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Rheintaler, 18. August 2012, 01:33 Uhr

Grasski auf hohem Niveau

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Die Ausrüstung von Gras-Skifahrer Marco Manser ist ähnlich umfangreich wie die eines Schnee-Skifahrers. Hauptunterschied: Der Ski. (Bild: Gioia Zogg)

Der Arboner Marco Manser hat ein ungewöhnliches Hobby. Er fährt Grasski. Als einer der besten Schweizer in diesem Sport fährt er regelmässig die grünen Hügel hinunter. Nächste Woche geht es an das Rennen in Iran.

GIOIA ZOGG

ARBON. «Es gab immer mal wieder Unterbrüche, aber eigentlich fahre ich jetzt seit 18 Jahren Grasski», sagt Marco Manser. Der Arboner hat ein ungewöhnliches Hobby. Als einer von momentan vier Grasskifahrern ist er im A-Kader der Schweizer Nationalmannschaft. Wenn es zu keinen Zwischenfällen kommt, findet ihr nächstes Weltcuprennen am letzten Augustwochenende in Iran statt. Dafür hat sich Manser ein Ziel gesetzt. Er will unter die besten Zehn kommen. Nach den Resultaten, die der Grasskifahrer im letzten Weltcuprennen in Italien erreicht hat, kein unerreichbares Ziel: Beim Super-G am Wochenende in San Sicario wurde er Zehnter. «Dies war bis jetzt mein bester Super-G. Das Rennen verlief jedoch nicht optimal. Ich weiss, ich hätte mehr herausholen können».

Trainieren nur an zwei Liften

In der Saison von April bis September ist Manser mindestens drei Mal in der Woche auf den Grasskiern. «Wir trainieren fast jedes Wochenende.» Ein zeitintensives Hobby neben einem Hundert-Prozent-Job, sagt der gelernte Plattenleger. «Für Haushalt oder andere Sportarten bleibt da kaum Zeit.»

Örtlich sind die Grasskifahrer beim Training relativ eingeschränkt. Momentan trainieren sie nur an zwei Liften, der eine ist im luzernischen Entlebuch, der andere im appenzellischen Urnäsch.

«Im Winter ist es zu kalt»

Zum Grasskifahren ist Manser über die traditionelle Variante des Skifahrens gekommen. In jungen Jahren im Skiklub fuhren er und sein Bruder schon früh Winterrennen. Über seine damalige Trainerin lernte er dann das Grasskifahren kennen, die dieses als Sommertraining empfahl. Selber nie ein begeisterter Winterskifahrer, stieg er früh auf den Grasski um. «Im Winter ist es einfach zu kalt. Ausserdem ist Grasski eine Randsportart und hat damit eine ganz andere Atmosphäre. Die familiäre Art sagt mir sehr zu.»

Manser könnte Bücher über die Destinationen erzählen, in denen die Rennen teilweise stattfinden. «Wir reisen an Orte, an die man als Tourist nur selten kommt. Und von einem Hügel hinunterzufahren, wo man unten den Hafen oder das Meer sieht, ist phantastisch.» Speziell am Grasski sind auch die Temperaturen. Im iranischen Dizin erwartet die Grasskifahrer auf 3000 Metern Höhe kühle 25 Grad. In Triest Ende Juni herrschten 30 Grad. «Ich bin auch schon in der Türkei bei Temperaturen um die 35 Grad gefahren. Da verliert man schnell einmal drei Kilo Körpergewicht an einem Tag.»

Bis zu 100 Kilometer pro Stunde

Heisse Temperaturen und fremde Regionen sind aber nicht alles, was den Sport für den Adrenalin-Junkie so besonders macht.

«Es ist der Gedanke, dass wir keine Bremsen haben, der mich besonders reizt. Auch «Stämmbögli»-Fahren können wir nicht. Der Halt bei einem solchen Manöver wäre so abrupt, dass man einige Meter weit fliegen würde.» Die Grasskifahrer sind schnell. Bis zu 100 Kilometern in der Stunde erreichen sie bei Höchstgeschwindigkeiten. Manser ist da keine Ausnahme. Die vier A-Kader-Fahrer liegen bei Weltcuprennen zeitlich meist in derselben Sekunde.

Am See zu Hause

Seit 13 Jahren wohnt der gebürtige Rheintaler nun in Arbon. Die Nähe zum See ist ihm wichtig, er zieht viel Energie und Kraft aus ihr: «Ich bin gerne am See. Es ist eine gute Ablenkung und ein Ausgleich zum Sport». Obwohl das Reisen für ihn etwas vom schönsten an seinem Sport sei, komme er immer wieder gerne nach Hause.



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