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Rheintaler, 24. Juli 2012, 01:34 Uhr

Piraten überfallen Zihlschlacht

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Beim Wohnheim Sonnenrain in Zihlschlacht segelt ein Piratenschiff durch den Weiher. (Bild: Bilder: Andrea Kern)

Ein «Wasserweg» führt durch die Gemeinde Zihlschlacht-Sitterdorf. An Brunnen und Bächen können die Besucher spielen und basteln. Sie erfahren, wie gross der Wasserverbrauch ist, welche Tiere in Weihern leben und ob ein mit Wasser gefüllter Ballon schwimmt oder sinkt.


In Zihlschlacht gibt es Tigerfischli. Gleich zu Beginn des Wasserwegs sind Geduld und eine ruhige Hand von Vorteil. Vor der Früchte-Schmitte tummeln sich buntbemalte Holzfische im Brunnen. Mit einer Angelrute können sie gefangen werden. Doch das ist gar nicht so einfach. Der Wind bläst die Beute immer wieder weg vom Haken. Entnervt bleibt der Blick auf der Infotafel hängen. «Fischers Fritz fängt frische Fische», steht da geschrieben. Und schon ist die Motivation zurück: «Was der Fritz kann, kann ich auch.»

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«Wasser ist ein kostbares Gut», heisst eine der Botschaften des Wasserwegs durch die Gemeinde Zihlschlacht-Sitterdorf. Ob der zweite Brunnen deshalb so wenig Wasser enthält, ist nicht zu erfahren. Darüber hinweg tröstet die schöne Verzierung mit Seerosen und einer Prinzessin. Kindergärtler lernten das Märchen des Froschkönigs kennen und illustrierten die Geschichte auf der Tafel mit ihren Zeichnungen.

Buchstäblich viel Hand- und auch Fussarbeit steckt hinter dem Filzteppich beim dritten Posten. Die Unterstufenschüler mussten die Wolle dafür reiben, streichen und darauf hüpfen und stampfen. Das Resultat wirkt fast ein wenig bedrohlich und erinnert mit viel Phantasie an ein Wassermonster.

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Nicht mit Monstern, sondern mit Fischen, Schildkröten, Molchen und Wasserläufern setzten sich ebenfalls Unterstufenschüler auseinander. Ihre Erfahrungen haben sie auf Plakate geschrieben. Eine davon lautet: Frösche sind schneller als Menschen – jedenfalls, wenn Kinder die hüpfenden Tierchen fangen möchten.

Die Kultur- und Freizeitkommission informiert beim nächsten Brunnen, woher das Trinkwasser kommt. Damit auch die jüngeren Wanderer etwas von diesem Posten haben, gibt es Tips für Wasserspiele. Mit nassen Schwämmen werden PET-Flaschen vom Brunnenrand geschossen, und man erfährt, dass ein mit Wasser gefüllter Ballon gar nicht sinkt. Wieso? Das steht hier leider nicht. Insbesondere bei heissem Wetter ist die Versuchung gross, die Wasserballone für andere Zwecke zu verwenden.

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Basteln und spielen können kleine und grosse Besucher bei fast jedem Posten. Aus Holz, Sagex, Steinen und Papier, das in Kisten bereitsteht, können Schiffe gebaut und Experimente durchgeführt werden. Im Weiher beim Wohnheim Sonnenrain segelt ein Piratenschiff. Ob es wohl möglich ist, sein eigenes Schiff daran vorbeizuschleusen und in den sicheren Hafen zu bringen?

Auf dem Weg nach Sitterdorf führt die Route zur Brücke über den Rötelbach. Hier ist Treffsicherheit gefragt. Die Jungschar Sitterdorf hat eine aufwendige Konstruktion gestaltet. Mit einer Pumpe muss man mit dem Wasser aus dem Eimer auf ein Wasserrad zielen, das dadurch in Bewegung gebracht wird.

Wie funktioniert ein Wasserfilter? Die Jubla Sitterdorf demonstriert, wie auf natürliche Weise schmutziges Wasser wieder sauber wird. Die vierstufige Anlage aus Steinbehältern kann gleich selber ausprobiert werden.

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«Wasser schöpfen und umleiten» heisst es beim Brunnen Baumgartner in Sitterdorf. Mit Freude werden die gelben und weissen Entli entdeckt, die neben Pingpong-Bällchen verweilen. Hier kann man mit Trichter und Giesskanne planschen, bis man Lust hat, endlich ans grosse Wasser zu gelangen.

Beim Sitterwehr soll man seiner Phantasie freien Lauf lassen, heisst es auf der Infotafel. Man könnte zum Beispiel Steinmännli bauen. Und man gesteht: Das Stapeln der bunten und schön gemusterten Steine macht beinahe süchtig.

Nach einem längeren Spaziergang gelangt man nach Riet. Hier lernt man, wie man aus Papier einen Becher faltet. Leider ist das vorhandene Mäppli durchnässt. Doch mit dem selber mitgebrachten Papier klappt es auch. «Zum Wohl!» Ein letzter Schluck und zurück zum Ausgangspunkt.

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Der Wasserweg ist noch bis Sonntag, 26. August, geöffnet. Für die knapp zehn Kilometer lange Route sollte man mindestens vier bis fünf Stunden einrechnen, insbesondere mit Kindern und wenn Pausen vorgesehen sind. Auf www.zihlschlacht-sitterdorf.ch können die Route und Wettbewerbsformulare heruntergeladen werden. Obwohl der Weg bei den meisten Verzweigungen beschildert ist, empfiehlt es sich, den Plan mitzunehmen. Andrea Kern



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