Rheintaler, 08. August 2012 15:54:00
Jetzt spricht Mattle
Unter Druck: Josef Mattle, Stadtammann von Bischofszell. (Bild: Archiv/Nana do Carmo)
BISCHOFSZELL. Nach der Suspendierung des Bischofszeller Finanzverwalters Julius Schulthess und der Anzeige gegen Stadtammann Josef Mattle wegen Verdachts auf Veruntreuung tagt am Mittwoch der Stadtrat. Erstmals hat Mattle zu den Vorwürfen Stellung genommen.
Josef Mattle bestätigte, dass von einem Konto der Stadt Bischofszell 50'000 Franken plus Mehrwertsteuer an die Firma IMG, welche die Tour de Suisse ausrichtet, überwiesen worden sind. Der Stadtammann sagt gegenüber unserer Zeitung jedoch, dass die Transaktion von Finanzverwalter Julius Schulthess ausgelöst worden sei. Mattle selbst habe sie gegengezeichnet.Die Stadt Bischofszell habe einen Vertrag mit IMG abgeschlossen und sei mit der Überweisung ihrer Verpflichtung nachgekommen. Der Betrag sei später vom lokalen «OK Tour de Suisse» ausgeglichen worden. Für die Stadt war es dadurch ein «Nullsummenspiel».
Nachdem Schulthess Anzeige gegen Mattle wegen Veruntreuung eingereicht hatte, wurde der Finanzverwalter vom Dienst suspendiert. Diese Entscheidung habe Mattle selbst getroffen, sagt er gegenüber unserer Zeitung.
Laut Schulthess hat Mattle Geld, das der Stadt gehöre, im Namen des lokalen «OK Tour de Suisse» an eine Firma überwiesen. Es soll sich um 54'000 Franken handeln. Mattle, der dem lokalen OK als Präsident vorstand, habe die Überweisung selbst getätigt. Als Finanzchef hatte der Bischofszeller Stadtammann laut Schulthess Finanzkompetenz.
Mattle ist in Bischofszell seit Jahren umstritten. Er wurde 2000 zum Bischofszeller Stadtammann und schaffte die Wiederwahl mehrfach erst nach Kampfwahlen. Nach parteiinternen Streitereien trat Mattle 2010 aus der CVP aus und ist seither als Parteiloser im Amt. (ist/rr)
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