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Rheintaler, 18. Juli 2012, 15:02 Uhr

Botox-Hetze gegen SF-Moderatorin: Kessler schuldig

Thurgauer Tierschützer

Zoom

Katja Stauber zog mit einem Bericht über Foie Gras und Hummer den Zorn von Tierschützer Erwin Kessler auf sich. (Bild: Oscar Alessio/SRF)

LAUSANNE. Das Bundesgericht hat bestätigt, dass VgT-Präsident Erwin Kessler mit seiner Botox-Hetzkampagne gegen «Tagesschau«-Sprecherin Katja Stauber ihre Persönlichkeit verletzt hat. Laut Gericht kann Kessler seine Ausfälligkeiten nicht mit dem Tierschutz rechtfertigen.


In der «Tagesschau» vom Silvesterabend 2007 erschien ein von Katja Stauber gezeichneter und moderierter Beitrag zum Jahreswechsel. Unter anderem war eine Sequenz über Foie Gras und Hummer in St. Moritz zu sehen. Erwin Kessler veröffentlichte daraufhin auf der Homepage seines Vereins gegen Tierfabriken (VgT) mehrere Artikel.

Erwin Kessler Zoom

Erwin Kessler
(Bild: Reto Martin/Archiv)

«Botox-Moderatorin»
Stauber wurde als «Repräsentantin einer degenerierten Gesellschaft» bezeichnet und mit dem Gebrauch des Mittels Botox in Verbindung gebracht, das auf Tierquälerei beruhe. Die Serie gipfelte in der Frage «Wie hässlich ist die Botox-Moderatorin Stauber wirklich» und der Veröffentlichung unvorteilhafter Standbilder von ihr.

Die Zürcher Justiz kam auf Staubers Klage hin zum Schluss, dass Kesslers Publikationen in ihrer Gesamtheit einen unnötig verletzenden und beleidigenden Angriff auf die Moderatorin darstellen würden, der ihre Persönlichkeit verletze.

Kessler wurde unter Androhung einer Busse verpflichtet, die Texte zu entfernen. Zudem wurde ihm verboten, Ähnliches erneut zu veröffentlichen. Das Bundesgericht hat Kesslers dagegen erhobene Beschwerde nun abgewiesen. Laut den Richtern in Lausanne haben ihre Zürcher Kollegen ihren Entscheid ausreichend begründet.

Nichts mit Tierschutz zu tun
Die Aussagen Kesslers würden Stauber als Fernsehmoderatorin schwer in ihrer beruflichen Ehre und sozialen Geltung treffen, sie in der Öffentlichkeit schlechterdings verächtlich machen und sie im Ansehen ihrer Mitmenschen empfindlich herabsetzen.

Kessler könne seine Äusserungen auch nicht mit den Interessen des Tierschutzes rechtfertigen. Das öffentliche Interesse an einer Diskussion über Tierschutz sei zwar ohne weiteres anzuerkennen, vermöge aber die in eine Hetzkampagne ausgeartete Kritik an der Arbeit und der Person von Stauber nicht zu rechtfertigen.
Kesslers Ausfälligkeiten hätten nichts mit der angeblich beabsichtigten sachlichen Diskussion über Tierschutz zu tun. Offen gelassen werden durfte schliesslich die Frage, ob die Vorwürfe der Botox-Verwendung und Staubers angeblich wohlwollende Gutheissung des Verzehrs von Foie Gras und Hummer der Wahrheit entsprechen. (sda)

Urteil 5A–888/2011 vom 20.6.2012

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Leser-Kommentare:
7 Beiträge
deich (19. Juli 2012, 08:38)
Gezielt

"Dräckälä" ist eine nicht ganz unbekannte Eigenschaft mancher Eidgenossen, ob es inhaltlich um Menschen oder gar Tiere geht. Dass sich ein "Bundesgericht" damit beschäftigen muss, ist ein Fanal dieser üblen Eigenschaft.

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laura_pausini (19. Juli 2012, 07:18)
Botox usw...

Warum müssen immer die Tiere darunter leiden, nur dass es uns Menschen besser geht??

Ein Tier ist hilflos und kann sich nicht wehren und wir Menschen nutzen das schamlos aus.

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he1nt1 (18. Juli 2012, 22:39)
Kesslers Verhalten

Zum Guten hat Frau Stauber geklagt. Solche Hetzkampagnen gegen Frauen spotten jeder Beschreibung. Diese Weltverbesserer können Fanatismus nicht mehr von alltäglich normalen Vorgängen unterscheiden. Es gibt nur ein Mittel, solche Typen radikal und nachhaltig in die Schranken zu weisen und Grenzen zu setzen. Besser wäre noch, sie würden auswandern um ihren Seeelenfrieden zu finden.

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diethelm (18. Juli 2012, 19:06)
Botox als Schönheitsmittel ist problematisch

Um die Stärke der Wirkung einzelner Chargen von Botox festzulegen, müssen immer wieder Tierversuche durchgeführt werden, die für die Versuchstiere sehr belastend sind. ZuSchönheitszwecken ist das für mich nicht gerechtfertigt, sondern nur für die Behandlung von Patienten, die an starken Muskelverkrampfungen leiden, beispielsweise Kinder mit zerebralen Lähmungen.

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unangan (18. Juli 2012, 17:53)
@topal

Sie topal haben wohl eine eigene Interpretation zu meinem Votum:, Boxon,Silikon und Fettabsaugen.
Es liegt mir fern, anderen Menschen meine Sichtweise aufzudrängen, sondern ich stelle nur fest, dass das "Plastikküssen" nicht mein "Ding" ist. Wer gerne Frauenlippen küsst die aufepeppt sind mit Boxon.. der soll`s so geniessen. Doch mal ehrlich... braucht ein normaler "Lustmolch" aufgedunste Lippen mit Boxon..???... Na dann... viel Vergnügen beim Boxonküssen... grins....

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topal (18. Juli 2012, 16:50)
UNANGAN

Und was genau ist Ihr persönliches Problem? Haben Sie kein eigenes Leben zu leben, dass Sie anderen Menschen Ihre Vorstellung von "Leben" aufdrängen müssen?

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unangan (18. Juli 2012, 16:35)
Boxon hin.. oder her.....

...grins... wer mit "Plastik" an irgend eine Körperteil sein Selbstbewusstsein stärken muss ???... dazu braucht es nicht mal Psychotherapeuten.. Plastik richtet, was in der "Seele" fehlt. ....smile....
Fettabsaugen, lMundrandgruppen auf "Vordermann" bringen und Busen mit Silikon verunstalten. Welcher Mann lippelt gerne an Plastik...???... dazu sind die "Gummipuppen" der bessere Ersatz für "Artfremde" Gelüste. ...grins....

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