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Rheintaler, 7. Juli 2012, 13:36 Uhr

Die Lehrstellensituation hat sich entspannt im Thurgau

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Sie sind erfreut über die Lehrstellensituation: René Bommeli, Leiter Berufs- und Studienberatung (links), und Amtschef Ueli Berger. (Bild: Barbara Hettich)

FRAUENFELD. Im Juni waren im Thurgau noch 119 Schulabgänger ohne Ausbildungsplatz. Demgegenüber stehen 400 Lehrstellen noch offen.

BARBARA HETTICH

Eine Umfrage des Amts für Berufsbildung und Berufsberatung zeigt im Thurgau eine sehr gute Gesamtsituation. Amtschef Ueli Berger und René Bommeli, Leiter Berufs- und Studienberatung, informierten gestern die Medien. Rund 96 Prozent der Schulabgänger hätten mit Stichtag 20. Juni eine Anschlusslösung gefunden. 70 Prozent beginnen eine Berufsausbildung, 10,5 Prozent treten in weiterführende Schulen ein und 15,5 Prozent nutzen ein Brückenangebot.

In fast allen Berufsbranchen stünden demgegenüber noch Lehrstellen offen. Erfahrungsgemäss könne davon ausgegangen werden, dass bis zum Lehrbeginn im August etliche der rund 120 noch suchenden Schulaustretenden einen Ausbildungsplatz oder eine Zwischenlösung finden werden. Die Lehrstellensituation könne somit als entspannt angesehen werden.

Schwache Schüler haben Mühe

Im Thurgau gebe es ein sehr gutes Lehrstellenangebot. Die demographische Entwicklung, mit 100 Schulabgängern weniger gegenüber dem Vorjahr, schlage sich im erwarteten Rahmen nieder. «Uns werden bald die Fachkräfte in allen Branchen fehlen», glaubt Ueli Berger. Bereits heute würden Bauingenieure und Informatiker fehlen. Während die Betriebe sich um die leistungsstarken Schüler bemühen, hätten leistungsschwache Schulabgänger aber nach wie vor Mühe, einen Ausbildungsplatz zu finden.

«Die Berufsausbildungen sind in den vergangenen Jahren immer anspruchsvoller geworden», sagt René Bommeli. Die heutigen Lehrabschlussprüfungen seien mit früheren Meisterprüfungen zu vergleichen, die Anforderungen an die Lernenden hoch, zudem hätten immer weniger Lehrmeister Lust, Erzieher zu spielen.

Möglichst alle unterbringen

«Unser Ziel ist aber, möglichst alle Jugendlichen unterzubringen», sagt Bommeli. Die Brückenangebote seien dabei von unschätzbarem Wert. Es sei erstaunlich, welche Entwicklung Jugendliche in einem Jahr machen könnten – vom Pubertierenden zum jungen Erwachsenen. Erfreulich sei, dass dieses Jahr alle Abgänger von Brückenangeboten einen Ausbildungsplatz gefunden hätten.

Jugendliche mit fehlendem Support bei der Lehrstellensuche, müssten mit Mentoring und Case Management vermehrt gefördert werden, damit sie doch noch den Sprung in die Arbeitswelt schaffen. Es werde aber immer ein kleiner Prozentsatz Jugendlicher bleiben, die den Anforderungen der Wirtschaft nicht gewachsen sind.



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Leser-Kommentare:
2 Beiträge
adolfk31 (08. Juli 2012, 14:27)
Wie viele Laender ...

offerieren der Jugend eine Berufs Ausbildung wie wir das in der Schweiz kennen ? - Universitäts- Absolventen werden mit unseren Stipendien Geldern grosszügig finanziert. Deren eigentlichen Einsatz Gebiete, die Industrie dagegen fehlt ganz einfach in deren Heimat ! - Diesen stehen lediglich Arbeitsplätze in der „vor geschmierten öffentlichen Verwaltung“ zur Verfügung ... Schlecht bezahlt... die unweigerlich die eigens damit gezüchteten Korruption zum Überleben zwingt ! - Auch schon einmal überlegt, warum so viele Länder dieses System mittels bevölkerungs- dezimierenden Taten zu bereinigen versuchten, als Beispiel : Kambodscha etc ? - Arbeitsplätze zu schaffen bedingt eben eigenes Mehr an Fachwissen und dies zu vermitteln, dazu fehlen uns ganz einfach unsere Erkenntnisse ! Für die Ernte und de Export von landeseigenen Erzeugnisse werden Kinder eingesetzt, da diese weniger vom Alkohol- und von Drogen Konsum abhängig sind, daher ….

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unangan (07. Juli 2012, 21:14)
"Schwache Schüler haben Mühe"...

und René Bommeli, Leiter Berufs- und Studienberatung, und Amtschef Ueli Berger...grinsen in`s Objektiv der Kammera...!!!...
Wann endlich lernen die "Fachleute von Amteswegen.. aber auch die wirtschaftlichen "Supermanager", dass besonders die "leistungsorientierten, kognitiven Schächeren besondere Qualitäten aufweisen. Diese "schwachen Schüler" sind entsprechend meiner Berufserfahrung... vielfach motivierte, kreative "Arbeiter".
Aber eben... sie, die "Schwächeren" brauchen die nötige fachliche und menschliche Zuwendung. Die leider in der "Zeit ist Geld-Mentalität.. keinen Platz findet.
Ein Irrsinn im sozialen Bewusstsein, der Arbeitgeber...!!... Aber besonders von politischen "Schaumschlägern"...!!!...

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