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Rheintaler, 8. August 2012, 01:33 Uhr

Für ein dauerhaftes Biber-Heim

Bibersperren Zoom

Die Gitter am Ufer verhindern, dass sich die Biber vom Wasser her unter den künstlichen Damm an den Lengwiler Weihern graben können. (Bild: Reto Martin)

Der Biber am Lengwiler Weiher ist offenbar nicht mehr solo. Schon oft wurde berichtet, es lebe jetzt ein Pärchen dort. Damit sich die Nagetiere nicht weiter unter den Damm graben und ihn destabilisieren, baut Pro Natura ein Gitter ein.

URS BRÜSCHWEILER

KREUZLINGEN. «Nächstes Jahr gibt es vielleicht Biber-Nachwuchs an den Lengwiler Weihern», sagt Philip Taxböck. «Das wäre toll.» Der Projektleiter von «Hallo Biber! Ostschweiz» von Pro Natura Thurgau denkt schon in die Zukunft. So weit ist es aber noch nicht. Zuerst muss noch bestätigt werden, dass der Biber, welcher seit etwa eineinhalb Jahren am Grossweiher lebt, wirklich kein Einsiedler mehr ist. Taxböck selber hat das zweite Tier – das zugewandert sein soll – noch nicht persönlich gesehen. Aber viele Spaziergänger hätten ihm von einem zweiten Biber berichtet. «Wenn sich die beiden so gut akzeptieren, dann muss es ein Pärchen sein.»

Zum perfekten Zeitpunkt

Die aktuelle Baumassnahme auf dem künstlichen Damm zwischen Pfaffenweiher und Grossweiher käme dann zum perfekten Zeitpunkt. Im Auftrag von Pro Natura wurde dort gestern und heute auf 110 Meter Länge ein 2,5 Meter hohes Armierungsgitter eingegraben. Dieses reicht bis etwa 1,5 Meter unter die Wasseroberfläche und soll verhindern, dass der Biber weiter seine Höhlen unter den Damm treibt. Würde man ihn sich dort über mehrere Jahre austoben lassen, könnte das den Damm destabilisieren. Dies könnte zu einer veritablen Hochwassergefahr führen. Mit einer ganzen Familie ginge das natürlich noch schneller.

Ein Traumrevier

Bevor der Bagger zu graben begann, stellte Taxböck sicher, dass die Biber verscheucht waren. Dass sie nun deswegen gar die Lengwiler Weiher verliessen, diese Gefahr schätzt er als sehr gering ein. «Sie werden woanders in der Nähe eine Höhle graben, wenn sie merken, dass es am Damm nicht mehr geht. Die Lengwiler Weiher sind ein Traumrevier für den Biber, es gibt genügend geeignete Plätze für sie. Sie bleiben sicher.»

Bauen im Naturschutzgebiet

«Wir wollen, dass der Biber hier bleiben kann, und dieses konkrete Projekt hilft dabei», sagt Taxböck. Die Baubewilligung für den Einbau der Armierungsgitter im Naturschutzgebiet sei schlank durchgegangen. Rund 15 000 Franken werde die Massnahme wohl etwa kosten. Die Kosten tragen das Projekt «Hallo Biber! Ostschweiz» von Pro Natura und die Stadt Kreuzlingen. Auch der Kanton werde vielleicht noch einen Beitrag beisteuern.



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