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Tagblatt Online, 12. Juni 2010 01:01:00

Der Einsamkeit entgegenwirken

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Jürg Peter: «Bis Ende September müssen wir Klarheit haben.» (Bild: Bild: Georg Stelzner)

AACHTHURLAND. Beim Aufbau eines Besuchs- und Entlastungsdienstes setzt die Spitex AachThurLand auf die Mitarbeit von Freiwilligen. Diesen Weg habe man nicht nur aus Kostengründen eingeschlagen, betont Vereinspräsident Jürg Peter.

GEORG STELZNER

«Seit etwa zwei, drei Jahren mehren sich auch in unserem Einzugsgebiet die Fälle, wo ältere Leute kein Beziehungsnetz mehr haben», sagt Jürg Peter, Präsident der in den Gemeinden Hohentannen, Kradolf-Schönenberg und Sulgen aktiven Spitex AachThurLand. Wollte man mit dem vorhandenen Personal Abhilfe schaffen, wäre das eine relativ kostspielige Angelegenheit, erklärt Peter.

Das Ziel eines Besuchs- und Entlastungsdienstes besteht laut Peter darin, bei älteren Menschen, die noch zu Hause leben, durch regelmässige soziale Kontakte wie Gespräche, Vorlesen, Spiele oder Spaziergänge, aber auch durch gemeinsame Aktivitäten im Haushalt einer Vereinsamung vorzubeugen.

Rotes Kreuz als Alternative

Anderswo übernimmt das Rote Kreuz die Aufgaben des Besuchs- und Entlastungsdienstes. Doch diese Variante vermag den Vorstand der Spitex AachThurLand nicht zu überzeugen.

Jürg Peter erklärt warum: «Das wäre nicht nur mit Kosten für die Gemeinden und Klienten verbunden, sondern würde der Spitex auch einen zusätzlichen administrativen Aufwand bescheren.» Für die erforderliche Bedarfsabklärung bei potenziellen Klienten und die Koordination der Einsätze wäre nämlich auch bei diesem Modell die Spitex zuständig, gibt der Vereinspräsident zu bedenken.

Stärkung des Vereins

Dass dem von der Spitex AachThurLand favorisierten Projekt mit Freiwilligen, das im Thurgau seinesgleichen sucht, rein finanzielle Überlegungen zugrunde liegen könnten, bestreitet der Präsident. «Es wäre der Profilierung des Vereins dienlich, könnte er in eigener Regie einen Besuchs- und Entlastungsdienst anbieten», nennt Peter einen entscheidenden Grund.

Da der Verein von Mitgliederbeiträgen und Spenden lebe, sei es in seinem ureigensten Interesse, wenn er zeigen könne, wofür die Mittel verwendet würden. Jede zusätzliche Dienstleistung, die der Verein erbringe, stär- ke ihn und bewirke eine noch stärkere Verankerung in der Bevölkerung. Den besuchten Personen sollen nach den Worten Peters vorläufig keine Kosten erwachsen, sie müssten aber Mitglied der Spitex AachThurLand sein.

Aus heutiger Sicht braucht die Spitex AachThurLand gemäss Peter zehn Personen, um einen eigenen Besuchs- und Entlastungsdienst offerieren zu können. «Wir werden die Freiwilligen in ihre Arbeit einführen und sie in ihrer Tätigkeit begleiten», erklärt der Präsident. Alle Frauen und Männer ab 18 Jahren, die Interesse an sozialen Aufgaben haben, könnten sich melden. Eine spezielle Ausbildung oder Fachkenntnisse würden nicht verlangt.

Offenheit und Toleranz seien aber ebenso unverzichtbar wie Verschwiegenheit, Diskretion und Zuverlässigkeit.

Bis zu drei Stunden pro Woche

Den zeitlichen Aufwand für die Mitarbeit beziffert der Präsident mit maximal drei Stunden pro Woche. Er betont, dass die freiwilligen Helfer in die Spitex eingebunden werden sollten und sie als Anerkennung für ihre Tätigkeit auch eine kleine Entschädigung erhielten.

Peter ist sich aber bewusst, dass es trotzdem nicht leicht sein wird, das Pilotprojekt im Januar 2011 zu starten. Die Zeit für Freiwilligenarbeit sei schwierig. «Hilfreich könnte der hohe Bekanntheitsgrad und der gute Ruf unseres Vereins sein», hofft Peter.





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