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Rheintaler, 23. Mai 2012, 01:04 Uhr

Über Unsinn die Sinne erfahren

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Eine weitere Entwicklungsstufe genommen: Mitinitiant Stefan Philippi in seiner Werkstatt am See. (Bild: Bilder: Max Eichenberger)

ARBON. Die Arboner Kulturtage und der Kunstevent H2Art am See machen Pause. Mit neuen Kräften aufgemischt, werden die Macher im Herbst mit einem neuen Ausstellungskonzept in den Räumlichkeiten von «Triebwerk» aufwarten.

MAX EICHENBERGER

Den Kunstsommer mit H2Art im Freiluftatelier am See mit Installationen, Workshops und Happenings wird es so in diesem Jahr nicht mehr geben. Nach drei Auflagen am Wasser hat dieses Format vorläufig ausgedient. Das Potenzial, sich dereinst an gleicher Stätte zu erneuern, schreiben die Initianten um Stefan Philippi der Veranstaltung nicht ab.

Neuer Schwung, neues Konzept

Die Gründer des Events, in dem zuletzt auch die Arboner Kulturtage aufgegangen sind, gehen neue Wege. Das hat damit zu tun, dass mit der Künstlergruppe «wohnzimmer.sg» neue kreative Köpfe hinzugestossen sind, die ihre Wurzeln teils in Arbon und Steinach haben. «Für uns als Gruppe gab diese Aufmischung mit neuen Leuten einen tollen Schwung», sagt Stefan Philippi.

Der Klangkünstler, der in einer alten Saurer-Fabrikhalle im Werk 1 seine «Werkstatt am See» betreibt, ist der Gründervater der H2Art. In der einstigen Saurer-Dreherei stehen Werkstoffe und Rohmaterial herum, das irgendwann in Kunst umgesetzt wird. Philippi setzt sich in eine Badewanne und sinniert, am Fenster schwebt über der Sitzecke ein riesiges Mobile.

Vom See in Fabrikhalle

«Wenn sich neue Kräfte dazugesellen, liegt es auf der Hand, dass man nicht einfach dem Alten verhaftet bleibt, sondern sich gemeinsam entwickelt. Zusammen haben wir als Künstlerkollektiv organisch eine neue Entwicklungsstufe erreicht und so etwas eigenständig Neues geboren.»

Da wird es nun also Ende September, Anfang Oktober im «Triebwerk», einer ehemaligen Fabrikliegenschaft an der Bildstockstrasse, um «un-Sinn» gehen, wie die Macher ihren Kunstevent betiteln: oder schlicht um «Fragen und Lustvolles zu Sinn und Sinnlichkeit». Die «Triebwerk»-Location sei dafür «sensationell gut geeignet», schwärmt Philippi, der Wortführer des Künstlerkollektivs «IKKEA». Beteiligt sind neben dem Verein H2Art und der Werkstatt am See «Triebwerk» Anita Staedler mit ihrem Atelier an gleicher Stätte und «wohnzimmer.sg». Die Mitstreiter sind zwar nicht wortkarg, wollen sich aber aus dem Kollektiv namentlich nicht herausheben.

Dreidimensionale Objekte

Die Frage: «Macht es überhaupt einen Sinn?» tauche in verschiedenen Lebensphasen ziemlich oft auf. Da öffne sich riesiges ein Feld der künstlerischen Auseinandersetzung, «Fragen zu stellen, die jeglicher Logik entbehren und im ersten Moment sinnlos erscheinen – dahinter haben sie dann aber schon ihren Sinn». Manchmal müsse man sie halt einfach umkehren. Eine Ausstellung von dreidimensionalen Objekten thematisiert diese grosse Sinnfrage – nicht nur theoretisch oder intellektuell, sondern, wie es der Anspruch des Kollektivs ist, auch anregend und lustvoll: über den Unsinn die Sinne erfahren und Sinnlichkeit wahrnehmen.

Für ein breites Publikum

Zu sehen sein werden fassbare und unfassbare Objekte in vier Räumen. So wird ein überdimensioniertes Laufgitter mit darüber schwebendem Mobile die 30mal 12 Meter grosse Haupthalle dominieren. Die Gitterstäbe sind der mediale Träger für Wort und Bild. In einem Zwischenraum werden Objekte, Bilder, Fotos, Collagen, Sprüche und Wortfetzen miteinander verbunden. Musikalische Interaktionen sind in einer Nasszelle geplant. Die Galerie ist Gastkünstlern und ihren Objekten vorbehalten. Insgesamt werden sich ein Dutzend Künstler aus drei Generationen an diesem Event beteiligen. «Entsprechend definieren wir auch das Publikum – wir wollen ebenso Kinder einbeziehen», sagt Philippi. Geplant sind Führungen, Konzerte, Lesungen und andere Veranstaltungen im Rahmen des Kunstanlasses.

Beitrag der Stadt

Die Stadt Arbon stellt den Organisatoren den für die Kulturtage und die H2Art vorgesehenen Betrag zur Verfügung. Dazu soll sich der Anlass durch Sponsorengelder und Einnahmen aus dem Barbetrieb (fünf Abende) tragen.

«un-Sinn», Kunstevent, 28. September bis 6. Oktober, «Triebwerk»


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