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Rheintaler, 11. September 2012, 10:32 Uhr

Kontroverse Diskussionen im Feld

Zoom

Ex-Kantonsrat Andreas Niklaus erklärt die BTS-Linienführung im Bereich Moos an der Romanshornerstrasse. (Bild: Manuel Nagel)

Über hundert Interessierte bestiegen am Samstagmorgen zwei Busse und fuhren zu neuralgischen Punkten der geplanten Strassen BTS und OLS im Raum Amriswil. Zur Besichtigung eingeladen hatten die drei Ortsparteien von CVP, FDP und SVP.

MANUEL NAGEL

AMRISWIL. «Wahrscheinlich erlebe ich diese Strassen nicht mehr», meinte ein älterer Herr zu seinem Sitznachbarn im Bus.

Die kommende Abstimmung über die beiden Strassen war das dominierende Gesprächsthema auf der Streckenbesichtigung im Raum Amriswil. Organisiert wurde diese von den Amriswiler Ortsparteien der CVP, FDP und SVP, alle Befürworter von BTS und OLS.

Doch unter den Interessierten befanden sich auch Gegner und Skeptiker, welche den Ausführungen von Ex-Kantonsrat Andreas Niklaus (SVP) genau folgten und dazu kritische Fragen stellten.

Ärger über falsche Aussagen

Das gehöre zum demokratischen Prozess, meinte Niklaus. Er ärgere sich nur über falsche Behauptungen, wie etwa diese, dass die BTS fünfmal mehr Todesopfer fordern würde. Das stimme ganz einfach nicht. Pro gefahrene 100 Kilometer gebe es innerorts viel mehr Verletzte und Tote als auf einer Schnellstrasse wie der BTS.

Landwirte skeptisch

Auch eine Mutter äusserte sich und war verärgert, dass mit der Angst der Bevölkerung gespielt werde. Das sei für sie unethisch.

Auf Gegnerseite hatte man vor allem Bedenken, dass die betroffenen landwirtschaftlichen Betriebe während der Bauphase zu grosse Einschränkungen hinzunehmen hätten. Auch bezweifelte ein Landwirt, dass durch die Zusammenlegung von Grundstücken die Bauern danach wirklich bessergestellt seien.

Niklaus entgegnete darauf, die Linienführung könne sich durchaus noch um einige Meter verschieben. Und gerade im Bereich Oberaach sei der Strassenverlauf noch nicht abschliessend geklärt.

Wurst und Bier zum Abschluss

Wichtig sei, so Niklaus, dass sich der Stimmbürger vor Ort und nicht nur auf dem Papier ein Bild von der Situation machen könne.

Gleich an fünf Standorten, von Moos im Osten bis Oberaach im Westen hielten die Autobusse an neuralgischen Punkten. Nach zwei Stunden, in denen teilweise kontrovers diskutiert wurde, kehrten die Busse wieder ins Zentrum zurück. Bei Gratiswürsten und -getränken konnte man weitere Argumente austauschen und auch nochmals einen Blick auf die geplante Linienführung werfen.



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Leser-Kommentare:
8 Beiträge
ch-schmid (29. August 2012, 21:09)
Fakten sind Fakten

Ich habe den Sinn der Aussage mit Fakten erklärt. Wenn Herr Müller offenbar darauf keine bessere Antwort weiss als mich als Ideologen zu qualifizieren, dann nehme ich das gelassen.

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mpn (30. August 2012, 00:19)
Wie viele Tote auf Umfahrung Arbon?

Wenn Sie ja schon von Fakten sprechen, und so fixiert auf Tote sind, Herr Schmid, dann verraten Sie mir doch bitte mal, wie viele Tote es seit Beginn der Umfahrung Arbon auf dieser Strecke gegeben hat!

Ich werde mich jedenfalls - nun wo die Abstimmungsunterlagen hier sind - nochmals ausführlich mit den Strassen auseinandersetzen und mich dann entscheiden. Zu wichtig ist dieser Entscheid, als dass ich mich von Emotionen leiten lasse. Und da können mich die Gegner von BTS/OLS in Gesprächen auch weiterhin als Holzöpfel hinstellen, der da überhaupt noch überlegen muss. Diese Verunglimpfung scheint Methode zu sein. Genau diese ideologische Verbohrtheit ist es, welche euch nicht wirklich mehr Sympathien einbringt, und im Endeffekt auch kaum mehr Stimmen.

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ch-schmid (28. August 2012, 18:42)
Zahlen sind aktuell!

Offenbar kann hier keiner der Befürworter sich mit Namen hinstellen. Das sagt auch etwas. Der Zahlenvergleich ist aktuell, also ohne die alte Rheintalautostrasse mit aktuellen Sicherheitsstandards. Herr Nilaus spricht nur von 5x mehr Toten oder dann hat die TZ ihn falsch zitiert.

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mpn (29. August 2012, 09:57)
Nicht verbohrt

Woher wollen Sie wissen, ob ich Befürworter bin oder nicht? Ich lese nur den Artikel und sehe die Plakate am Strassenrad, die von fünfmal mehr Toten sprechen. Herr Niklaus spricht laut Artikel von Verletzten und Toten. Aber mir geht sowieso gegen den Strich, dass mit der Angst und mit Toten argumentiert wird. Bei der SVP wurde dies jeweils zu Recht kritisiert von der Linken. Nun scheint diesen Kreisen dieselbe Art der Propaganda selber gelegen zu kommen.
Ich sehe sowohl Vor- wie Nachteile bei diesem Projekt. Offensichtlich sind nicht alle so verbohrt und ideologisch wie Sie, Herr Schmid.
Und ob Sie wirklich Schmid heissen, das weiss auch niemand. Wer sich nur CH-SCHMID nennt und nicht mit voller Adresse hinsteht, der soll andere sicher nicht der Anonymität beschuldigen!

Hochachtungsvoll,
Herr Müller

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mpn (28. August 2012, 15:47)
Nicht vergleichbar

Herr Schmid, Sie übersehen ebenfalls, dass Herr Niklaus von Verletzten und Toten spricht. Und gefahrene Kilometer sind auch etwas anderes als die Gesamtlänge der Strassen.
Aber abgesehen davon lässt sich die BTS auch nicht 1:1 mit der Strecke früher im Rheintal vergleichen. Da waren gewisse Sicherheitsstandards von heute noch gar nicht umgesetzt.

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ch-schmid (27. August 2012, 23:58)
Herr Anonym

Sie übersehen und verwechseln da etwas: Vierspurige richtungsgetrennte Autobahnen sind natürlich sicherer, das bestreitet niemand, aber 2-spurige nicht-richtungsgetrennte Autostrassen eben nicht: Stichwort Todesstrecken im Weinland und im Rheintal, welche deswegen heute auf 4 Spuren ausgebaut sind. Auf 270 km Autostrassen gab es im vergangenen Jahr 15 Tote, auf 18'000 km Hauptstrassen 167 Tote: Rechne! Der Link ist zugegebenermassen nicht direkt auf der bfu Seite zu finden, aber eine Statistik des Bundes. Die Kilometerzahlen finden sich beim Bundesamt für Strassen.
http://www.news.admin.ch/NSBSubscriber/message/attachments/26458.pdf

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ch-schmid (27. August 2012, 19:31)
Falsche Aussage?

Herr Niklaus hat noch nicht begriffen, dass es auf Autostrassen mit Tempo 100 (BTS geplant) tatsächlich 5x mehr Tote gibt als auf Hauptstrassen mit Tempo 80. Das ist keine Erfindung der Strassengegner sondern eine mit Unfallzahlen belegte Statistik des BfU (Beratungsstelle für Unfallverhütung): www.bfu.ch

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huaebo6 (27. August 2012, 20:57)
Herr Schmid,

Sie müssen wohl noch lernen wie man eine Statistik liest.
Die Statistik von 2011 belegt, dass auf Autobahnen (sogar noch schneller aus Autostrassen!) nur 2'424 Fälle mit Personenschaden entstanden sind. Auf Strassen Innterorts und Ausserorts sind 20'818 Fälle registriert.
Alles zu lesen auf bfu.ch!

http://issuu.com/bfu-bpa-upi/docs/1795_75?mode=window&backgroundColor=%23222222

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