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Rheintaler, 23. Juli 2012, 07:05 Uhr

In eine andere Welt eintauchen

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Der Rucksack ist gepackt. Gabriela Imhof freut sich auf Afrika. (Bild: Daniela Ebinger)

BOTTIGHOFEN. Für vier Wochen reist Gabriela Imhof für die Organisation GOA Switzerland nach Kenia. In Waisen- und Krankenhäusern sowie Slums wird die 44jährige Bottighoferin ihr Gelerntes als angehende Pflegefachfrau anwenden.

DANIELA EBINGER

Ohne fliessend Wasser und Strom zu sein kann sich Gabriela Imhof eigentlich nicht vorstellen. «Ich bevorzuge einen gewissen Lebensstandard, der mir das Leben angenehm macht», sagt sie und weiss, dass sie auf vieles in den nächsten vier Wochen vollkommen verzichten muss. Heute Montag fliegt die angehende Pflegefachfrau nach Kenia. Dort wird die 44-Jährige aus Bottighofen in verschiedenen Projekten in Waisen- und Krankenhäusern sowie Slums für die Organisation GOA Switzerland ihr Gelerntes anwenden können.

«Ich kann mir noch nicht richtig vorstellen, wie es sein wird und was mich genau erwartet», sagt Gabriela Imhof. Zum Teil wird sie aber weder fliessend Wasser noch Strom zur Verfügung haben. Von ihren ersten zwei Unterkünften in den Waisenhäusern nördlich von Nairobi weiss die angehende Pflegefachfrau: «Mit grösster Wahrscheinlichkeit hält das Dach den Regen ab.»

Helfen und dabei lernen

Als Gabriela Imhof ein Foto der ersten Küche sah, musste sie kurz leer schlucken. Diese besteht nur aus einer primitiven Blechhütte. «Ich fragte mich selber: Willst du das wirklich auf dich nehmen?» Ja – sie will und kam nach langem Überlegen mit Bestimmtheit zum Schluss: «Dieses Projekt ermöglicht mir, in eine andere Welt einzutauchen und ein Land im medizinischen Bereich kennenzulernen, das nicht unserem Standard entspricht», sagt Gabriela Imhof. Dabei könne sie nicht nur eine andere Kultur hautnah erleben, sondern mit eigener Kraft und ihren Händen sinnvoll helfen. Zudem lerne und profitiere sie für ihren Beruf und das Leben allgemein sehr viel.

Die Mutter von zwei Jugendlichen ist gespannt, wie sie den jetzigen gewohnten Lebensstandard nach dieser Reise empfindet. Die Reisekosten muss Gabriela Imhof selber berappen. Für Kost und Logis in den einfachen Verhältnissen bezahlt sie pro Tag fünf Franken. Ihre Arbeit wird in den Waisenhäusern nebst Kinderbetreuung und Hausarbeit auch auf dem Feld beim Anbau und der Ernte sein. «Die meisten Waisenhäuser sind Selbstversorger», sagt die Bottighoferin.

Aids-Prävention gehört dazu

Zudem hilft Gabriela Imhof mit, bei den Kindern verschiedene Untersuchungen durchzuführen. Dazu gehören zum Beispiel Hör- und Sehtests, körperliche Untersuchungen von Herz, Lunge und dem Bewegungsapparat. «Ein grosses Thema wird bestimmt auch die Aids-Prävention sowie das Impfen gegen verschiedene Krankheiten sein.» Die letzte Woche verbringt sie im Spital und kann das Gelernte in ihrer Ausbildung als Pflegefachfrau FH anwenden.

Über 1100 Franken gesammelt

Über Facebook und private Kontakte sammelte Gabriela Imhof Spenden, um vor Ort das nötige Material zu besorgen. Sie erhielt von vielen Seiten Unterstützung. Die Boutique Cultbox in Kreuzlingen fand die Aktion so gut, dass sie von jedem verkauften Kleidungsstück zwei Franken spendete. Aktuell verfügt Gabriela Imhof über 1100 Franken. «Ich bin total überrascht und freue mich, diesen Betrag zur Verfügung zu haben.»



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Leser-Kommentare:
1 Beitrag
Farfaraway (23. Juli 2012, 15:16)
Sozialtourismus

Afrika braucht engagierte Personen, die wissen was sie erwartet und was von ihnen erwartet wird. Sozialtourismus ist nicht das beste Mittel um zu helfen. Trotzdem, machen Sie das Beste daraus, sie werden viel erleben und sehen. Viel Glück.

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