gott lieben, führt er alles zum Guten.» So übt er sich ins «grosse Loslassen» ein, aber legt noch gerne Hand an im Haus, so gut er kann, sogar beim Schneeschaufeln und Laubwischen.

Bruder Notker freut sich, dass er immer noch ein gefragter Beichtvater und Seelsorger ist und feiert sein 70-Jahr-Priester-Jubiläum im Festgottesdienst am Sonntag um 10.30 Uhr in der Kapuzinerkirche. (pd)



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