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Rheintaler, 11. September 2012, 10:37 Uhr

«Bodan»-Wirt hat das Nachsehen

PK Bodan-Verkauf-Gegner Zoom

Das Restaurant Bodan: Heute steht Wirt Martin Pergega das letzte Mal hinter dem Tresen. (Bild: Nana do Carmo)

Heute schliesst das Restaurant Bodan. Bis zur Übernahme durch die Allreal will die Gemeinde die Räumlichkeiten für eine Zwischennutzung zur Verfügung stellen. Aber nicht dem heutigen Wirt.

MARKUS SCHOCH

ROMANSHORN. Es war ein Auf und Ab für Martin Pergega in den letzten Wochen und Monaten. Zuerst sah es so aus, dass er bereits Ende Januar die Schlüssel vom «Bodan» abgeben müsste. Nach grossen Protesten aus der Bevölkerung verlängerte ihm die Gemeinde als Besitzerin dann aber kurz vor Weihnachten den Vertrag «einmalig und unwiderruflich» bis Ende September mit der Auflage, das Restaurant bis Ende August offen zu halten. So sollte der Wirt die Möglichkeit erhalten, «in aller Ruhe» eine neue Wohnung und eine neue Arbeit zu finden, wie die Gemeinde seinerzeit in einer Mitteilung schrieb.

Pergega hat resigniert

Pergega konnte fürs Erste aufatmen. Doch die Sorgen kehrten schnell zurück. Irgendwo in der Schweiz hätte er sich zwar eine neue Existenz als Beizer aufbauen können. Doch Pergega wollte in der Region bleiben, am liebsten in Romanshorn, wo er in den letzten zehn Jahren Wurzeln geschlagen und viele Freunde gefunden hatte. Hier fand er aber kein geeignetes Lokal. Wie es weitergehen soll, weiss der 40-Jährige Familienvater nicht.

Der sonst so quirlige «Bodan»-Pächter, der Anfang Jahr noch voller Optimismus war, hat resigniert. Er schliesst heute Freitag zum frühestmöglichen Zeitpunkt ohne Aufhebens das Restaurant. Im September will er alles für die ordentliche Übergabe an die Gemeinde vorbereiten.

Restaurant weiter nutzen

Bis vor wenigen Tagen ging Pergega davon aus, dass er keinen Nachfolger haben wird. Dem ist aber nicht so. Die «Bodan»-Liegenschaft soll allenfalls weiter genutzt werden, bis sie voraussichtlich im nächsten April von der Allreal übernommen und später abgerissen wird. Bereits bekannt ist, dass die Gemeinde den Saal bis im Frühling weiter vermietet. Die Koordination übernimmt die Bauverwaltung. Die Gemeinde stellt aber weder Inventar noch Gerätschaften zur Verfügung.

Das wusste Pergega. Neu für ihn ist aber, dass auch die Restaurant-Räumlichkeiten in irgend einer Form öffentlich zugänglich bleiben sollen. Er ging davon aus, dass die Lichter heute für immer ausgehen. Ein Irrtum, wie Gemeinderat Peter Höltschi auf Anfrage erklärt. «Wir sind seit längerem mit verschiedenen Personen für eine Zwischennutzung des Restaurants im Gespräch.» Es sei jedoch nicht leicht, jemanden für ein halbes Jahr zu finden. «Es kommt nur einer, wenn er Geld verdient.» Das wiederum hänge von den Rahmenbedingungen ab, die im Moment aber noch nicht ganz klar seien.

Ziel sei, bis im Oktober oder November die Türen wieder zu öffnen. Ob dies tatsächlich gelingt, ist für Höltschi offen. «Ich bin jedoch zuversichtlich, auch wenn noch nicht alle Fragen geklärt sind.»

«Bodan»-Wirt will weitermachen

Dabei würde Pergega nur allzu gerne noch ein paar Monate im «Bodan» weite machen. Er hat sich deswegen wiederholt an die Gemeinde gewandt – ohne Erfolg. Und das, obwohl ihm der Gemeinderat noch im letzten Dezember «einen unermüdlichen und grossen Einsatz für den <Bodan>» attestiert hatte.

Pergega habe viele grosse Anlässe «reibungslos organisiert» und ein gutes Catering gemacht, heisst es in einer Mitteilung aus dem Gemeindehaus. «Herr Pergega ist immer präsent und auch in schwierigen Situationen gut gelaunt und kundenorientiert.»

Zu grosses Risiko

Pergega den Vertrag nochmals zu verlängern, komme aus (miet-) rechtlichen Gründen nicht in Frage, stellt Gemeinderat Höltschi klar. Pergega will auch gar nicht mehr darum kämpfen.

Man habe sich im Dezember im Rahmen einer gemeinsamen Aussprache und in Absprache mit der Allreal klar auf eine Vertragsverlängerung bis Ende August dieses Jahres geeinigt, ruft Höltschi in Erinnerung. Seither sei Pergega bei ihm als zuständigem Ressortleiter nicht mehr vorstellig geworden. Die Gemeinde sei gegenüber der Allreal verpflichtet, die Liegenschaft zu einem bestimmten Zeitpunkt ohne vertragliche Bindungen zu übergeben. Pergega versteht die Bedenken nicht. «Ich würde sicher keine Schwierigkeiten machen.»,



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Leser-Kommentare:
3 Beiträge
Bodenseekapitaen (01. September 2012, 08:15)
Schweinerei !

Was sich hier der Gemeinderat erlaubt ist einfach unerhört. Die Verantwortlichen in dieser Geschichte werden es bei den nächsten Wahlen zu spüren bekommen.

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Lissi (01. September 2012, 06:09)
Beizenvielfalt?

Romanshorn hat ja soooo viele attraktive Restaurants in Seenähe ,ich spreche absichtlich nicht von Beizen am See,dass man ruhig wieder eines schließen kann.wann endlich erwacht diese Gemeinde .in Sachen Tourismus läuft nun wirklich nichts.einmal seenachtfest ist nicht genug.

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unangan (31. August 2012, 13:56)
na....

Romanshorn... mit den gewählten "Verantwortlichen"...
Was ist das für eine "Plansicherheit" mit ihrem Pächter vom Bodan.

Es scheint so, als sei die "Behörde" gleich der etwas "maroden" Hafenanlage...!!!...

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