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Rheintaler, 24. Dezember 2011, 01:05 Uhr

Silvesterläuten hat eine lange Tradition

Am nächsten Samstag, 31. Dezember, lädt der Verkehrsverein die Bischofszeller Schuljugend wieder zum Silvesterläuten ein.


BISCHOFSZELL. Seit Jahrzehnten treffen sich Frühaufsteher – seit einigen Jahren vermehrt auch Erwachsene – zu diesem Spektakel in den Gassen der Stadt. Der alte Brauch reicht in die Anfänge des letzten Jahrhunderts zurück und erfreute sich langer Zeit grosser Beliebtheit. Ob es ursprünglich um das Vertreiben böser Geister ging oder man damit die Einwohner am letzten Morgen des Jahres vor dem Verschlafen bewahren wollte, kann nicht mehr festgestellt werden.

Schwindendes Interesse

Zwischen 100 und 150 Jugendliche mit Kuhglocken, Pfannendeckeln und sonstigen Lärminstrumenten nahmen jeweils an diesem «Weckdienst» teil. In den letzten Jahren ist diese Zahl jedoch stets etwas gesunken. Der Verkehrsverein würde es bedauern, wenn dieses Brauchtum verschwinden würde. Maria Kolaj, die neue Verantwortliche, lädt deshalb zu diesem Anlass speziell ein und hofft, an Silvester eine grosse Schar begrüssen zu dürfen. Besammlung ist um 4.50 Uhr unter dem Bogenturm. Nach dem 5-Uhr-Stundenschlag werden die Nachtwächter die Gasse betreten.

Kostenlose Verpflegung

Bevor es losgeht, verliest die Bischofszeller Nachtwächter- und Türmerzunft die Erlaubnis der Obrigkeit, zu dieser ungewöhnlichen Zeit Lärm machen zu dürfen. Ein Hornstoss ist das Zeichen, dass mit dem Wecken der Einwohner begonnen werden darf.

Zuerst führt die Route durch die Altstadt, anschliessend durch die Aussenquartiere und von dort zurück in die Marktgasse, wo um 6 Uhr im Bistro zu Tisch eine Zwischenverpflegung abgegeben wird. Zudem offeriert die Stadt den Frühaufstehern zum Zmorge heisse Suppe, Kaffee und Gipfeli.

Der Verkehrsverein und die Stadt Bischofszell freuen sich, wenn möglichst viele Jugendliche bereit sind, diese alte Tradition an Silvester zu pflegen. (pd/red.)



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