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Rheintaler, 24. Mai 2012, 01:07 Uhr

Herausforderung für die Spitex

Nachwuchs Pflegepersonal Zoom

Lernende am Bildungszentrum für Gesundheit in Weinfelden legen sich gegenseitig Infusionen an. (Bild: Reto Martin)

Der Kanton will den Mangel an Pflegefachpersonal mit einem neuen Ausbildungsangebot bekämpfen. Sein Konzept nimmt auch die Ausbildungsbetriebe in die Pflicht: Sie müssen mehr Lohn zahlen und mehr Ausbildungsplätze anbieten.

MARINA WINDER

FRAUENFELD. Mit dem neuen Bildungsweg hat der Kanton möglicherweise ein Rezept gegen den schweizweiten Mangel an Pflegefachpersonal entwickelt. Angestossen hat das Projekt SP-Kantonsrätin Barbara Kern.

Die Pflegeausbildung HF 25 plus richtet sich an über 25jährige Menschen oder an solche, die unterstützungspflichtig sind. Sie sollen neu einen Lohn erhalten, der ihrer speziellen Lebenssituation angepasst ist. Das übliche Entgelt von 1000 Franken wird auf 3000 Franken angehoben. Die Mehrkosten tragen je zur Hälfte der Kanton und die Ausbildungsbetriebe. Das Gesundheitsamt rechnet damit, auf diese Weise 10 bis 15 zusätzliche Studenten in diesem Bildungsgang aufnehmen zu können. Für die Ausbildungsbetriebe bedeutet das, dass sie mehr Lohn zahlen und Ausbildungsplätze schaffen müssen.

Spital schafft zusätzliche Plätze

Die Spital Thurgau AG ist der grösste Ausbildungsbetrieb für Pflegende im Kanton. Letztes Jahr bildete sie 398 Menschen in pflegenden oder medizintechnischen Berufen aus. CEO Marc Kohler geht davon aus, dass mit dem neuen Ausbildungsprogramm vor allem Berufseinsteiger angesprochen werden, die sich für eine Stelle im Pflegeheim oder bei der Spitex interessieren. «Das Gros der benötigten Ausbildungsplätze wird eher dort zur Verfügung gestellte werden. Bei uns gehen wir von circa acht zusätzlichen Auszubildenden aus.»

Die Spitex-Betriebe, von denen sich zurzeit viele in Fusionsprojekten befinden, stehen damit vor einer weiteren grossen Herausforderung. Für Doris Egli, Geschäftsführerin der Spitex Kreuzlingen, überwiegen aber klar die Vorteile dieser Nachwuchsförderung. «Diese Ausbildung richtet sich an Menschen mit Lebenserfahrung. Das ist eine Bereicherung für die Ausbildungsbetriebe.» Die Spitex Kreuzlingen bildet seit Jahren Fachangestellte Gesundheit (Fage) aus, zurzeit aber keine Studierende auf Stufe der höheren Fachschule (HF). Egli schliesst nicht aus, zukünftig HF-Studierende aufzunehmen. Sie ist mit grösseren Institutionen im Gespräch für eine Zusammenarbeit. Der zusätzliche finanzielle Aufwand für die Nachwuchsförderung würde sich ihrer Meinung nach lohnen.

So sieht es auch Ursula Isler-Baumgartner, Geschäftsführerin der Spitex Frauenfeld. Sie bildet bereits in Zusammenarbeit mit dem Kantonsspital Pflegende auf HF-Stufe aus und ist grundsätzlich bereit, im Herbst 25-plus-Studenten zu übernehmen.

Erwachsene Lehrlinge

Ursula Flaig, Betriebsleiterin der Spitex Romanshorn, unterstützt das neue Ausbildungsangebot. Sie sagt aber auch, dass damit eine grosse Herausforderung auf die Ausbildungsbetriebe zukomme. «Erwachsene Menschen auszubilden ist etwas anderes, als Jugendliche auszubilden. Das kann Vor- und Nachteile mit sich bringen.» Zudem seien die Auszubildenden vielleicht unterstützungspflichtig: «Das wirkt sich möglicherweise auf ihre Flexibilität aus.» Die Spitex Romanshorn bildet zurzeit zwei Fage-Lehrlinge aus und hat sich für 2013 bereit erklärt, einen 25-plus-Studenten zu übernehmen.



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